Bielefelder Alm seit elf Monaten eine Festung / Unnötig verloren

933 - Alois Schwarz

SV- Trainer Alois Schwartz in der Pressekonferenz vor den „Westfalen-Tagen“

(sim). Auch der SV Sandhausen hat es nicht geschafft. Die Bielefelder „Alm“ des Zweitliga-Neulings DSC Arminia bleibt eine Festung und dies seit fast elf Monaten. Im ersten Aufeinandertreffen beider Teams behielten die Gastgeber mit 2:1 (0:0) die Oberhand, sodass die Miniserie des SV Sandhausen von drei nicht verlorenen Begegnungen in Folge gerissen ist. „Es war eine unnötige Niederlage“, stellte der Trainer der Gäste, Alois Schwartz fest, „denn wenn man die gesamten 90 Minuten ins Kalkül zieht, hätte mindestens ein Punkt für uns herausspringen müssen“. Obwohl mit Matthias Zimmermann, Stefan Kulovits, Tim Kister und Nico Klotz mindestens vier Stammkräfte fehlten (auch Lukas Kübler, Marvin Knoll sowie Björn Kluft standen nicht zur Verfügung), boten die Kurpfälzer auf Augenhöhe dem Drittligaaufsteiger in der SchücoArena vor mehr als 11.000 Besuchern einen ebenbürtigen Fight.

Die ersten zehn Minuten gehörten der Arminia, wo Sebastian Hille auch die erste Chance besaß, aber nach Zuspiel von Patrick Schönfeld am langen Eck vorbei zog (7.). Danach waren die Gäste tonangebend, boten taktisch eine gute Leistung und die Gastgeber taten sich sehr schwer, Ruhe und Ordnung in ihr Spiel zu bringen. Zweimal Jovanovic und einmal Stiefler, dessen Linksschuss gegen den Pfosten knallte, hätte für die verdiente Gästeführung sorgen können. Es blieb aber bei der Nulldiät bis zum Pausenpfiff, obwohl der SVS die Einheimischen öfters in Verlegenheit brachte.

Nach Wiederbeginn machte die Arminia mehr Druck und die allererste gefährliche Situation vor dem Kasten von Riemann führte nach fünf Minuten bereits zur DSC-Führung. Ein langer Freistoß von der rechten Außenlinie von Christian Mülller landete auf dem Kopf von Tim Jerat und der wuchtete die Kugel unbehindert in die Maschen (Julian Schauerte und Seyi Ojalengbesi standen zu weit weg und auch Manuel Riemann zögerte eine Sekunde, um die Linie zu verlassen). „Bei dieser Aktion hat unsere Abwehr im Kollektiv geschlafen und Bielefeld bestrafte diesen Fehler sofort gnadenlos“ (Alois Schwartz). Jetzt hatten die Gastgeber auch ein deutliches Übergewicht und als erneut Tim Jerat mit einem sehenswerten Treffer auf 2:0 erhöhte (68.) schien alles entschieden. Er kämpfte sich in der Mittelachse durch und zog aus 20 Meter volley und unhaltbar für Riemann ab. Drei Minuten später knallte zudem ein Schütz-Freistoß gegen den Querbalken. Durch ein Eigentor von Johannes Rahn (77.) kam der SV Sandhausen glücklich wieder zurück ins Spiel. Ein Freistoß von Julian Schauerte landete auf Rahns Kopf und der ließ seinem verdutzten Torhüter Platins keine Abwehrmöglichkeit. Die Gäste setzten alles auf eine Karte, brachten mit Adler und Blum zwei weitere Angreifer, nach dem Löning bereits nach einer Stunde für Tüting ins Feld beordert wurde. Klare Möglichkeiten blieben jedoch Mangelware, auch wenn die Platzherren manchmal minutenlang auf einen Entlastungsangriff warten mussten. Alois Schwartz: „Wir gingen zu hektisch die Aufgabe an, sodass durchdachte Aktionen nahezu nicht zu sehen waren“. Jetzt muss der Trainer seine Schützlinge bis zum Dienstag für das eminent wichtige Zweitrundenspiel im DFB-Pokal wieder aufrichten, was in Ostwestfalen geschehen wird.

DSC Arminia Bielefeld: Platins; Appiah, Hübener, Hornig, Feick; Schütz, Jerat; Hille (52. Rahn), Müller (84. Riese), Schönfeld (78. Lorenz); Klos.

SV Sandhausen: Riemann; Schauerte, Olajengbesi, Hübner, Achenbach; Linsmayer, Tüting (62. Löning); Stiefler, Ulm (78. Blum), Thiede (78. Adler); Jovanovic.

Tore: 1:0 (50.) Jerat, 2:0 (68.) Jerat, 2:1 (77.) Rahn, Eigentor. Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach/Bayern). Zuschauer: 11.037. Gelbe Karten: Klos (3), Schütz (2), Appiah (2), Jerat (2, Arminia), Jovanovic (3), Hübner (2), Linsmayer (2), Tüting (alle SVS).

