Anhaltende Trockenheit:
Sogar Birken müssen diese Jahr gegossen werden

In den letzten Jahren fallen einem immer wieder die traurigen kahlen Überreste von abgestorbenen Birken auf. Grassiert eine Birkenkrankheit oder woran liegt das?

Dank ihres schwarz-weißen Stammes mit der abrollenden Rinde lassen sich Birken gut von anderen Gehölzen unterscheiden. Die Birke ist ein Pionierbaum. Sie verträgt verschiedenste Umweltbedingungen und besiedelt auch Standorte, die für andere Baumarten zu mager sind. Sie stellt kaum Ansprüche an den Boden und verträgt die pralle Sonne. Wie alle Pionierbaumarten besiedelt sie karge Standorte oder neue Landflächen zuerst. Durch ihre kurze Lebensspanne von maximal 120 Jahren lösen im Lauf der Zeit andere Baumarten die Birken am Standort ab. Diese nutzen den vorbereiteten Boden und den Schatten unter den Birken zu ihrem Vorteil.

Birken brauchen viel Licht und vertragen keine länger andauernden Trockenphasen. Wenn nun z.B. eine Birke in einem Gebüschstreifen entlang einer Straße gepflanzt wurde, so wächst die Birke gut, solang die Büsche und anderen Bäume klein sind. Wenn diese große werden, so kann die Birke der Konkurrenz um Sonnenlicht und Wasser nicht mehr standhalten und stirbt ab. Das ist eine natürliche Verdrängung der Birke durch andere Baumarten.

Immer mehr sieht man allerdings allein stehende Birken an sonnigen Sandorten, die kahl werden und absterben. Hier setzt den Birken der Trockenstress der letzten Jahre zu. Gerade die sandigen Böden der Rheinebene können nicht genügend Wasser speichern, um noch Reserven in Trockenphasen zu bieten. Die Birken halten ihr Wachstum in diesen Phasen nur schwer aufrecht und sind nicht in der Lage genügend Reservestoffe aufzubauen und einzulagern. Langfristig reicht das nicht zum Überleben. Es dauert zwar einige Jahre, aber irgendwann gibt der Baum auf. Die betroffenen Birken sterben auf Raten. Abhilfe schafft hier nur das regelmäßige Gießen des Baumes bei andauernder Trockenheit. Da Birken Flachwurzler sind, aber ein breites Wurzelwerk haben, ist es günstig, einen großen Bereich um den Stamm z.B. mit dem Rasensprenger zu bewässern. Auch muss geprüft werden, ob z.B. andere Bäume die Birke zu sehr schattieren und diese eventuell zurück schneiden.

Ökologisch sind Birken bedeutsam, da sie für viele Tier- und Pflanzenarten ein wichtiger Lebensraum ist. Zahlreiche Schmetterlinge legen ihre Eier auf die Blätter. Als häufiger Gast tauchen Fliegenpilze im Wurzelbereich auf. Sie leben symbiotisch als „Mykorrhizapilz“ mit dem Baum zusammen und liefern ihm Nährstoffe.

Tipps für die Pflege:

Eine Birke muss eigentlich nicht geschnitten werden. Dennoch kann gelegentlich ein Pflege- oder Formschnitt notwendig sein. Dabei ist zwingend zu beachten, dass Schnittstellen mit einem Durchmesser von 2 cm und mehr mit einer Wundschlusspaste verschlossen werden müssen, da Birken sehr stark ausbluten.

Nur bei jungen Birken darf der Leittrieb gekürzt werden. Wer bei einem alten Baum den Leitstamm kappt, bewirkt meistens ein Absterben des Baumes.

Wer also eine Birke in der Rheinebene erhalten will, sollte auf ausreichend Licht und auf gute Bewässerung in Trockenphasen achten.

C. Kienle


https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/unser-tipp-im-maerz-unsere-heimische-birke/

https://www.baumpflegeportal.de/baumkrankheiten-schaedlinge/klimawandel-im-blick-das-birkensterben/

https://www.gartenjournal.net/birke-flachwurzler

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