Am Wochenende: „Hopfe zopfe, Schdiel draalosse, wers net koo, solls bleiwelosse“

Brauhandwerk: Hopfenernte wie anno dazumal – Traditionelle Hopfenernte und Hopfenfest in Sandhausen am 1. und 2. September – Die Gemeinde, der MGV und die Braumanufaktur Welde laden zum „Hopfezopfe“ ein.
 
Am ersten Septemberwochenende 2018 wird der Hopfen vom einzigen ehrenamtlich betriebenen Hopfenfeld der Rhein-Neckar-Region wieder von Hand geerntet. In der Hopfengemeinde Sandhausen dreht sich dann erneut alles um Handwerk, Handarbeit und Tradition – und um Genuss. Bereits zum 14. Mal kommen ehemalige Hopfenbauern, die Mitglieder des örtlichen Männergesangvereins MGV Germania und zahlreiche ehrenamtliche Helfer zu einem mittlerweile seltenen Handwerk zusammen: zum „Hopfezopfe“, der Doldenernte von Hand. Gleichzeitig findet das jährliche Hopfenfest auf dem Sandhäuser Festplatz am Rathaus statt. Eröffnet wird das Fest mit einem Fassbieranstich am 1. September um 11.30 Uhr. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, dabei zu sein – und gern auch beim Abzupfen der Hopfendolden zu helfen!
 
Wie jedes Jahr freut sich Welde-Chef Dr. Hans Spielmann auf die regionale Ernte: „Wir sind stolz darauf, dass wir als einzige Brauerei seit so vielen Jahren den guten Aromahopfen aus Sandhausen für unser Welde No1 Slow Beer Pils nutzen dürfen.“ Die Aromahopfen werden weltweit für die Herstellung von Bieren immer beliebter, in den USA verwenden die Brauer mittlerweile mehr Aroma- als Bitterhopfen.
 
„Hopfe zopfe, Schdiel draalosse, wers net koo, solls bleiwelosse“

Im Rahmen des Hopfenfestes werden bei Musik, Brotzeit und WeldeBier die Hopfendolden vorsichtig von den langen Ranken abgezupft. Aber Achtung: bei den dieses Jahr eher kleinen Dolden muss ein kleiner Stiel an der Dolde verbleiben! Sonst kann das feine Blütengebilde zerstört werden. Das Abzupfen der Hopfendolden erfordert deshalb viel Fingerspitzengefühl. Das wissen die vielen Mitglieder des MGV Germania 1869 am allerbesten, sind viele von ihnen doch selbst Hopfenbauern gewesen. Sie kümmern sich mit großem Engagement in Sandhausen um das vier Ar kleine Hopfenfeld der Region. Viel Arbeit ist das, denn der Hopfen braucht eine Menge Pflege. In diesem Jahr fällt die Ernte wohl auch in Sandhausen geringer aus, da das heiße und trockene Wetter auch dem hiesigen Hopfen das Wachsen erschwerte. Die von Hand gezupften Hopfendolden werden bei Welde naturbelassen dem Bier-Sud zugefügt. „Das ist für uns eine einzigartige Möglichkeit, fernab der großen Hopfenanbaugebiete ein echtes Grünhopfen-Pils zu brauen“, erklärt Welde-Braumeister Stephan Dück. 
 
Rund um die Ernte und das Fest haben sich die vielen Helfer einiges einfallen lassen. So gibt es an beiden Tagen ab 13 Uhr kulinarische Köstlichkeiten wie „Ochs am Spieß“, echte Hausmacher Bratwurst zum Bier und selbstgebackene Kuchen zum Kaffee. Am Samstagabend lädt ab 18 Uhr Live-Musik alle Helfer und Gäste zum gemeinsamen Feiern ein. 
 
Rechtzeitig zur Sandhäuser Kerwe am zweiten Oktoberwochenende soll das Welde-Bier mit dem regionalen Hopfen fertig sein und nur dort vom Fass gezapft zur Verfügung stehen. Aber die Sandhäuser Hopfenernte wird auch rund 20.000 Kästen Welde No1 Slow Beer Pils ergeben, die ab Mitte Oktober im regionalen Handel verfügbar sind, solange der Vorrat reicht.

Info Sandhäuser Hopfenernte „Hopfezopfe“ und Hopfenfest 2018 
Wo: Festplatz hinter dem Rathaus, Bahnhofstraße/Kleegartenstraße, 69207 Sandhausen (Hopfenfeld: Gottlieb-Daimler-Straße)

Samstag, 1. September 2018 – 09–23 Uhr (Ernte bis 18 Uhr)
Ab 10 Uhr: Welde-Bierspezialitäten, Weine, original Sandhäuser Hausmacher Wurstspezialitäten, Kaffee und Kuchen und mehr, ab 13 Uhr Ochs am Spieß
11.30 Uhr: Feierliche Festeröffnung mit Bieranstich mit Liedvorträgen des MGV.
Ab 18 Uhr: Livemusik
 
Sonntag, 2. September 2018
09–22 Uhr Fest und Ernte, bis alle Ranken abgeerntet sind
9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst auf dem Festplatz
Ab 10 Uhr „Frühschoppen“
Ab 13 Uhr: Ochs am Spieß, Kaffee und Kuchen
Ab 16 Uhr Liedvorträge des MGV Germania Sandhausen
 
Hopfenernte 

Die Rhein-Neckar-Region und besonders Schwetzingen und Sandhausen zählten früher wegen des vielfach sandigen Bodens zu den bedeutenden Hopfenanbaugebieten in Deutschland. Nach einer über 300-jährigen Tradition wurde 1995 in dem kleinen nordbadischen Ort Sandhausen die letzte „reguläre“ Hopfenernte der Region eingefahren. Heute gedeiht Hopfen in den deutschen Anbaugebieten Hallertau, Tettnang, Elbe-Saale und Spalt. Übrigens: würde man in allen deutschen Hopfenanbaugebieten den Hopfen noch von Hand pflücken, wären 200.000 und mehr Hopfenzupfer nötig. Ein normaler Hopfenbauer müsste 120 Erntehelfer einstellen, um seine meist um die 13 Hektar großen Hopfenfelder in zwanzig Tagen abzuernten. Heute schafft eine Hopfenpflückmaschine das ganze Pensum mit gerade einmal fünf Arbeitskräften in wesentlich kürzerer Zeit.

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