Hochwasserschutz für Leimen-Süd: Spatenstich für 3 Fußballfelder großes Becken

Schweres Gerät zur Erdbewegung(fwu – 10.8.17) Wer zwischen Leimen und St. Ilgen spazierengeht, betrachtet wahrscheinlich mit Verwunderung und einem großen Fragezeichen im Kopf die ca. 300 Meter lange und fast 100 Meter breite aber nicht sehr tiefe Baustellenfläche und fragt sich, was denn da wohl entsteht. Nun, es handelt sich um ein insgesamt ca. 22.700 qm großes Retentionsbecken zum Hochwasserschutz, also eine riesige Mulde, das dazu dient, größere Mengen Wasser zu speichern. In diesem Falle Wasser aus dem Leimbach, falls dieser einmal ein nur alle 100 Jahre vorkommendes Super-Hochwasser  („Jahrhundert-Hochwasser„) führen sollte. Insgesamt kann die flache  und nur etwas über einen halben Meter tiefe Mulde dann mehr als 13.000 cbm Wasser zwischenspeichern, die dann hier auch versickern.

Erforderlich geworden ist das Retentionsbecken durch die Erschließung des Gewerbegebietes Leimen-Süd II, da dann dort durch Straßen und Bebauung weniger Wasser versickern kann und der Hochwasserschutz dafür eine Ausgleichsmaßnahme fordert. So um die 10.000 Kubikmeter sind dafür erforderlich. Die restlichen ca. 3.000 cbm sind schon einmal vorsorglich als Ausgleichsmaßnahme für den Neubau der Geschwister-Scholl-Schule eingeplant. Insgesamt kostet der Bau des Beckens knapp eine Halbe Million Euro.

Hochwasserschutz am Gewerbegebiet Leimen-Süd II

Erster Spatenstich für den Hochwasserschutz am Gewerbegebiet Leimen-Süd II

Ausgraben alleine reicht nicht

Wer nun meint, dass eine Halbe Million doch recht viel ist, sollte wissen, dass es mit dem einfachen Ausgraben einer 50-60 cm tiefen Mulde nicht getan ist. Zunächst muß nämlich der belebte und von Bodenmikroben bevölkerte wertvolle Oberboden zur Seite geschoben und zwischengelagert werden. Sodann wird der darunter befindlich Unterboden etwas über einen Meter tief ausgegraben und dann der Oberboden wieder darauf aufgebracht. So wird sichergestellt, dass hier auch wieder eine fruchtbare Wiese wächst, die vom Grundeigentümer – der Stadt Leimen – an einen Landwirt verpachtet ist und ganz normal landwirtschaftlich genutzt wird. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme in 2-4 Monaten kann es also wieder im Retentionsbecken anfangen zu wachsen und zu sprießen und bis zum Winter ist optisch wieder alles beim Alten. Nur tiefergelegt halt.

Der offizielle Beginn der Baumaßnahme wurde am Dienstag durch Bürgermeisterin Claudia Felden, Vertretern des Gemeinderates (Hans Appel, Wolfang Stern, Dr. Peter Sandner), der Verwaltung und beteiligten Bau- und Ingenieurfirmen mit einem ersten Spatenstich vor Ort begangen.

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