Sandhäuser Stolperstein-Initiative:
Den Nummern die Namen zurückgeben

Stolperstein-Initiative organisierte Videokonferenz mit Sohn einer emigrierten Sandhäuser Jüdin.

8396 - Stolperstein 2 (27.1.17) „You can not annul the past.“ – Du kannst die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, erklärte Jim Gutheim, der als Nachfahre der Sandhäuser Jüdin Johanna Wahl, gemeinsam mit seinen Eltern dem Holocaust entkommen konnte. Bei einer Videokonferenz der Stolperstein-Initiative am 23. Januar 2017 konnte nun ein erster persönlicher Kontakt zu ihm aufgebaut werden. Geplant ist ein mehrtägiger Aufenthalt Gutheims, dem einzigen Kind Johanna Wahls, im Rahmen der Stolperstein-Verlegung am 26.4.2017 zum Gedenken an seine Familie.

8396 - Stolperstein 11939 wurde Ruben Jimmy Gutheim in Frankfurt geboren. Den Plan seiner Eltern nach Amerika auszuwandern, setzte seine Mutter Johanna bereits 6 Monate später um. Die Flucht führte sie zunächst nach England. Sein Vater, Max Gutheim, folgte nach seiner Entlassung aus dem KZ Buchenwald. Der Lagerleiter, ein ehemaliger Freund, hatte seine Entlassungspapiere unterschrieben. – 2 Wochen später wäre eine Flucht nach England nicht mehr möglich gewesen. In England wurde Max Gutheim erneut inhaftiert, da man ihn für einen Spion hielt. Über Kanada nach San Francisco gelang der Familie schließlich die Flucht in die USA. Eine Arbeitsstelle in L.A., wo Jim Gutheim noch immer mit seiner Frau Lynne wohnt, beendete die monatelange Odyssee.

„Es ist wie in einem Film.“, beschrieb Jim Gutheim seine Gefühle angesichts der Tatsache der derzeit einzige Nachfahre der einst in Sandhausen lebenden Juden zu sein und diese offiziell zu repräsentieren. Sehr geehrt und dankbar sei er für das Projekt, von dem er bisher keine konkrete Vorstellung gehabt hätte. Zudem räumte er ein, dass seine Eltern nicht viel über die Zeit der Verfolgung erzählt hätten, sondern die Informationen eher nach und nach ans Licht kamen.

„Es stimmt mich nachdenklich“, äußerte FEG-Schülerin Hannah, „dass nicht nur Menschen von hier zu diesem Thema geschwiegen haben, sondern auch die Überlebenden selbst“. Eine Lücke, die nun geschlossen werden soll. Die Motivation der Sandhäuser Stolperstein-Initiative sich mit dem Schicksal der Sandhäuser Juden zu befassen, sei neben Neugier zur Sandhäuser Geschichte, den Menschen, die man zu Nummer machte, ihre Namen zurückzugeben und die Erinnerung an die ehemaligen Nachbarn wachzuhalten

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