Interreligiöse Andacht in Gauangelloch gut angenommen

(rb – 8.11.17) Dass die in der Schlossberghalle im Kreis aufgestellten Stühle nicht ausreichen würden, damit hatte wohl niemand gerechnet. Und so begann die Veranstaltung mit Stühle rücken, damit alle 46 Teilnehmer Platz nehmen konnten, um an der ersten interreligiösen Andacht am 29.10. teilzunehmen. Gauangellocher Christen, Muslime und Bahá’i hatten hierzu eingeladen, um Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen im Gebet zu vereinen.

„Der Mensch ist seiner Natur nach ein geistiges Wesen und mit diesem Bewusstsein können wir einander auf Augenhöhe begegnen. Dies über die Andachtsversammlung hinaus in die Gesellschaft zu tragen, ist Anliegen dieser Initiative,“ so ein Mitinitiator bei der Begrüßung. Die äußere Form und Gestaltung sei offen und bleibe den jeweiligen Teilnehmern überlassen. „Und somit spreche ich hier in keiner Funktion, sondern lediglich als Teilnehmer, denn wir sind sozusagen alle Gastgeber“, betonte der Sprecher.

Die Andacht gestaltete sich dieses Mal so, dass in loser Reihenfolge Gebete und Textstellen aus der Bibel, dem Koran und den Bahá’i-Schriften gesprochen oder gesungen wurden. Dies dauerte nicht, wie vorher angenommen 20 Minuten, sondern fast eine Stunde. Möglich war dies auch, weil sich selbst die kleinsten der 20 anwesenden Kinder während der ganzen Zeit geduldig ruhig verhielten und viele Kinder sich aktiv an der Andacht beteiligten.

„Ich fand gut, dass es keine strengen Abläufe gab und dass sich die Gäste untereinander gut verstanden haben und beim Beten mitgemacht haben. Es war ein Tisch vorbereitet worden, auf dem Texte und Gebetbücher auslagen. So konnten auch die, die nichts mitgebracht hatten, sich etwas nehmen und auch lesen. Ich konnte andere Gebete kennenlernen, die ich bisher nicht kannte, z. B aus dem Christentum. Es gab auch Teilnehmer, die nicht so gut deutsch konnten und trotzdem etwas gelesen haben. Alle gingen sehr respektvoll damit um. Bei einem Lied haben wir uns mit Geben- und Nehmen-Gesten in zwei Kreisen bewegt. Dabei stand man sich gegenüber und hat sich freundlich angesehen. Ich fand, dass danach eine andere Stimmung war – liebevoller. Es wurde auch gesagt, dass man eigene Ideen für die nächsten Veranstaltungen mitbringen kann. Das hat mir auch gefallen.“ (Eliza, 12 Jahre)

„Ich fand schön, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer ein Gebet gesprochen haben und dass auch die kleinen Kinder still waren. Es war schön, dass so viel Musik gemacht wurde.“ (Liva, 8 Jahre)

„Mir hat gut gefallen, dass so viele Leute gekommen sind und dass es ohne vorherige Absprache so abwechslungsreich und meditativ war. Manche haben sich auch getraut etwas aus den Schriften anderer Religionen zu lesen. Auch war es schön, dass sich die Leute nachher noch unterhalten haben.“ (Samir, 8 Jahre)

Auch die Erwachsenen äußerten sich bei anschließenden Erfrischungen in dieser Weise, bedankten sich für die Initiative und betonten, beim nächsten Mal wieder dabei sein zu wollen.

Die Andachten sollen ab sofort monatlich stattfinden und werden zeitlich so geplant, dass sie nicht mit den Gauangellocher Gottesdiensten kollidieren. Der nächste Termin ist am 26.11. um 15.00 Uhr, wieder in der Schlossberghalle, die der Oberbürgermeister dafür kostenlos zur Verfügung stellt.

 

 

 

 

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