Austausch über Artenschutz:
Affenpflegertreffen erstmals in Heidelberg

Bei den Vorträgen lauschten Affenpfleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. (Foto: Zoo Heidelberg)
(zoo – 21.5.26) Im Zoo Heidelberg kamen vergangenes Wochenende rund 130 Affenpfleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Anlass war das deutschsprachige Affenpflegertreffen des Berufsverbands der Zootierpfleger (BdZ), das alle zwei Jahre stattfindet. Zum ersten Mal war Heidelberg Gastgeber der Veranstaltung.
Im Mittelpunkt standen Fachvorträge, Diskussionen und der direkte Austausch unter Kollegen. Gesprochen wurde über die Auswilderung von Gorillas, die Arbeit in Auffangstationen in Vietnam und die Haltung verschiedener Primatenarten in zoologischen Einrichtungen. Am Sonntag öffnete der Zoo seine Türen auch hinter den Kulissen: Bei Führungen erhielten die Teilnehmer Einblicke in Arbeitsabläufe und Tierhaltung vor Ort.
„Es war schön zu sehen, wie groß das Interesse am gegenseitigen Austausch ist“, sagt Tierpflegerin Tina Steimer. „Durch solche Treffen erfährt man, wie es mit Tieren weitergeht, die zuvor bei uns gelebt haben. Das macht die eigene Arbeit besonders wertvoll.“
Austausch über Grenzen hinweg

Robert Eisenberg (BdZ) und Anke Jakob (Zoo Heidelberg) sind mit dem Verlauf des Wochenendes sehr zufrieden. (Foto: BdZ)
Die Gespräche drehten sich nicht nur um den Alltag in den Zoos, sondern auch um schwierige Fragen des Artenschutzes. Viele Teilnehmer nutzten das Wochenende, um Erfahrungen weiterzugeben und Kontakte zu pflegen. Zwischen Vorträgen, Führungen und Gesprächen auf den Gängen entstand ein dichtes Netzwerk aus Fachwissen und Praxisberichten.
Eine zentrale Rolle spielte dabei das Artenschutzprojekt WAPCA. Das Projekt wurde 2001 vom Zoo Heidelberg gegründet und bündelt heute die Zusammenarbeit verschiedener europäischer Zoos und Organisationen für den Schutz westafrikanischer Primaten.
Besonders bedroht sind Roloway-Meerkatzen und Weißscheitel-Mangaben. Abholzung der Regenwälder und Wilderei setzen den Beständen stark zu.
4.200 Euro für den Artenschutz
Während des Treffens wurden durch die Versteigerung verschiedener Gegenstände 3.500 Euro gesammelt. Weitere 700 Euro kamen über zusätzliche Spenden zusammen. Die Gesamtsumme von 4.200 Euro geht vollständig an WAPCA und unterstützt den Schutz der Tiere in Westafrika.
„Artenschutz funktioniert nur gemeinsam“, erklärt Anke Jakob. „Gerade solche Treffen helfen dabei, Wissen weiterzugeben, Kontakte zu pflegen und voneinander zu lernen. Im direkten Austausch vor Ort lässt sich auch bei schwierigen Themen gemeinsam nach Lösungen suchen und fachlich diskutieren. Dieser direkte Kontakt ist uns besonders wichtig.“
Der Zoo Heidelberg zieht nach dem Wochenende ein positives Fazit. Für zwei Tage wurde Heidelberg zum Treffpunkt einer Berufsgruppe, die oft im Hintergrund arbeitet – und deren Austausch weit über den Zooalltag hinausreicht.
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