Leimener Wichtelpfad eröffnet – Über 120 Stationen warten auf Besucher
(fwu – 11.5.26) Samstagvormittag am Waldsportplatz in Leimen. Wer sonst nur das Rascheln der Blätter hört, brauchte an diesem Tag gute Nerven oder Ohrenschützer. Hunderte Kinder wuselten umher, die Saisoneröffnung des Wichtelpfads stand an. Mittendrin: Oberbürgermeister John Ehret.
Gaby Schlenker und Yvonne Blesch, die beiden Initiatorinnen, standen am Rand und staunten wohl selbst ein bisschen über den Trubel. Vor ein paar Jahren hatten sie eine simple Idee. Sie wollten ihre Kinder dazu kriegen, beim Spaziergang nicht alle fünf Minuten zu fragen: „Wann sind wir endlich da?“. Also versteckten sie kleine Wichteltüren an den Bäumen. Heute ist daraus ein handfester Rundweg geworden, den ganz Leimen und die Region kennt und der bereits bundesweit Nachahmer gefunden hat.
Kugelbahnen und eine Rockband aus Holz
Wer den Weg heute läuft, findet keine lieblosen Plastikfiguren. Hier haben Schulklassen und Vereine gewerkelt. Jede Station ist Handarbeit. Es gibt Fußballplätze im Miniaturformat, Yoga-Wichtel und sogar ein Schwimmbad. Der Wald wird hier zur Baustelle der Fantasie.
Zwei Männer haben in den letzten zwei Monaten besonders viel geschuftet: Förster Markus Reinhard und Gerhard Mayer. In Rekordzeit zimmerten sie fünf neue Kugelbahnen aus dem Holz.
Und wer es laut mag, bleibt an der neuen Konzertbühne stehen. Dort spielt jetzt „Wichtallica“. Die Wichtel-Rockband aus Holz ist der neue Renner auf der Strecke. Sogar eine eigene Wichtel-Redaktion fand sich ganz oben am Pfad an Baum 370.
Stockbrot und Bingo-Taschen
An der Eröffnung ging es aber nicht nur ums Gucken. Am Sternenhäuschen glühte die Kohle für das Stockbrot. Es gab Äpfel und spezielles Wichteleis für die Wanderer. Die Stadt hat sich ebenfalls eingeklinkt: Die Wirtschaftsförderung verteilte „Wichtelpfad-Taschen“ an die Kinder. Darin steckt das neue Wichtelbingo – ein Suchspiel, das die Kleinen dazu bringt, nach Steinen, besonderen Blättern oder Waldfrüchten zu suchen. Wer sucht, der wandert – und vergisst das Quengeln.
Ein besonderer Gast arbeitete direkt am lebenden Objekt: Kettensägenkünstler Michael Reichert. Er schnitzte live vor den Augen der Besucher aus einem massiven Holzblock eine neue Figur für den Pfad. Das kreischende Geräusch der Säge mischte sich mit dem Lachen der Kinder. Der Wichtelpfad wächst weiter, Stück für Stück, von Hand gemacht.
Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=202979













































