Basketball: Young Guns rutschen auf Platz 3 – Schiedsrichter überfordert

2328 - Young Guns - 1(yg – 24.3.14) Mit allem anderen als guten Voraussetzungen machten sich die Young Guns am Sonntagvormittag auf den Weg nach Freiburg. Denise Rahm musste wegen einer Zahn OP passen. Helena Chatzitheodorou war, ebenso wie Shanine Matz und Lena Frei, im WNBL Viertelfinale bei den Basketgirls Rhein-Neckar als Leistungsträgerin unabkömmlich. Zudem war Ruth Leist die ganze Woche durch eine Virusinfektion außer Gefecht gesetzt und Ulli Fleissner, nach langer Pause, erst seit zwei Wochen wieder im Training. Bangemachen galt jedoch nicht, stand doch das Spitzenspiel gegen den USC Freiburg an.

Die Freiburgerinnen starteten mit einer aggressiven Ganzfeldverteidigung in die Partie, während auf Seiten der Young Guns auf die inzwischen gut funktionierende Zonenverteidigung gesetzt wurde. Die Leimenerinnen brauchten ein paar Minuten um sich auf die aggressive Gangart der Freiburgerinnen einzustellen, dann schenkten sich beide Teams von Beginn an nichts. Um jeden Ball wurde gefightet. Die einzigen, die dabei mehr als überfordert schienen waren die zwei jungen und unerfahrenen Schiedsrichter.

Bereits nach fünf Minuten musste man sich verwundert die Augen reiben, da gegen die Zonenverteidigung der Young Guns bereits 5 Fouls verhängt wurden, während die Ganzfeldpresse Freiburgs in Augen der Schiedsrichter so sauber agierte, dass es ihnen ganze zwei Pfiffe wert war. Freiburg sammelte so einfache Punkte an der Freiwurflinie und das erste Viertel endete mit einem 20:13 Rückstand für die KuSG Leimen.

Im zweiten Viertel entwickelte sich dann ein ansehnliches Spiel auf beiden Seiten, in dem die Freiburgerinnen jedoch immer in Führung blieben. Beide Teams haderten nun mit der unverständlichen Linie der Schiedsrichter, bei der kleinste Kontakte als Fouls gepfiffen wurden, offensichtliches Schubsen und Festhalten der Gegenspielerin beim Rebound aber keinen Pfiff nach sich zog. Die Young Guns kämpften und konnten Mitte des Viertels auf fünf Punkte aufschließen, ließen den USC Freiburg jedoch zur Halbzeitpause wieder auf 14 Punkte enteilen.

Noch einmal alles in die Waagschale werfen war die Devise für die zweite Halbzeit, schließlich ging es um alles und viel schlechter als die Freiburger agierten die Young Guns nicht.

Zwei Dreier von Johnette Walker zu Beginn des dritten Viertels brachten die Young Guns wieder näher an Freiburg heran. Und dann erneut großes Unverständnis. Foulpfiff gegen den USC Freiburg. Der erste Schiedsrichter zeigt jedoch dem Tisch Foul gegen Leimen an. Auf lautstarke Kritik von Trainer Thorsten Schulz korrigiert sich der Schiedsrichter. Der Leimener Trainer hat sich längst abgewendet und ist auf dem Weg zum anderen Ende seiner Auswechselbank, als eben genannter Schiedsrichter ein Technisches Foul gegen ihn verhängt. Ruhige, sachliche Rückfragen nach den Gründen für das „T“ von Kapitän Regine Lüpertz und Thorsten Schulz selbst geht der Schiedsrichter aus dem Weg, in dem er auf die andere Seite des Feldes sprintet und sich weigert mit irgendjemandem zu reden.

Die Freiburgerinnen nutzen diese hitzige Phase und versenken nicht nur eiskalt ihre Freiwürfe, sondern legen auch noch zwei Dreier nach. Die Young Guns geben jedoch nicht auf und versuchen weiter den Rückstand zu reduzieren, gilt es doch zumindest den direkten Vergleich zu sichern (+15 Punkte im Hinspiel). Weitere strittige Entscheidungen später (Ausball nach Korbwurf Leimen, nach kurzer Diskussion entscheiden die Schiedsrichter auf Einwurf Leimen, spontan revidiert der erste Schiedsrichter diese Entscheidung jedoch auf eine 24-Sekunden Shotclock Violation Leimen (bei noch 14 Sekunden Angriffszeit für Leimen auf der Uhr!!!), die zweite Schiedsrichterin macht ihn auf die 14 Sekunden aufmerksam, aber er Überstimmt sie und Freiburg bekommt den Ball) sehen sich die Leimenerinnen allerdings mit einem zwanzig Punkte Rückstand konfrontiert, 64:44.

