Die Nonne siegte, dere Dino staunte –
Fasnacht auf dem Diljemer Wochenmarkt
(fwu – 18.2.26) In St. Ilgen konnte man am „Schmutzigen Donnerstag“ nicht nur Kartoffeln kaufen. Man konnte auch einer Nonne begegnen, die am Ende einen Einkaufsgutschein gewann. Das war kein theologisches Wunder. Das war Fastnacht auf dem „Diljemer Wochenmarkt“.
Und diesmal war es voll. Richtig voll. Der Platz rund um die Alte Fabrik war so gut besucht wie selten. Zwischen Marktständen, Narrenkappen und Waffeleisen musste man sich seinen Weg suchen. Der Markt zog. Und er hielt die Leute.
Seit Oktober 2024 gibt es ihn unter dem Motto „Geh nicht fort, kauf hier am Ort“. Inzwischen blieben die Besucher auch. Der Wochenmarkt entwickelte sich immer mehr zum gemütlichen Treffpunkt. Wenn sich an einem Stand eine Schlange bildete, wurde nicht gedrängelt. Man wechselte einfach den Standort. Erst ein Aperol Spritz. Oder ein Bierchen. Ein Schwätzchen später war die Reihe kürzer. So griff eines ins andere. Genau das machte den Nachmittagsmarkt aus.
Nonne vor Putzfrau – mit Applaus
Mit Hilfe des Karnevalclubs „Frösche“ wurde aus dem Wochenmarkt ein närrischer. Die Idee einer Kostümprämierung hatte Stadtteilvorsitzende Helga Bender schon länger. In diesem Jahr setzte sie sie um. Vorher wurde kräftig geworben.
Die Resonanz konnte sich sehen lassen. Vom Kind bis zur Seniorengeneration kamen viele verkleidet. Manche mit kompletter Ausstattung, andere mit kreativer Improvisation. Die Jury um Sitzungspräsident Stefan Riemensperger, begleitet von Elferräten und Ehrensenatspräsidentin Elke Herd, machte zweimal die Runde über das Gelände.
Am Ende gewann Angelika Knebel aus St. Ilgen mit ihrem Nonnenkostüm den ersten Platz. Viel Applaus, viel Gelächter. Sie erhielt einen Einkaufsgutschein für den Wochenmarkt. Zweite wurde Viola Fähnrich aus Leimen als Putzfrau. Den dritten Platz holte sich Heidi Hutzler von der Awo St. Ilgen als trauernde Witwe. Alle drei bekamen eine Flasche Sekt und den aktuellen Jahresorden der „Frösche“. Das Kampagnenmotto lautete: „Ein Plausch, ein Wein – so schön kann’s in Dilje auf dem Wochenmarkt sein!“ Treffender ging es kaum. Zusätzlich wurden die Gewinner zu einem kleinen Einkauf an den Marktständen eingeladen. Praktischer ließ sich Fastnacht kaum feiern.
Ein Dinosaurier mit Orden
Bei den Kindern setzte sich Samuel Pfrommer im Dinosaurierkostüm durch. Sein Preis war freier Eintritt zum Kinderfasching des Fördervereins der St. Ilgener Feuerwehr in der Kurpfalzhalle. Der „Frösche“-Orden kam obendrauf. Ein Dino mit Orden sorgte für Eindruck – mindestens bis Ostern.
Waffeln für Trikots und Tore
Parallel dazu organisierte die Handballabteilung „Beach Boyz“ unter dem Dach des TTC Kurpfalz St. Ilgen erstmals einen Waffelverkauf. Der Erlös floss in die Jugend, zu den „Beach Kidz“, sowie in die neu gegründete Ballschule.
Die Ballschule fand freitags von 15 bis 16 Uhr in der Kurpfalzhalle statt. Kinder ab fünf Jahren lernten dort spielerisch den Umgang mit Ball und Handball. Trainer Sebastian Stripf wünschte sich Trikots, Tore für die Halle und Unterstützung im Training.
Die Idee zum Waffelstand entstand eine Woche zuvor. Lisa Pfrommer stand mit fünf weiteren Müttern rund drei Stunden am Eisen. Verkauft wurden Waffeln mit Puderzucker oder als „Faschingswaffeln“ mit Sahne und bunten Streuseln. Für kleines Geld. Mit großem Einsatz. Wer meinte, das sei nebenbei erledigt, durfte gern einmal selbst drei Stunden durchbacken.
Heute ist Aschermittwoch, morgen Diljemer Markt!
Aschermittwoch. Die Narrenkappen wandern zurück ins Regal. Die Orden klimpern noch kurz beim Wegräumen. Wer also ein kleines Stimmungstief verspürt, weil die närrischen Tage vorbei sind, findet sein Gegenmittel auf dem Platz vor der Alten Fabrik. Ein Aperol Spritz. Ein Bier. Ein Gespräch über die besten Kostüme. Über verpasste Punkte. Über alles Mögliche.
Denn der Markt bleibt. In jeder Jahreszeit. Nicht nur in der Närrischen.
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