Aktuelle Information aus dem Profikader des SV Sandhausen

Seinen 22. Geburtstag feierte Denis Linsmayer am vergangenen Donnerstag (19. September). Der vom 1.FC Kaiserslautern verpflichtete Defensivakteur, der für die Lauterer bereits 23 Punktespiele in der zweiten Bundesliga absolvierte, hat beim SV Sandhausen auf Anhieb den Sprung in die Stammformation als „Abfangjäger“ vor der Viererkette geschafft. Wir wünschen Denis auf seinem weiteren sportlichen Weg viel Erfolg und vor allem keine ernsthafte Verletzungen.

Marvin Knoll, Neuzugang von Hertha BSC Berlin, war aufgrund der langen Verletztenliste vor dem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld für Trainer Alois Schwartz ebenfalls eine Alternative für die Anfangsformation auf der Alm. Wegen Oberschenkelproblemen musste er allerdings kurzfristig passen, sodass er nicht einmal im Kader in der SchücoArena stand.

Nach der knappen 1:2 Auswärtsniederlage bei Arminia Bielefeld haben die Profis des SV Sandhausen nicht die Heimreise angetreten. Bereits am Dienstag steht in Gütersloh das Pokalspiel der zweiten DFB-Runde gegen den Regionalligisten SC Wiedenbrück um 19 Uhr auf dem Programm. Deshalb wurde im Gerry-Weber-Sportpark-Hotel in Halle ein Kurztrainingslager bezogen. Am Sonntag und am Montag wird beim SC Halle das Trainingspensum abgewickelt und nach dem Zweitrundenspiel geht es dann zurück in heimische Gefilde.

Verbandsliga: Nur U23 des SV Sandhausen ohne Punktverlust

Pforzheim (sim). Jetzt hat es auch Tabellenführer FCA Walldorf II im Spitzenspiel der Verbandsliga gegen TSG 62/09 Weinheim. Als einzige Mannschaft bleibt nunmehr die U23 des SV Sandhausen ohne Punktverlust mit der Optimalausbeute von 15 Zählern aus fünf Begegnungen. Mit einem 2:1 „Arbeitssieg“ beim 1.CfR Pforzheim konnte die Glibo-Elf die weiße Weste verteidigen, nach dem der Ex-Oberligist nach 45 Minuten noch mit 1:0 führte.

Beide Teams hatten mit der schlechten Rasenfläche im Brötzinger Tal mehr Probleme als es ihnen recht war. Da die Platzherren weiterhin auf das erste Erfolgserlebnis als Schlusslicht warten, verlegten sie sich zunächst auf einen stabilen Abwehrverbund. Mit diesen Vorgaben sollte CfR-Coach Göckhan Gökce zumindest 45 Minuten lang Erfolg haben. Während der Nachwuchs des SV Sandhausen weit hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb, gingen die Gastgeber nach 37 Minuten durch einen Kopfballtreffer von Deniz Nedzhmiev in Führung, wobei Pforzheims Keeper Pendinger nur einmal im ersten Durchgang sein Können unter Beweis musste.

Die Halbzeitpause nahm Kristjan Glibo („Es war kein schöner Sieg, doch die drei erwarteten Punkte haben wir geholt“) zum Anlass, um einige Umstellungen vorzunehmen und zudem auch klare Worte zu verlieren. Fortan wurde es wesentlich besser und die Einheimischen konnten nur noch reagieren, anstatt zu agieren. Die SV-Bemühungen wurden bereits nach 57 Minuten durch den Ausgleichstreffer belohnt. Ben-Richard Prommer wurde etwa 30 Meter vor dem CfR-Gehäuse angespielt, machte eine geschickte Drehung und vollendete erfolgreich seinen Alleingang. Für den Siegtreffer war erneut Prommer verantwortlich (71.). Einen Freistoß von Ümit Basar drückte er in der Rückwärtsbewegung mit dem Kopf über die Linie. Es folgte eine hektische Schlussphase, in der es die Gäste versäumten, mit einem ruhigen Auftreten den einen oder anderen Kontor zum 3:1 zu verwandeln. So musste der Tabellenzweite bis zum Schlusspfiff zittern. Glibo: „Diese Cleverness fehlt noch meiner jungen Mannschaft, aber ansonsten bin ich mit dem Traumstart mehr als zufrieden, zumal auch der Sieg in Pforzheim nach den Umstellungen als korrekt bezeichnet werden kann“.

1.CfR Pforzheim: Pendinger, Yurtlas, Tuzluca, Schneider (74. Murali), Herzog, Legner, Savkin, Kuhn, Schramm, Nedzhmiev, Charrier (46. Calo).

U23 SV Sandhausen: Hiegl, Basar, Rehberger, Hauck, Schmidt (46. Özdemir), Jurjevic (78. Bergdolt), Prommer (83. Iseni), Can, Schork, Pischorn, Kiraz.

Tore: 1:0 (37.) Nedzhmiev, 1:1 (57.) Prommer, 1:2 (71.) Prommer. Schiedsrichter: Markus Herrmann (Gernsbach/Südbaden).

 

 

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