Aufforstung durch fliegenden Fachmann – Bevölkerung um Mithilfe gebeten

(fwu – 18.10.22) Während der gemeinderätlichen Waldbegehung am letzten Samstag (Bericht hier) informierte der Leimener Revierförster Markus Reinhard auch darüber, dass dieses Jahr ein sogenanntes „Mastjahr“ sei und erläuterte, dass Waldbäume nicht jedes Jahr gleich viele Früchte tragen. Jahre, in denen Kastanien, Eicheln und Bucheckern im Überfluss vorhanden sind, nennt man Mastjahre. Der Name stammt aus früheren Zeiten, als die Bauern ihre Schweine in Wäldern hielten. In Jahren mit vielen Früchten fanden die Schweine mehr Futter, woraus der Begriff „Mastjahr“ entstand.

Allerdings liegen die Kastanien, Eicheln und Bucheckern naturgemäß unter ihren jeweiligen Bäumen und ihre räumliche Verbreitung ist daher langsam. Mäuse und Wildschweine fressen sehr viele der Früchte auf und andere werden durch Würmer geschädigt. 

Aufgrund des  Klimawandels gehen Forstfachleute davon aus, dass sich der bisherige in der Rheinebende oft anzutreffende Nadelwald in einen mediterran-ähnlichen Laub-Mischwald mit einem starken Roteichen-Anteil verwandeln wird. Um dies zu beschleunigen, müssen die Eicheln schneller verbreitet werden. Dabei halfen zwar die Gemeinderäte am Samstag zwar schon tatkräftig mit, allerdings gäbe es dabei noch fleißigere und effektivere Helfer, so Förster Reinwald!

Eichelhäher bei der „Arbeit“

Und zwar den Eichelhäher. Dieser lege – wie auch das Eichhörnchen – viele kleine Depots mit Eicheln an, von denen er sich im Winter ernähre. Allerdings „vergesse“ er die Mehrzahl der Verstecke und trage dazu zur Verbreitung der Eicheln bei. Die von ihm gewählten Verstecke zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie besonders geeignete Standorte für Eichen sind. Im Zuge der Evolution und symbiotischen Koexistenz Eiche-Eichelhäher habe sich das so entwickelt. Der Häher sei also der perfekte Helfer für die Forstleute, wenn es darum gehe, künftige Eichenwälder zu entwickeln.

Hierzu stellte Förster Reinhard in den Bereichen, wo sich Eichen verbreiten sollen, sogenannte Hähertische auf. Auf diese werden dann Eicheln gelegt, die hier in etwa 1,5 Metern Höhe vor den Wildschweinen in Sicherheit sind. Der Eichelhäher finde diese Tische in kürzester Zeit, nähme die Eicheln und verstecke sie an besonders geeigneten Stellen. Ein perfekter fliegender Helfer also!

Oberbürgermeister Hans Reinwald und Revierförster Reinwald riefen die Bevölkerung auf, Eicheln zu sammeln und zur markierten Sammelstelle am Rande des Trimm-Dich-Pfades in St. Ilgen zu bringen. Forstmitarbeiter würden sie dann zu den Hähertischen im Revier bringen und die Eichelhäher könnten dann mit ihrer löblichen Arbeit beginnen und den Forst der Zukunft mitgestalten.

Eichelhäher-Bild von Christiane auf Pixabay

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