Biologische Grünflächenpflege durch kleinteilige Ziegenbeweidung im Stadtgebiet Leimen

(pm – 1.4.26) Im Rahmen der städtischen Nachhaltigkeitsstrategie „Green City Leimen 2030“ gibt die Stadtverwaltung die Einführung eines innovativen Pilotprojekts zur ökologischen Instandhaltung öffentlicher Verkehrs- und Grünflächen bekannt. Mit sofortiger Wirkung  wird die mechanische Unkrautbekämpfung in ausgewählten Zonen sukzessive durch den Einsatz zertifizierter Nutztierherden ersetzt.

1. Projektgrundlage und Kooperationspartner

Zicklein vor der Grundausbildung im Ziegenkäsehof Nußloch

In enger Zusammenarbeit mit dem Nußlocher Ziegenkäsehof wurden spezialisierte Jungtiergruppen für den urbanen Einsatz konditioniert. Die Tiere fungieren hierbei als biologische „Pflegeeinheiten“ zur Beseitigung von unerwünschtem Bewuchs an Straßenrändern, Böschungen und Wanderwegen. Referenzprojekte in der unmittelbaren Region, wie die erfolgreiche Beweidung der Sandhäuser Dünen (hier unter Einsatz von Eseln), belegen die Effizienz dieser Methode. Die Stadt Leimen weitet dieses Konzept nun auf den hochkomplexen innerstädtischen Raum aus und ist damit innovativer Vorreiter.

2. Verkehrssicherheit und Qualifikationsmerkmale

KI-geniertes BIld Ziegenhirte mit Ziegen / Nano Banana

Testlauf letzte Woche in St. Ilgen

Um den Anforderungen der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sowie den Sicherheitsrichtlinien im öffentlichen Raum gerecht zu werden, wurden folgende Maßnahmen getroffen:

Verkehrskonditionierung: Die Ziegen absolvierten ein spezielles Training zur Erhöhung der Aufmerksamkeit im fließenden Verkehr.

Signalkennzeichnung: Gemäß Arbeitsschutzverordnung tragen alle eingesetzten Tiere hochsichtbare Warnwesten in tagesleuchtgelb mit integrierten Reflektorstreifen.

Sozialisierung: Durch ein mehrwöchiges „Menschengewöhnungstraining“ im Streichelzoo des Heidelberger Zoos ist eine Aggressionsfreiheit gegenüber Passanten gewährleistet.

3. Personalbedarf und Traditionspflege

Trotz modernster Technik ist die direkte Aufsicht durch qualifiziertes Personal zwingend erforderlich. Der Beruf des Hirten, dessen historische Relevanz bis in die Antike zurückreicht (man denke an den mythologisch verbrieften Ziegenhirten Paris, Sohn des Priamos), erfährt in Leimen eine Renaissance.

Stellenausschreibung:

Die Stadt Leimen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt drei (3) Hirten/Hirtinnen (m/w/d) in Voll- oder Teilzeit. Bewerbungen sind über das städtische Karriereportal einzureichen.

4. Verhaltensregeln für Bürgerinnen und Bürger

Kontakt: Das vorsichtige Streicheln der Tiere ist ausdrücklich gestattet und dient der emotionalen Bindung zwischen Bürger und Stadtökologie.

Fütterungsverbot: Das Zufüttern von Speiseresten oder Leckerlies ist strikt untersagt. Eine Fehlernährung reduziert die notwendige Arbeitseffizienz (Vertilgung von Unkraut) und gefährdet die Gesundheit der Tiere. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

5. Technischer Ausblick: „Fenceless Farming“

KI-geniertes BIld John Ehret und Ziegenhirte mit Ziegen / Nano Banana

Oberbürgermeister John Ehret führte das erste Bewerbungsgespräch auf die neu ausgeschriebene Stelle des städt. Ziegenhirten persönlich durch

Mittelfristig strebt die Verwaltung eine Digitalisierung der Beweidung an. Unter dem Schlagwort „Fenceless Farming“ werden die Herden aktuell auf die Steuerung mittels KI-gestützter Halsbänder vorbereitet. Diese ermöglichen es, den Ziegen ihre täglich wechselnden Arbeitsstätten digital zuzuweisen und die Fraßleistung punktgenau per GPS zu überwachen.

Im Rahmen der digitalen Transformation der kommunalen Außenverwaltung (Smart City Leimen) wird die analoge Aufsicht der Ziegenherden sukzessive durch ein KI-gestütztes System der virtuellen Umzäunung, das sogenannte „Fenceless Farming“, ergänzt.

1. Funktionsweise und technische Spezifikation

Die eingesetzten Nutztierherden werden mit GPS-basierten Halsbändern der neuesten Generation ausgestattet. Über eine zentrale Steuerungseinheit im Amt für Umwelt und Grünflächen werden tagesaktuelle „Einsatzpolygone“ (Arbeitsbereiche) definiert.

Geofencing: Erreicht ein Tier die vordefinierte Grenze der zu bearbeitenden Unkrautfläche, löst das Halsband zunächst ein akustisches Warnsignal aus.

KI-Steuerung: Durch die Verknüpfung mit Echtzeit-Verkehrsdaten der Stadt Leimen erkennt das System herannahende Fahrzeuge und leitet die Herde mittels sanfter Audio-Signale frühzeitig von der Fahrbahnkante weg.

Fraßmonitoring: Sensoren erfassen die Kieferbewegungen der Tiere, um die Biomasse-Entnahme pro Quadratmeter statistisch zu erfassen und die Effizienz der Unkrautvertilgung zu dokumentieren.

2. Ziele der Technisierung

Die Einführung des Fenceless Farming verfolgt eine dreifache Zielsetzung:

1) Ökonomische Effizienz: Reduktion des Aufwands für den Aufbau physischer Barrieren (Zäune) im öffentlichen Verkehrsraum, was den Verkehrsfluss erheblich weniger beeinträchtigt.

2) Ökologische Präzision: Punktgenaue Bearbeitung von invasiven Neophyten, ohne geschützte Zierpflanzen in Mitleidenschaft zu ziehen.

3) Tierwohl: Maximale Bewegungsfreiheit innerhalb der definierten Korridore bei gleichzeitiger digitaler Überwachung der Vitalparameter.

3. Weiterführende Informationen zur Technologie

Diese Methode orientiert sich an internationalen Standards der modernen ökologischen Landwirtschaft, wie sie bereits in Pilotprojekten zur Landschaftspflege erprobt wurden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich über die wissenschaftlichen Grundlagen und die technische Umsetzung unter folgendem Referenzlink informieren:

Informationen zum Virtual Fencing und ökologischen Weidemanagement (Landwirtschaftskammer)

4. Hinweis zur Interaktion

Bitte beachten Sie, dass die digitalen Halsbänder ausschließlich der Steuerung und dem Tier-Monitoring dienen. Passanten werden gebeten, die Antenneneinheiten an den Halsbändern beim Streicheln nicht zu verdecken, um die GPS-Konnektivität der „tierischen Mitarbeiter“ nicht zu unterbrechen.

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Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=201563

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