Allein gefunden heißt nicht verlassen: Was bei Jungvögeln, Feldhasen und Rehkitzen gilt
(ttt – 7.5.26) Wenn die Temperaturen steigen, zieht es viele Menschen wieder nach draußen. Gerade im Frühling gibt es in der Natur viel zu entdecken. Manchmal sitzt da plötzlich ein kleiner Vogel am Boden. Oder ein junges Tier liegt scheinbar allein im Gras.
Beim Tom-Tatze-Tierheim gehen in dieser Zeit wieder mehr Anrufe ein. Menschen melden sich, weil sie ein junges Wildtier gefunden haben und helfen möchten. Oft steckt dahinter ein guter Gedanke. Doch gut gemeint ist in der Natur nicht immer gut gemacht.
Viele Tiere, die verlassen wirken, sind es nicht.
Jungvögel müssen raus aus dem Nest

Ein junger Vogel wirkt oft hilflos, wird aber meist noch von seinen Eltern versorgt. Foto: Tom-Tatze-Tierheim
Viele Jungvögel verlassen ihr Nest, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Sie sehen dann unbeholfen aus, sitzen am Boden, rufen laut und wirken auf den ersten Blick hilflos. In den meisten Fällen sind die Eltern aber ganz in der Nähe. Sie versorgen ihre Jungen weiter, auch wenn diese nicht mehr im Nest sitzen.
Der Grund ist schlicht: Wenn die Vogelbabys wachsen, wird das Nest zu eng. Die Jungtiere brauchen Platz, um sich zu bewegen. Sie fallen aus dem Nest oder verlassen es selbst. Danach beginnt eine Phase am Boden. Erst laufen sie, dann hüpfen sie. Dabei machen sie ihre ersten Flugversuche. Jungvögel müssen aus dem Nest, um fliegen zu lernen.
Was tun, wenn ein Jungvogel auf dem Weg sitzt?
Wer einen jungen Vogel findet, der geschwächt wirkt, sollte ihn nicht mit nach Hause nehmen. Besser ist es, ihn in ein nahegelegenes Gebüsch zu setzen. Dort kann er weiter rufen und mit seinen Eltern in Kontakt bleiben. Dasselbe gilt, wenn ein Jungvogel mitten auf einem Weg oder sogar auf der Straße sitzt. Dann darf man ihn vorsichtig aufnehmen und in unmittelbarer Nähe in ein Gebüsch oder auf die unteren Zweige eines Baumes setzen. Wichtig ist: nicht weit wegbringen. Die Eltern suchen ihr Junges in der Umgebung.
Feldhäschen und Rehkitze nicht anfassen
Bei Säugetieren wie Feldhäschen oder Rehkitzen gilt eine noch klarere Regel: nicht anfassen. Diese Jungtiere werden von ihren Eltern oft mehrere Stunden allein gelassen. Das ist normal. Sie liegen ruhig da und warten. Wer sie berührt oder mitnimmt, greift in einen Ablauf ein, der meist keiner Hilfe bedarf. Nur wenn ein Tier offensichtlich verletzt ist, sollte man handeln und fachkundige Hilfe holen.
Mit Bedacht durch die Natur
Das Tom-Tatze-Tierheim bittet Spaziergängerinnen und Spaziergänger, bei gefundenen Jungtieren ruhig zu bleiben und genau hinzusehen. Nicht jedes Tier am Boden ist in Not. Nicht jedes Rufen bedeutet, dass Hilfe gebraucht wird. Wer unsicher ist, kann sich Rat holen, bevor er ein Tier anfasst oder mitnimmt. Das erspart Wildtieren Stress und verhindert, dass Jungtiere unnötig von ihren Eltern getrennt werden.
Das Team vom Tom-Tatze-Tierheim wünscht allen eine schöne Frühlingszeit in der Natur.
Termin: Sommerfest im Tom-Tatze-Tierheim
Schon jetzt vormerken: Am Sonntag, 21.06., findet von 11 bis 17 Uhr das Sommerfest mit Bücherflohmarkt und Livemusik im Tom-Tatze-Tierheim statt.
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