Mit diesem zwanzig Punkte Rückstand gehen die Young Guns in die letzten zehn Minuten. Die Zuschauer feiern ihre Freiburger Spielerinnen bereits. Und dann passiert genau das, worauf Trainer Thorsten Schulz sein Team das ganze Spiel über eingeschworen hatte, nie aufzugeben und weiter an das zu glauben, was das Team sich in dieser Saison erarbeitet hat und was die Young Guns ausmacht.

In den ersten sechseinhalb Minuten des vierten Viertels gelingt den Freiburgerinnen nur ein einziger Feldkorb. Die Young Guns zeigen ihr Kämpferherz, gewinnen Oberwasser und erzielen in dieser Phase 14:2 Punkte. Beim Stand von 66:58 ist die KuSG auf einmal wieder in Schlagdistanz. Der direkte Vergleich und sogar ein Sieg ist in Reichweite. Das Momentum des Spiels scheint zu Gunsten der Leimenerinnen zu kippen, die Freiburgerinnen agieren hektisch und auf einmal herrscht auch auf Seiten der Zuschauer eine ungewohnte Stille.

Aber wie schon so oft im Verlaufe dieses Spiels haben die Young Guns die Rechnung ohne die Schiedsrichter gemacht. Innerhalb der letzten dreieinhalb Minuten verabschieden sich sowohl Martina Kraus (auf dem Boden liegend beim Kampf um den Ball), als auch Johnette Walker (technisches Foul für eine Diskussion mit sich selbst) mit ihrem fünften Foul.

Die Freiburgerinnen erzielen in diesem Viertel lediglich drei Feldkörbe, aber elf Punkte an der Freiwurflinie, weil insgesamt acht Fouls gegen die Young Guns verhängt werden (davon sechs in der crunchtime obwohl Leimen kein stop-the-clock spielt, dazu kommt es nicht mehr), während Freiburg, trotz weiterhin gespielter Ganzfeldverteidigung, lediglich drei Pfiffe kassiert (diese bereits alle zwischen Minute 32-34). Während die Freiburgerinnen also das Spiel vorne entspannt an der Linie für sich entscheiden, können sie sich hinten schadlos halten und alles in Korbnähe ungeahndet aus dem Weg räumen. Der Run der Leimenerinnen verpufft, der Rückstand erhöht sich bis zum Spielende wieder auf zwanzig Punkte und die Young Guns verabschieden sich aus dem Rennen um die Meisterschaft, die dem USC Freiburg nun wohl nicht mehr zu nehmen ist.

Der Frust nach dem Spiel auf Seiten der Young Guns war verständlicherweise riesengroß. Wurde ihnen doch mit dieser Niederlage und dem zusätzlich verlorenen direkten Vergleich jede Chance auf Platz eins genommen. Die Young Guns gratulieren den Freiburgerinnen, die ein starkes Spiel gezeigt haben, zum Sieg.

Im Leimener Lager fühlt man sich jedoch um ein besseres Ergebnis betrogen und es herrscht absolutes Unverständnis darüber, dass in diesem entscheidenden Spiel um die Meisterschaft die zweite Schiedsrichterin zu ihrem ersten Einsatz in der Regionalliga Damen in dieser Saison kam. Ihre Unsicherheit wurde während des Spieles mehr als deutlich da sie wiederholt, bei dem ebenso unerfahrenen ersten Schiedsrichter, um Rat für ihr Vorgehen bei diversen Spielsituationen fragte. Heute hätten beide Teams, die Zuschauer und auch die Liga eine faire Leitung des Spieles verdient gehabt. Die Young Guns hoffen, dass in Zukunft solch ein Spitzenspiel um die Meisterschaft in der dritten Liga es Wert ist von erfahrenen und souveränen Schiedsrichtern geleitet zu werden, damit kein anderes Team diese Erfahrung machen muss.

Gegen den USC Freiburg spielten: Walker 24 (2 Dreier), Lüpertz 18 (2), Werner 7 (1), Kraus 4, Leist 3 (1), Fleissner 2, Opel 2, Görauch 1 und Agena

Für die Young Guns gilt es nun die Köpfe wieder frei zu bekommen und sich konzentriert auf die noch ausstehenden zwei Spiele vorzubereiten. Bereits am kommenden Samstag den 29.03. stellt sich mit dem MTV Stuttgart der neue Tabellenzweite im Sportpark vor. Mit der gegen Freiburg gezeigten Leistung wird es den Young Guns gelingen sich für die Niederlage im Hinspiel zu revanchieren. Sprungball ist um 18:00 Uhr. Team und Trainer hoffen auf die zahlreiche Unterstützung der Fans.

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