Otto-Graf-Realschule: Musiktheater-Aufführung „Finia will fort“ begeistert Publikum

(mk – 9.3.18) Während Bahnhöfe eigentlich Orte des Kommens und Gehens sind, hinterlässt der anlässlich der Aufführungen des Musiktheaterstücks „Finia will fort“ im Foyer der Otto-Graf-Realschule geschaffene Bahnhof bleibende Eindrücke. Wie in einer echten Bahnhofshalle, in der eine Vielzahl an verschiedenen Menschen den „Pulsschlag“ des Ortes bestimmt, waren es viele Beteiligte, die die besondere Lebendigkeit der Inszenierung in ihren Sparten Theater, Musik und Tanz ausmachen.

Neben den Schauspielerinnen und Tänzerinnen trugen die Rockband, die Bigband, die Chorkinder, die Bläserklasse 5 sowie Lehrkräfte zum Gesamterfolg bei. Die tänzerischen Darbietungen wurden durch eine kurdische Volkstanzgruppe bereichert. In der Bahnhofshalle konnte das begeisterte Publikum mit verfolgen, wie die Hauptperson, Finia, beim Versuch wegzulaufen, im wahrsten Sinne des Wortes bei sich selbst „ankommt“. Finia leidet darunter, dass sie sich im geschwisterlichen Vergleich der Eltern als die Unbegabte vorkommt.

Nachdem Finia das teure Musikinstrument ihres Bruders beschädigt hat, beschließt sie, von zu Hause wegzulaufen. Noch unentschlossen, wohin sie fliehen soll, trifft sie auf Gleis 16 Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Zwischen ankommenden und abfahrenden Zügen wächst Finia nicht nur durch diese Begegnungen, sondern entdeckt auch ihre eigene Begabung. Die Stärke des Stücks ist, dass keine moralinsaure Botschaft mit dem ausgestreckten pädagogischen Zeigefinger vermittelt wird, sondern Impulse zum Nachdenken über große Themen gegeben werden.

Gisela Sieron, die das Stück von Ingeborg von Zadow für die Otto-Graf-Realschule inszeniert hat, ist es ein besonderes Anliegen, dass Erziehungsberechtigte auch „Beziehungsberechtigte“ sind, die mit ihren Kindern in eine echte Beziehung treten. Kinder sollen so wahrgenommen werden, wie sie sind und nicht, wie sie sein sollen. Diese Erlaubnis zu „sein“ braucht jedes Kind.

Eine Zeile der Anerkennung und des Trostes ist Leon Schöfer gewidmet, der das Lied „ich hau ab“ getextet hat, aber leider krankheitsbedingt nicht bei den Aufführungen dabei sein konnte. Die Otto-Graf-Realschule ist mit diesem Stück für den Lotto-Musiktheaterpreis nominiert und alle Zuschauer drücken die Daumen, dass einer der Preise nach Leimen vergeben wird.

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