Rhein-Neckar-Kreis: Bei Familienfreundlichkeit Vorbild in Baden-Württemberg

(bs – 10.7.18) Wenn es nach dem Willen der Kreistagsfraktionen von CDU und SPD geht, soll die Kindertagespflege im Rhein-Neckar-Kreis finanziell erheblich stärker unterstützt werden als bisher – mehr als in jedem anderen Stadt- und Landkreis in Baden-Württemberg. Damit wollen CDU und SPD auch weitere Plätze in der Kindertagespflege initiieren. Ein entsprechender Antrag von CDU und SPD wurde für die Kreistagssitzung am 17. Juli 2018 in Reichartshausen gestellt.

„Seit Jahren erhalten die Tagesmütter bei uns den gleichen Betrag“, erläutert der SPD Fraktionsvorsitzende Ralf Göck (Brühl), „und das wollen wir ändern, denn die Kindertagespflege, also die Betreuung durch Tagesmütter, ist eine gesetzlich verankerte, gleichwertige Alternative zu den Kindertagesstätten, und sollte daher für die Eltern nicht viel teurer sein“. So kann der Kreis auch sein Ziel erreichen, mehr Plätze zu schaffen, sind sich die Initiatoren sicher. Derzeit sind die Tagesmütter teilweise gezwungen, Extra-Beiträge von den Eltern zu erheben, was ihr Angebot für die Eltern unattraktiv macht . Sogar einige Gemeinden leisten inzwischen Extra-Zuschüsse: „Die Schaffung von Tagespflegeplätzen ist aber Aufgabe des Kreisjugendamtes. Dieses sorgt auch für die Finanzierung der Kindertagespflege“, begründet Göck, warum CDU und SPD hier den Kreis stärker in der Pflicht sehen. „Die Höhe des Stundensatzes liegt im Rhein-Neckar-Kreis für unter 3-Jährige bei 5,50 Euro und für über 3-Jährige bei 4,50 Euro und orientiert sich dabei genau an den landesweiten Richtsätzen, die allerdings seit mehr als sechs Jahren nicht mehr erhöht wurden. Und genau das ist das Problem“, so der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.

Dabei sehen sich Kreis CDU und SPD in guter Gesellschaft, denn sowohl der Landesverband Kindertagespflege Baden-Württemberg e.V. als auch die oppositionelle SPD-Landtagsfraktion und die mitregierende CDU-Landtagsfraktion haben sich klar dafür ausgesprochen, aber passiert ist bisher nichts. „Deswegen haben wir jetzt den Antrag gestellt, dass der Rhein-Neckar-Kreis sich mit der Erhöhung des Stundensatzes um 1,00 Euro für die unter 3-Jährigen rückwirkend zum 1. Juli 2018 klar als Vorreiter positioniert und als einwohnerstärkster Landkreis in Baden-Württemberg Vorbildfunktion übernimmt“, so Dr. Göck.

„Wichtig ist uns außerdem, dass zukünftig für die über 3-Jährigen der gleiche, höhere Stundensatz gezahlt wird, wie für die unter 3-Jährigen“, erklärt Bruno Sauerzapf, der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion: „Kinder über drei Jahren sind in der Kindertagespflege oft Randzeitenkinder, die vor oder nach dem Kindergarten betreut werden müssen, weil die Arbeitszeiten der Eltern außerhalb der Kindergarten-Öffnungszeiten liegen, zum Beispiel wegen Schichtarbeit, im Einzelhandel, im Gesundheitssektor oder in der Pflege. Die Tagesmutter muss dann das Bringen bzw. Abholen der Kinder aus dem Kindergarten organisieren, um sie dann anschließend für wenige Stunden zu betreuen“, erläutert der CDU-Fraktionsvorsitzende.

„Das wollen nicht viele Tagesmütter übernehmen, und der geringere Stundensatz für Kinder über drei Jahren macht diese Betreuung noch unattraktiver. Wir haben die Sorge, dass Tagesmütter deshalb ihr Betreuungsangebot auf Kinder unter drei Jahren und die üblichen Kita-Zeiten begrenzen. Damit ginge vielen Eltern die einzige Betreuungsmöglichkeit außerhalb der Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen verloren. Auch deswegen wollen wir handeln und für eine finanzielle Gleichstellung der Tagesmütter unabhängig von der Altersgruppe der betreuten Kinder sorgen sowie die Randzeitenbetreuung fördern, indem zukünftig sowohl für unter als auch für über 3-Jährige von 8:00-17:00 Uhr 6,50 Euro und in den Randzeiten davor und danach sogar 7,50 Euro pro Betreuungsstunde vom Jugendamt ausbezahlt werden“, so Sauerzapf.

„Einen Sachkostenzuschlag von 1,00 Euro pro Kind und Betreuungsstunde soll es ab 2019 schließlich für die Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen geben“, erklärt der Brühler CDU-Kreisrat Michael Till, der an der Formulierung des gemeinsamen Antrages maßgeblich mitgewirkt hat. Erforderlich ist der Sachkostenzuschlag, weil Kindertagespflege heute nicht mehr nur klassisch im Haushalt einer Tagesmutter durchgeführt wird. Möglich ist Tagespflege auch in der Variante, dass sich mehrere Tagesmütter zusammenschließen und geeignete Räumlichkeiten anmieten, in denen sie gemeinsam Kinderbetreuung anbieten. Seit einigen Jahren gibt es auch Tagespflegemodelle, bei denen ein freier Träger Tagespflegepersonen fest anstellt.

„Sobald für die Ausübung von Tagespflege Räumlichkeiten angemietet werden müssen, entstehen Mietkostenverpflichtungen ohne garantierte Einnahmen, also ein wirtschaftliches Risiko. Um diese Kosten abzufedern bzw. dieses wirtschaftliche Risiko zu minimieren, beantragen wir die Einführung eines Sachkostenzuschlags, um die Tagespflege in anderen geeigneten Räumen attraktiver zu machen und auszubauen“, so Till.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, dass der Rhein-Neckar-Kreis in Sachen Familienfreundlichkeit zum Vorbild in Baden-Württemberg wird und andere Stadt- und Landkreise sich unserem Vorgehen anschließen. Bestandteil unseres Antrages ist daher auch die Bitte an Landrat Stefan Dallinger, dass dieser über den Landkreistag und im Kreise seiner Landratskollegen dafür wirbt, dass die anderen Kreise ihre laufende Geldleistung entsprechend erhöhen“, so Bruno Sauerzapf und Ralf Göck unisono.

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