Zoo Heidelberg bietet Zimmerservice der besonderen Art: Frühjahrsputz

„Unterstützung für junge Familien mit Kinderwunsch“ wäre ein passendes Leitmotto für die freiwilligen Helfer im Zoo Heidelberg gewesen, die mit Leitern, kleinen Besen und einer Schubkarre einen außergewöhnlichen Rundgang im Zoo unternahmen. Ihr Blick fiel dabei dieses Mal nicht auf die Tiere in den Gehegen, sondern auf die zahlreichen Bäume der Parkanlage.

4829 - NistkastenNicole Bruslund, die Koordinatorin der Freiwilligen Zoo-Helfer, hatte zum Aktionstag aufgerufen. „Im Zoo gibt es weitaus mehr Tiere, als wir in unserer Auflistung nennen können. Jeden Sommer haben wir zahlreiche Sommergäste in den Nistkästen.“ verrät die engagierte Zoo-Mitarbeiterin, die sich über die große Beteiligung an den Aktionstagen freute. „Als wir uns letzten Sonntag erneut an die verschiedenen Nistkästen machten, waren alle schon ganz gespannt, welche interessanten Überraschungen wir dieses Mal entdecken werden.“ berichtet Bruslund und teilt mit, dass die aufgehängten Nistkästen nicht ausschließlich von Zugvögeln genutzt werden „Da hatte beispielsweise ein kleines Nagetier seine Winterration gebunkert.“

Anhand der unterschiedlichen Nestzusammensetzung könne man sogar erkennen, wo genau sich die einzelnen Nistkästen befinden. In der Nähe der großen Vogelvolieren sind die Nester häufig mit bunten weichen Federn ausgekleidet, die direkt aus der Nachbarschaft eingesammelt werden. An anderer Stelle findet man eine Fellausstattung oder eine eher rustikale Variante mit Blattwerk und Ästchen. „Jedes Mal, wenn wieder ein Nistkasten heruntergehoben wurde, waren alle ganz gespannt, wie es darin aussehen würde. So macht Frühjahrsputz Spaß.“ berichtet Bruslund über die Stimmung während der Aktionstage und ruft alle Gartenbesitzer auf, jetzt ebenfalls vorsichtig den Zimmerservice in den eigenen Nistkästen vorzunehmen.

Da die Tiere die gesammelten Utensilien nach Verlassen des Nestes nicht herausnehmen, stockt der nächste Bewohner dann einfach auf. Häufig befinden sich jedoch noch Altlasten im Untermaterial oder es haben sich in der Zwischenzeit Parasiten dort breit gemacht. In manchen Nistkästen ist schon kein Platz mehr für weitere Bewohner und das gesammelte Material verwittert und wird von Maden befallen.

Im Augenblick sind die meisten Nistkästen noch unbewohnt. Wer also im eigenen Garten seinen Gästen einen Gefallen tun möchte, sollte sich jetzt ebenfalls mal die Nistgelegenheiten anschauen und vorsichtig reinigen. Allerdings sollten Gartenbesitzer die Aktion dennoch behutsam angehen und mit möglichen Wintergästen rechnen, die die trockenen Plätze als Winterquartier übernommen haben.

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