Pilgerfahrt nach Fátima, Mafra und Lissabon – Erfahrungen vom Suchen und Finden

(cs – 15.6.18) Ende Mai war es endlich soweit: 49 Pilgerinnen und Pilger im Alter von 11 bis 82 Jahren aus der Seelsorgeeinheit Leimen-Nußloch-Sandhausen und Umgebung machten sich zusammen mit Pfarrer Arul Lourdu und Diakon Christian Sych auf nach Portugal. Schon bei der Ankunft am Flughafen in Lissabon musste die Gruppe lernen, dass auch eine akribische Planung nicht davor schützt, dass es nun mal Dinge gibt, die man nicht vorhersehen kann: z. B., wenn es die Fluggesellschaft versäumt, 29 Gepäckstücke unserer Reiseteilnehmer im Flugzeug mitzunehmen. Ein Sachverhalt, der organisatorisch sowie emotional die ersten beiden Tage beeinflusste. Gott sei Dank (und der Fürsprache des Heiligen Antonius) trafen alle Koffer noch in derselben Nacht bzw. am nächsten Tag in Fátima ein – außer dem Koffer des Pfarrers, dieser blieb bis nach Rückkehr nach Deutschland verschollen.

Dennoch ließ es sich die Gruppe nicht nehmen, in großer spiritueller Tiefe im Gebet der Tagzeiten und des Rosenkranzes und besonders in der Feier der Eucharistie sich auf die Suche nach den Geheimnissen von Fátima zu machen. Auch viele Gebetsanliegen hatte die Gruppe mitgebracht, um Sie der Fürsprache „Unserer lieben Frau von Fátima“ anzuvertrauen. Nach der Feier der Heiligen Messe an der Erscheinungskapelle von Fátima übergab die Gruppe ihre Pilgerkerze, die mit den Namen aller Reiseteilnehmer sowie der Menschen, die ihre Gebetsanliegen mitgegeben hatten, versehen war, in feierlicher Prozession der Muttergottes. Besonders eindrucksvoll war auch das gemeinsame Rosenkranzgebet – gebetet in den verschiedensten Sprachen der Weltkirche – mit der anschließenden Lichterprozession auf dem großen Platz. Hier war eine tiefe Erfahrung von Weltkirche möglich.

Sehr herzlich wurden die Pilger auf der Weiterreise in Leimens Partnerstadt Mafra empfangen. In der beeindruckenden Basilika durften unsere Wallfahrer die Heilige Messe feiern, begleitet von einem Organisten und einer Gesangssolistin als Geschenk der Partnergemeinde. Im Anschluss bot sich die Gelegenheit zum Austausch mit Vertretern der Gemeinde, insbesondere dem Bürgermeister Hélder Sousa Silva und dem Pfarrer Luís Barros. Auf dem Weg nach Lissabon gab es schließlich noch einen Abstecher zum früheren „Ende der Welt“, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands.

In Lissabon schließlich stand Sightseeing auf dem Programm: Die Burg des Heiligen Georg, die Kathedrale Sé, Sitz des Patriarchen von Lissabon, dem berühmten Kloster Belém, die geschichtsträchtigen Stadtviertel mit ihren je eigenen Prägungen. Auch wenn die Ruhe und der Frieden von Fátima und die Hektik und Lautstärke der Großstadt nicht unterschiedlicher hätten sein können, gelang es auch dort Momente der Ruhe, des Gebets und der Feier der Eucharistie zu finden. Hierbei erinnern sich die Pilger gerne an den gemeinsamen Gottesdienst mit der deutschsprachigen Gemeinde von Lissabon. Der Pfarrgemeinderat hatte uns liebevoll im Anschluss bewirtet und Pfarrer Norbert Abeler berichtete uns ausführlich über die Geschichte der Seelsorge der Deutschsprachigen in Portugal, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.

Auch die Heilige Messe in der Geburtskirche des Heiligen Antonius von Padua, den die Portugiesen nicht ohne Stolz „Antonius von Lissabon“ nennen, war ein eindrückliches Erlebnis. Gemeinhin denkt man bei Hl. Antonius an verschwunden Schlüssel und in unserem Fall an Koffer; Pfarrer Lourdu hingegen lenkte den Blick der Gläubigen auf einen Fürsprecher für höhere verlorene Dinge: Gesundheit, Freude, Glauben, Gottvertrauen etc.

Den geistlichen Abschluss der Reise bildete die Hl. Messe in der Kirche São João de Brito. Der Hl. Johannes de Brito (Tamil: Arul) war ein portugiesischer Indienmissionar und ist der Namenspatron von Pfr. Arul Lourdu. In seiner Predigt appellierte Pfr. Lourdu an die Pilger, die Eindrücke der Pilgerreise nicht nur als persönliche Reiseerinnerungen mit nach Hause zu nehmen, sondern er forderte die Gruppe auf, als Missionarinnen und Missionare unsere Zeit nach Hause zurückzukehren, als leidenschaftliche Verkünder des Evangeliums Christi. So bleibt zu hoffen, dass der Eine oder die Andere motiviert vom geistlichen Programm der Reise seine Berufung gefunden hat, für eine missionarische Kirche in unserem Land einzutreten.

Foto & Text: Diakon C. Sych

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