Bei Frühjahrsputz auf Dachboden, Keller oder in der Garage vor Hanta-Virus schützen

(rnk – 17.3.23) Die milder werdenden Temperaturen locken uns nun wieder ins Freie, in den Wald, in den Garten. Auch müssen die verstaubten Gartenmöbel geputzt werden, und vielleicht auch der Dachboden, Keller oder die Garage mal wieder ausgeräumt werden.

Ist Ihnen jedoch beim Besuch der Waldhütte Mäusekot entgegengerollt, oder beim Öffnen des Kellers gar eine winzige Maus entwischt? Insbesondere von April bis September sollten Sie dann an das Hanta-Virus denken, dass durch Mäusekot übertragen werden kann.

Hanta-Viren sind weltweit verbreitet und es existieren zahlreiche Subtypen. Jeder Subtyp hat seinen eigenen speziellen Überträger. Dazu gehören Nagetiere, Spitzmäuse, Maulwürfe und Fledermäuse. In Deutschland ist ein Hanta-Virus-Typ verbreitet, der über die Rötelmaus übertragen wird.

Da sich die Rötelmaus hauptsächlich von Bucheckern ernährt, erhöht sich insbesondere in Buchen-Mastjahren die Rötelmauspopulation, was dann auch die Ansteckungsgefahr erhöht. „Im vergangenen Jahr wurden uns drei Erkrankungsfälle gemeldet, davon ein Fall mit möglicher Exposition im Rhein-Neckar-Kreis. In diesem Jahr wurden uns noch keine neuen Fälle gemeldet, aber die Saison ist noch nicht vorbei“. erläutert Dr. Rainer Schwertz, Leiter des Gesundheitsamts des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist.

Die infizierten Mäuse scheiden die Viren über Speichel, Urin und Kot wieder aus. Außerhalb des Wirts können die Viren mehrere Wochen infektiös bleiben. Aus diesem Grund können die Viren auch ohne einen direkten Kontakt mit der Maus (z.B. Biss) zusammen mit aufgewirbeltem Staub eingeatmet werden, oder über die Schleimhäute (z.B., wenn man die Augen mit den Händen reibt) in den Körper gelangen.

„Häufig verläuft eine Infektion unbemerkt, oder nur mit milden Symptomen“, berichtet Dr. Insi Arp, Ärztin im Infektionsschutz des Gesundheitsamtes.  „Sie kann jedoch auch mit grippeähnlichen Symptomen einhergehen, mit plötzlich einsetzendem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, oder auch mit Übelkeit und/oder Erbrechen. In schweren Fällen können Nierenfunktionsstörungen bis zum Nierenversagen auftreten.“

Wenn Sie den Verdacht haben, erkrankt zu sein, informieren Sie Ihren Hausarzt und besprechen Sie mit ihm das weitere Vorgehen. Eine Impfung oder eine spezielle medikamentöse Therapie gegen Hanta-Viren existiert nicht, aber gegen Fieber oder grippeartigen Schmerzen können entsprechende Medikamente eingenommen werden.

Gefährlich werden können bei den seltenen schweren Verläufen die Nierenfunktionsstörungen, die eventuell eine Dialyse oder intensivmedizinische Behandlung notwendig machen. In der Regel kommt es aber auch hier bei rascher Behandlung zu völliger Genesung.

Nach einer überstandenen Infektion wird eine lebenslange Immunität gegen den Subtyp vermutet. „Das Risiko einer Infektion kann verhindert werden, indem Kontakt zu Nagern sowie deren Ausscheidungen vermieden wird und Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nicht zu befürchten“, erklärt Dr. Schwertz.

Hier sind Tipps, falls Sie Reinigungen im Keller, Dachboden oder Schuppen vornehmen:

  • Ziehen Sie Handschuhe und einen Mund-Nasen-Schutz (FFP2) an.
  • Lüften Sie vor dem Reinigen den Raum für 30 Minuten.
  • Befeuchten Sie die Oberflächen, um das Aufwirbeln von Staub zu vermindern und wischen den Staub anschließend ab.
  • Benutzen Sie keinen Staubsauger.
  • Benetzen Sie Mäusekadaver und Exkremente vor der Entsorgung mit handelsüblichem Desinfektionsmittel.
  • Waschen Sie sich nach dem Reinigen gründlich die Hände und Haare.
  • Waschen Sie Ihre Arbeitskleidung bei 60 Grad Celsius.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig das häusliche Umfeld auf Nager, eventuell kann eine professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll sein.

Mehr Informationen zum Hanta-Virus finden Sie auf der Homepage des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hanta viren – infektionsschutz.de),  auf den Seiten des Robert Koch-Institutes (www.rki.de/hantaviren) sowie des Friedrich-Loeffler-Institutes (www.fli.bund.de).

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