25 Jahre Grün-Alternative Liste Leimen – Die Laudatio von Bruno Sauerzapf (CDU)

Begrüßung durch den Vorsitzenden Michael Reinig

Zu einer Jubiläumsveranstaltung anläßich des 25-jährigen Bestehens der GALL hatte diese in das Leimener Restaurant Fody’s am Bäderpark eingeladen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Michael Reinig wurden Grußworte gesprochen, so von Bruno Sauerzapf, Erster Bürgermeister a. D., Ulrike Eckl für die CDU, Peter Sandner für die SPD und Klaus Feuchter für die FDP, ebenso ein Mitglied des Vorstandes der Grünen im Rhein-Kreis und Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Baden-Württemberg.

Als Fraktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion Rhein-Neckar und ehemaliger Erster Bürgermeister der Stadt Leimen sprach Bruno Sauerzapf nachfolgendes Grußwort:

Leimens Ehrenbürger und Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion Bruno Sauerzapf bei seiner Laudatio

„Die Grün-Alternative Liste Leimen hat das Erwachsenenalter erreicht, daher sind 25 Jahre GALL ein besonderes Jubiläum. Allerdings waren bzw. sind die damals ersten Grünen das heutige Fossil Ralf Frühwirt und Hans-Joachim Schmitz, bereits 10 Jahre früher, nämlich seit 1984, im Gemeinderat der Stadt Leimen vertreten. Der Kollege Siegward Jäkel kam erst 1987 hinzu. Die Grünen erreichten 1984 auf Anhieb 10 % und zwei der insgesamt 26 Sitze im Gemeinderat. Leimen zählte damals knapp über 17.000 Einwohner und Bürgermeister war Herbert Ehrbar, zu dem die GRÜNEN – gelinde gesagt – ein ganz besonderes Verhältnis hatten.

10 Jahre später hat sich die Grün-Alternative Liste Leimen im Vorfeld der damaligen Kommunalwahl gebildet, um auch für Bürgerinnen und Bürger, die nicht der grünen Partei angehören, die Kandidatur zu ermöglichen. Ziele waren und sind ökologisch Handeln, Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Nachhaltig beim Umgang mit den Ressourcen, um nur einige wenige zu nennen. Wir Christdemokraten bezeichnen dies als „Bewahrung der Schöpfung“.

Ein Konzept, das – dies muss ich gestehen – aufging. Denn heute zählt die GALL Fraktion 5 Mitglieder bei 26 Gesamtsitzen – eine erstaunliche Aufwärtsentwicklung.

Ich selbst habe den Weg dieser heute nicht mehr ganz neuen Wählervereinigung hautnah mit verfolgt. Wir hatten nicht immer, aber doch manchmal sehr unterschiedliche Auffassungen, den Weg der Stadt Leimen betrifft. Aber eines hatten wir gemeinsam: Den Weg der Stadt positiv zu begleiten. Noch ein weiteres haben wir gemeinsam, denn der Vorsitzende Michael Reinig ist über Ecken und Kanten mit mir verwandt.

Rückblickend kann man feststellen, dass die Leimener Geschichte in den letzten 35 bzw. 25 Jahren durch die GALL mitgestaltet wurde. Prägende Persönlichkeit war und ist Ralf Frühwirt. Mit dem Kollegen in der GALL-Fraktion hatte ich einige teilweise heftige Wortgefechte in den Sitzungen des Gemeinderats geführt. Aber so, dass wir uns nie persönlich angegriffen haben, sondern jeder hatte Achtung und Respekt vor der Meinung des anderen. Mittlerweile hat sich ein freundschaftliches Verhältnis mit Ralf ausgebildet, was uns natürlich nicht daran hindert, im Kreistag zu manchen Fragen uns kontrovers auszutauschen. Aber das ist bekanntlich, die Würze in der Kommunalpolitik.

Unsere Gesellschaft ist weiterhin im Umbruch. Arbeit und Freizeit unterliegen anderen Maßstäben als noch vor dreißig oder zwanzig Jahren. PC, Tablets und Smartphons sind heute unverzichtbar. Das Informationszeitalter ist in vollem Gange. Die politischen Antworten der Parteien auf die gesellschaftlichen Fragen der Vergangenheit mögen oft zutreffend gewesen sein. Ihre Antworten auf die Fragen der Gegenwart und der Zukunft stehen in vielen Bereichen noch aus. In den nächsten Jahren müssen wir als Demokraten Antworten auf die künftigen Herausforderungen geben, die sich besonders in der Kommunalpolitik zeigen:

• Wie wirkt sich der demografische Wandel auch auf unsere Stadt und den Rhein-Neckar-Kreis aus?
• Wie müssen unsere sozialen Einrichtungen insbesondere für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger verändert werden?
• Welche Herausforderungen bei der Betreuung der Kinder sind zu bewältigen?
• Wie werden sich die Veränderungen der Mobilität auf Leimen auswirken?
• Wie muss das Mobilitätskonzept der Zukunft aussehen?
• Wie soll sich Leimen städtebaulich entwickeln?
• Wie wird der Leimener Stadtkern gestaltet?
Alles Zukunftsaufgaben, die angepackt werden müssen.

Auch bundespolitisch gibt es viele Herausforderungen. Denn angesichts des raschen wirtschaftlich-technischen, demografischen und gesellschaftlichen Wandels sowie der bleibenden Aufgabe, Freiheit und Frieden zu sichern, den Rechtspopulismus wirksam zu bekämpfen, und die strukturellen und sozialen Herausforderungen zu bewältigen, das Informationszeitalter zu gestalten ist ein Grundkonsens aller demokratischen Parteien heute wichtiger denn je.

Dies gilt für den Wertebezug unserer Innen- und Außenpolitik genauso wie für die Verpflichtung, bei allem Streit in der Sache bei den gemeinsamen Grundsätzen zu bleiben. Ich zitiere einen Politiker der SPD, den ich persönlich hochachte. Er sagte, wenn man ganz bewusst über den Tellerrand des eigenen politischen Vereins, Partei genannt, hinausschaue, sehe man, dass es Zeit sei, zu einer fortlaufenden, besseren Abstimmung der entscheidenden Kräfte zu kommen. „…erst kommt das Land, dann kommt die Partei.“ sagte Willy Brandt einst wörtlich. Das muss für uns Demokraten gelten.

Mit Entschiedenheit müssen wir uns gegen immer mehr zu Tage tretendem Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit wenden. Es gehört zur Tradition und zum Selbstverständnis Demokratie, dass Menschen aus den verschiedensten Nationen in unserer Mitte ihren Platz finden und bei uns integriert leben können. Voraussetzung dabei ist auch, dass sie sich integrieren wollen. Gemeinsam müssen wir uns dagegen wehren, dass die Geschichte durch rechtsradikales Denken sich wiederholt und umgekehrt wird.

Bei diesen im Interesse unseres Gemeinwesens wichtigsten Aufgaben müssen alle demokratischen Kräfte zusammenwirken, um auch unsere Zukunft als pluralistischer Demokratie gestalten zu können.

Und so wünsche der Grün-Alternative Liste Leimen auch für die nächsten 25 Jahre alles Gute und bedanke mich für die bisherige zwar manchmal kontroverse aber trotzdem gute und gemeindedienliche Zusammenarbeit.“

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