„Geigenbauer“: Kinder erleben traditionellen und erfolgreichen Handwerksberuf

Geigenbaumeister Hoth in seiner Werkstatt bei der Vorführung

Auf der „roten Liste“ aussterbender Berufe findet man den Geigenbauer durchaus nicht. Im Gegenteil! Der Beruf floriert und für die wenigen Plätze an der staatlichen Berufsfachschule Geigenbau in Mittenwald stehen immer mehr als reichlich Bewerber Schlange. Der hiesige Vertreter dieses Berufsstandes in St. Ilgen ist Geigenbauer Tobias Hoth, der im Rahmen des Ferienprogrammes interessierten und durchweg selbst ein Streichinstrument spielenden Kindern Einblicke in die Entstehung dieser edlen Instrumente bot.

Seit 2006 ist Hoth selbständig, baut und repariert in seiner kleinen Werkstatt Geigen, Chelli und auch Kontrabässe und hat sich einen exzellenten Ruf bei seiner Kundschaft aus der gesamten Region erarbeitet. Wie eine Geige entsteht, von der richtigen Holzauswahl über den Korpusbau, die Hobel-, Schnitz- und Schleifarbeiten bis hin zur Lackierung mit klassischen Materialien (Schellack!) erläuterte und zeigte Hoth den kleinen Besuchern. Dabei ist der gesamt Weg reine Handarbeit und wird ohne großen Maschinenpark sozusagen am „Küchentisch“ erledigt. Der Geigenbauerladen, bestehend aus einem kleinen Verkaufsraum und nicht größerer Werkstatt war denn auch gerade ausreichend bemessen, um alle wissbegierigen Kinder zu beherbergen.

Die Fragen der Kinder wurden profund beantwortet und zum Teil auch per Vorführung erläutert. Z. B. wie aus Pferdehaar (!) vom Schwanz des Tieres ein Geigenbogen entsteht und wie viele Arbeitsschritte und weitere Materialien dafür erforderlich sind … kein Problem für Meister Hoth! Wobei der „Bogenbauer“ ja bereits wieder eine Fachrichtung des Instrumentenbaus darstellt und der Geigenbogenbauer auch als eigenständiger Beruf existiert. Es gab viel zu sehen, zu riechen (Lacke!), zu erleben und natürlich auch zu hören! So durfte eine gerade fertiggestellte Geige begespielt werden!

Frau Weigel-Riemann vom MGV 1867 Leimen, der den Besuch der Hoth’schen Werkstatt organisiert hatte, bedankte sich bei Meister Hoth für die spannenden Stunden mit einem kleinen Präsent und freute sich über die Begeisterung der Kinder und der sie abholenden Eltern, die am Ende der Veranstaltung noch viele eigene Fragen stellten. Offensichtlich kann dieser traditionelle Beruf auch Erwachsene in den Bann ziehen, wie Hoth bestätigte. Führt er doch ähnliche Informationsveranstatungen auch für die „Großen“ bei Bedarf durch.

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