Glücksspielboom in Deutschland – hohe Steuereinnahmen für den Staat!

Der Glücksspielboom in Deutschland hält an. Das zeigen die Einnahmen des hiesigen Online-Marktes im dritten Quartal 2022. Wie aus den offiziellen Angaben des Bundesministeriums für Finanzen hervorgeht, beliefen sich die steuerlichen Abgaben aller Branchenakteure im Netz auf 596 Millionen Euro.

Neonroter „Slots“-LED-Schriftzug  

Die hohen Steuereinnahmen basieren mitunter auf den lizensierten Online-Slots. Bildquelle: Quelle / Pixabay

Neue Glücksspielregulierung beflügelt Branche

Das Glücksspiel hatte in den vergangenen Jahrzehnten einen schweren Stand in Deutschland. Seit der gesetzlichen Regulierung, die im Jahr 2008 mit dem ersten Glücksspielstaatsvertrag ihren Anfang fand, durchlebte der hiesige Markt zahlreiche Turbulenzen.

Zunächst verfolgte die Politik einen äußerst restriktiven Ansatz, der ein staatliches Monopol zufolge hatte. Über die Jahre weichte der Gesetzgeber zwar zunehmend von seiner restriktiven Haltung ab, klare und vor allem zeitgemäße Spielregeln blieben jedoch lange ein Wunschtraum. Besonders das aufstrebende Online-Glücksspiel wurde lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt. Erst als Schleswig-Holstein im Jahr 2012 ein Alleingang wagte, konnten Spieler in der Bundesrepublik bei legalen Anbietern zocken.

Es sollte jedoch weitere neun Jahre dauern, ehe der deutsche Glücksspielmarkt mit einem modernen Rechtsrahmen ausgestattet werden sollte. Seit dem 01. Juli 2021 gilt der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV), der eine neue Zeitrechnung für die hiesige Branche eingeläutet hat. So ist das Online-Glücksspiel unter bestimmten Voraussetzungen im gesamten Bundesgebiet legal. Die Spielergemeinde kann heute legal in Online-Casinos zocken, die eine deutsche Lizenz besitzen. Orientierung bei der Anbieterauswahl verschafft dabei das Portal onlinecasinosdeutschland.de.

Der neue GlüStV hat den Glücksspielmarkt in Deutschland beflügelt. Die Nachfrage nach Glücksspielen im Internet wird in ein legales Angebot kanalisiert. Das schafft nicht nur Sicherheit und Vertrauen, sondern stärkt auch den Spieler- und Jugendschutz. Gleichzeitig profitiert auch der Fiskus vom neuen Rechtsrahmen. Das verdeutlichen die Steuereinnahmen des dritten Quartals 2022.

Steuereinnahmen: Anstieg um 15,5 Prozent

Rund 596 Millionen Euro flossen im dritten Quartal 2022 durch die Rennwett- und Lotteriesteuer in den Staatssäckel. Im Vorjahreszeitraum lag die Summe noch bei 516 Millionen Euro – ein Anstieg um 15,5 Prozent.

Das Wachstum des hiesigen Glücksspielmarktes geht mitunter auf die zunehmende Lizenzdichte zurück. Nach etwaigen Anlaufschwierigkeiten hat das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, das bis zum Jahreswechsel noch die Lizenzvergabe für virtuelle Automatenspiele übernimmt, mittlerweile rund 18 Anbieter mit einer entsprechenden Konzessionen ausgestattet. Die Lizenzinhaber stellen insgesamt 29 Online-Casinos, die allesamt legale Online-Slots anbieten.

Allein 123 Millionen Euro zahlten die lizensierten Online-Casinos mit virtuellen Automatenspielen im zurückliegenden Quartal an Steuern. Im Gegensatz zu den Lotterien, die mit 409 Millionen Euro den größten Anteil der Steuersumme auf sich vereinen, mögen die Online-Slots zwar etwas zurückfallen, ihre steigende Relevanz ist jedoch klar erkennbar. Online-Poker und -Sportwetten führten derweil gemeinsam 61 Millionen Euro an den Fiskus ab.

Online-Slots besonders in NRW beliebt

Wie die aus dem Finanzbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, fanden die Online-Slots besonders in Nordrhein-Westfalen großen Anklang zwischen Juli und September 2022. Die lizensierten Anbieter zahlten insgesamt 19,5 Millionen Euro an Steuern im westlichen Bundesland. Auf den Plätzen dahinter rangieren Schleswig-Holstein mit 18,8 und Mecklenburg-Vorpommern mit 1,4 Millionen Euro.

