Die nächste Generation hochgiftiger Riesen: Herkulesstaude wächst wieder in Lingental

Da ist er wieder: Der Riesenbärenklau

(fwu – 9.6.16) An mindestens zwei Stellen westlich von Lingental wächst derzeit eine beeindruckende Pflanze heran, mit Blättern, die jetzt schon so groß wie ein Sonnenschirm sind. Apropos Sonne: Sollte man mit der in allen Pflanzenteilen  vorkommenden giftigen Substanz Furocumarin in Kontakt kommen bilden sich unter Sonneneinstrahlung Blasen, die an eine schwere Verbrennung erinnern und eine Verfärbung bilden, die monatelang anhalten kann. Hautärzte sprechen in diesem Fall von einer Heracleum-Dermatitis. Schon die Dämpfe der Pflanze können die Gesundheit beeinträchtigen und z.B. Übelkeit verursachen. Selbst vertrocknete Stengel und Blüten, ja selbst die Samen enthalten noch das tückische Furocumarin.

Demnächst wieder in voller Blüte – Lecker für Bienen!

Es handelt sich bei dieser Planze um einen echten Giganten: um den Riesenbärenklau, der wegen seiner Größe auch Herkulesstaude genannt wird. Diese invasive Pfanze, die aus dem Kaukasus stammt, erreicht einen Höhe von bis zu 4 Metern, einen Blattdurchmesser von über einem Meter und prächtige Riesendolden.

Sie sieht sehr dekorativ aus und ist besonders bei Bienen sehr beliebt – daher wurde der Riesenbärenklau in früheren Zeiten auch als „Bienenweide“ angepflanzt.

Waldarbeiter im letzten Jahr bei der Bekämpfung der Herkulesstaude

Da sich die Herkulesstaude massiv und schnell vermehren kann – jede einzelne Pflanze produziert bis zu 10.000 Samen – ist eine Bekämpfung unbedingt notwendig. Im vergangenen Jahr wurde diese vom Forstamt Heidelberg durchgeführt. Förster Bruno Gabel und zwei seiner Mitarbeiter rückten an, um das Problem zu beseitigen. Die perfekt ausgerüsteten Mitarbeiter des Forstamtes schnitten die Blüten ab und nahmen sie in eine Mülltüte zur späteren Verbrennung mit, der nicht vermehrungsfähige Rest verblieb zur Kompostierung im Wald.

Schon jetzt riesig: Die Blattgiganten mit über 1 Meter Durchmesser – Das Höhenwachstum geht ebenfalls irrsinnig schnell.

Offensichtlich konnten jedoch trotz aller Sorgfalt nicht alle Nachkommen und Samen erwischt werden, denn auch in diesem Jahr wächst in Lingental der Riesenbärenklau wieder – allerdings nicht dort, wo er im letzten Jahr offensichtlich wirkungsvoll vernichtet wurde. Seine Samen scheinen es allerdings weit gebracht zu haben …

Derzeit ist die aktuelle Version der Herkulesstaude schon gut einen Meter hoch und wird in den nächsten 8-10 Wochen noch 2-3 Meter zulegen! Das macht also so circa 3 cm Höhenwachstum pro Tag! Man kann also fast zusehen, wie er wächst!

Also liebe Wanderer: VORSICHT – nicht anfassen und am besten einen möglichst großen Bogen darum machen.

Für Sie ausgesuchte Artikel - ebenfalls lesenswert:

Leimen-Lokal.de Ihre lokale Internetzeitung für Leimen, Nußloch, Sandhausen

Kurz-URL: http://leimenblog.de/?p=92538

Kommentare sind geschlossen

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes