125 Jahre Liedertafel – Zeitsplitter #3 – Sängerfest und Fahnenweihe

Unser letzter Zeitsplitter erzählte von der Geschichte unserer Vereinsfahne, die frisch restauriert anlässlich des 55. Jubiläums im Rahmen eines großen Sängerfestes geweiht wurde. Welchen Stellenwert ein solches Fest in der damaligen Zeit für die Bevölkerung Leimens hatte, lässt uns heute staunen. Das Protokoll vom 2.Juni 1951über dieses Fest liefert einen ersten Eindruck:

„Die Bevölkerung zeigte lebhaftes Interesse und so war der kleine Ort Leimen bald in ein Meer von Blumen, Birken, Fahnen und Fähnchen verwandelt und ganz Eifrige haben einen Kranz geflochten und über die Straße gespannt…“

Die Presseberichte sprechen von der „geschlossenen Teilnahme“ der Leimener Vereine. Aus der gesamten Umgebung nahmen mehr als 16 Gesangsvereine an diesem Ereignis mit über 1.000 Sängern teil. Dass die Berichterstattung in der Presse über Leimen in ihrer eher distanzierten Art, ebenfalls Tradition hat, kann man folgendem Artikel über die Veranstaltung entnehmen:

„Und dass die sonst immer etwas zurückhaltenden Leimener diesmal fast ausschließlich von der Festfreude der Sänger erfasst wurden, kann dem MGV Liedertafel als Kompliment gesagt werden, obwohl es weniger ein Kompliment ist als vielmehr der Beweis, dass hier vielleicht zum ersten Mal alle Voraussetzungen für eine große Festveranstaltung erfüllt werden…“

Zum Glück gab es aber auch begeisterte Berichte wie den der RNZ vom 5.Juni 1951,  die da titelt: „Das größte Fest seit 20 Jahren“ und weiter schreibt: „….Der für aktive Sänger und Kunstfreunde interessanteste Teil rollte zweifellos am Sonntagmorgen in der Festhalle ab, die bis auf den letzten Platz besetzt war und somit rd. 3000 Personen aufgenommen hatte…“

Doch was hatten nicht nur die Verantwortlichen, sondern ganz Leimen in der Woche zuvor gebangt. Wollte doch in der Woche vom 27.Mai bis zum Sonnabend 2. Juni der Regen kein Ende nehmen. Kein Wunder, dass dies auch Einzug in den Bericht des Schriftführers fand:

„Unsere Befürchtungen dass unser Fest verregnet, trafen nicht ein, obwohl es die ganze Woche geregnet hat. Am Sonnabend klärte sich der Himmel auf und die gefährlichen Wolken waren in der Mittagsstunde schon verschwunden….“

So hatte am Ende der Wettergott ein Einsehen mit den Liedertafel Sängern und das 3-tägige Fest konnte bei heiterem Sonnenschein stattfinden. Sichtlich erleichtert konnte der Schriftführer am 3.Juni festhalten: “…es herrschte eine wundervolle Stimmung überall, zumal uns der Wettergott nicht im Stich gelassen hat. Das Sprichwort: “Wie der Freitag sich zeigt, so der Sonntag sich neigt.“ fand keine Zustimmung. Es war unser Glück! …“

Und am Montag den 4.Juni wurde voll Freude vermerkt: „auch der Montag brachte uns ein volles Zelt und unser Fest fand einen harmonischen Ausklang. Der Kassenerfolg war so groß, dass der arme Kassier Tag und Nacht das Geld zählen musste“. Nun, zu so einer Sonderschicht würde sich heute mancher Kassier sogar freiwillig melden.

RK


Teil 1 der Zeitsplitter finden Sie hier

Teil 2 der Zeitsplitter finden Sie hier

Teil 3 der Zeitsplitter finden Sie hier


 

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