Die Steuereinnahmen in NRW und Schleswig-Holstein lassen die restlichen Bundesländer relativ alt aussehen. Die Differenzen der Summen sind so groß, dass sich die Frage nach den Gründen gestellt werden muss.

NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland in Deutschland. Rund 17,93 Millionen Menschen leben hier. Aus einem rein mathematischen Betrachtungswinkel ist es einfach nur logisch, dass bei einer höheren Bevölkerungsdichte auch eine höhere Nachfrage nach Glücksspielen vorherrscht.

Bei Schleswig-Holstein gestaltet sich die Ursachenforschung dagegen etwas anders. Im nördlichsten Bundesland leben nur 2,9 Millionen Menschen, dennoch war die Nachfrage nach virtuellen Automatenspielen gigantisch. Der Grund: Schleswig-Holstein pflegt bereits seit 2012 eine sehr liberale Beziehung zum Online-Glücksspiel. Viele Einwohner betrachten die digitalen Glücksspiele schon lange als normale Freizeitbeschäftigung.

Steuersatz im Fokus

Die hohen Steuerabgaben sind auf der einen Seite auf die neue Glücksspielregulierung und die hohe Nachfrage zurückzuführen. Auf der anderen Seite ist auch der relativ hohe Steuersatz für die sprudelnden Einnahmen verantwortlich. Seit dem neuen GlüStV gilt bundesweit ein einheitlicher Satz von 5,3 Prozent. Er gilt sowohl für Online-Poker als auch für die virtuellen Automatenspiele.

Der hohe Steuersatz ist bis heute ein Streitthema. Doch gerade im Vorfeld des neuen Rechtsrahmens wurde die steuerliche Handhabung des digitalen Glücksspielmarkts heiß diskutiert. Die Sorge vieler Branchenexperten war groß, dass die Lizenznehmer einfach ihre Auszahlungsquoten (RTP) senken würden, um die hohen Steuerabgaben zu kompensieren.

Dieses Vorgehen würde wiederum einen sehr negativen Dominoeffekt nach sich ziehen. Ein zu niedriger RTP-Wert in den deutschen Online-Casinos könnte viele Spieler dazu verleiten, ihr Glück außerhalb des regulierten Marktes zu versuchen. Dadurch würden nicht nur die Bemühungen um Spieler- und Jugendschutz verpuffen, sondern auch der Schwarzmarkt würde profitieren.

Zum aktuellen Zeitpunkt zeichnet sich noch nicht ab, dass die deutschen Lizenznehmer mit einer Senkung der Auszahlungsquote auf den hohen Steuersatz reagieren. Nichtsdestotrotz steht eine endgültige Bewertung der gesamten Causa noch aus, da das Lizenzverfahren erst vor einigen Monaten ins Rollen gekommen ist. Mit einer wachsenden Anbieterzahl auf dem deutschen Markt steigt auch der Konkurrenzdruck, was wiederum neue Dynamiken hervorbringen kann.

Zukunftsprognose: Steuereinnahmen steigen weiter!

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass das Marktvolumen des hiesigen Glücksspielsektors noch nicht voll ausgeschöpft ist. Der neue GlüStV ist gerade erst geschlüpft. Viele Bereiche, Maßnahmen und Vorstellungen sind noch in der Findungsphase. So nimmt etwa die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder erst zum 01. Januar 2023 ihre Arbeit auf. In der Folge wird die Lizenzvergabe noch weiter an Intensität gewinnen, so dass immer mehr Anbieter auf den Markt strömen werden.

Ab hier ist es dann ein logischer Prozess. Bleibt die Glücksspielnachfrage im Netz weiterhin so hoch und kann diese erfolgreich in den regulierten Markt kanalisiert werden, wird das Angebot entsprechend genutzt. Der Kapitalfluss wird daraufhin unweigerlich steigen. Der große Profiteuer: Bund und Länder.

Wie hoch die Steuereinnahmen in der nächsten Jahren ausfallen werden, kann zwar nicht exakt vorausgesagt werden, allerdings garantiert die wachsende Anbieterzahl höhere Abgaben. Zudem ist das Spielangebot auf dem virtuellen Glücksspielmarkt noch lange nicht komplettiert. Online-Poker kann aktuell nur auf vier Plattformen gespielt werden. Klassische Casinospiele stehen derweil gar nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für Live-Games mit geschultem Personal.

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