Papa/Mama: Warum nur lieben Bienen und Hummeln ausgerechnet den Spitzahorn?

Kreisforstamt stellt die Bäume im Rhein-Neckar-Kreis vor: Der Spitzahorn beeindruckt durch sein prächtiges Farbenspiel im Frühling sowie im Herbst. Besonders im Kraichgau und an der Bergstraße verbreitet

„Buche, Eiche und Fichte kennen wahrscheinlich die meisten Waldbesucher“, stellt der für das Forstrevier Leimbachtal zuständige Förster Volker Böning fest, „aber in unseren Wäldern im Rhein-Neckar-Kreis kommen häufig mehr als zehn verschiedene Baumarten in unmittelbarer Nähe zueinander vor.“ In einer losen Serie stellt das Kreisforstamt diese Baumarten und ihre Besonderheiten vor – in dieser Folge geht es um den Spitzahorn. Dieser Baum ist aus zweierlei Sicht ein Schatz der Wälder: Zum einen wegen seiner Farbenpracht, zum anderen wegen seiner wichtigen Funktion als Nahrungslieferant für Insekten.

Am Gegenhang, an Waldrändern, aber auch in Feldgehölzen und als Einzelbaum leuchtet es derzeit an vielen Stellen grün-gelblich auf. Das sind keine frischen Blätter, sondern die Blüten des Spitzahorns. Auch im Herbst zeigt er nochmals seine Pracht: von goldgelb über gelborange bis ins rötliche hinein ist die Farbpalette seiner Herbstfärbung.

„Was seine Ansprüche an die Feuchtigkeit angeht, ist er sehr flexibel: Er wächst sowohl auf periodisch überschwemmten Standorten im Auwald als auch auf trockenen Lössböden im Kraichgau. Anspruchsvoller ist er, was die Versorgung mit Nährelementen angeht; dabei schätzt er insbesondere kalkreiche Böden“, erläutert Förster Böning. Obwohl der Spitzahorn im gesamten Rhein-Neckar-Kreis verbreitet ist, hat er einen Schwerpunkt auf den guten Böden des Kraichgaus und an der Bergstraße.

Wichtig für die Schädlingsbekämpfung

Der Spitzahorn ist als Baumart auch deshalb interessant, weil er einer der ersten Nektarlieferanten im Jahresablauf ist. Seine Blüten spielen eine ganz besondere ökologische Rolle: Bienen, Hummel und andere blütenbesuchende Insekten ernähren sich von der grünen Ahornblüte. Darunter sind auch Arten, deren Larven sich von Schädlingen ernähren, sogenannte Parasitoide. Der Spitzahorn ist somit auch aus Sicht der naturnahen Waldwirtschaft, in der Schädlinge vor allem auf natürlichem Wege bekämpft werden, eine wichtige Mischbaumart. Durch seine Trockenheitstoleranz dürfte der Spitzahorn auch mit wärmeren und trockeneren Phasen, wie sie durch den Klimawandel voraussichtlich zunehmen werden, gut zurechtkommen.

All dies sind Gründe, den Spitzahorn in unseren Wäldern zu fördern. Philipp Schweigler, Leiter des Forstbezirks Kraichgau, erläutert, was der Rhein-Neckar-Kreis und die hiesigen Waldbesitzer zur Förderung der Baumart beitragen: „Im Zuge der Waldpflege, bei den sogenannten Durchforstungen, geben die Förster den jungen Ahornbäumen Raum, indem sie bedrängende Nachbarbäume umsägen lassen.“ Damit sich auch künftige Generationen im Frühjahr an den schönen grünen Blüten freuen können, pflanzt das Kreisforstamt zudem jedes Jahr mehrere Hundert Spitzahorne.

Dort, wo bereits viele alte Ahorne vorkommen, wie beispielsweise im Wieslocher Dämmelwald, kann Förster Volker Böning auf die natürliche Verjüngung setzen: „Wenn ich in der Nähe eines alten Spitzahorns einen anderen Baum umsägen lasse, kommt an dieser Stelle Licht auf den Boden und die Samen können wachsen!“

QR-Code am Baum: Per Scan zum Erläuterungsvideo

In 2014 wurde die  Natur-zu-Netz-Initiative Leimen/Gaiberg gestartete. Leimens damaliger Oberbürgermeister Wolfgang Ernst, Gaibergs Bürgermeister Klaus Gärtner und Bürgermeisterin Claudia Felden (Leimen) brachten an den ersten drei Bäumen an der Gemarkungsgrenze zwischen Leimen und Gaiberg oberhalb von Lingental QR-Codes an Bäumen an, die von Wanderern genutzt werden können, um Informationen über die entsprechenden Baumarten zu erhalten.

Die bisherigen „Baum-Videos“ der Initiative finden Sie <hier>

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