Bürgermeister Joachim Förster mit Nußlocher Delegation in ungarischer Partnerstadt Nagyatàd

(von Wolfgang Schneider – 28.9.18) Nußlochs Bürgermeister, Joachim Förster, wurde zum Antrittsbesuch in Nagyatàd erwartet. Begleitet von einer Delegation von 12 Nußlocher/innen traf er am 14. September im Rathaus ein, wo er von seinem Amtskollegen Istvan Ormai freudig begrüßt wurde.

Während des Empfangs gab Ormai einen kurzen Rückblick auf die 18-jährige Partnerschaft der beiden Städte, würdigte die stets freundliche Aufnahme in Nußloch und die zahlreichen Besuche bei den Sportfesten in Ungarn. Der gesamte Empfang wurde vom stadteigenen Fernsehsender aufgezeichnet und am Abend ausgestrahlt.

Höhepunkt des Empfangs war die Verleihung einer Ehrenurkunde an Stefan Horvath wegen seiner Verdienste um die Partnerschaft, die dieser sichtlich gerührt in Empfang nahm.

Bürgermeister Förster bedankte sich bei den Verantwortlichen von Nagyatàd für die herzliche Aufnahme und versprach einen Ausbau der Kontakte beider Kommunen. Nach einem kleinen Umtrunk begann ein Besuchsprogramm, das es in dieser Form noch nicht gegeben hatte. Gemeinsam mit den ungarischen Freunden hatte Stefan Horvath ein Programm zusammengestellt, das alle begeisterte und das die ungarischen Gastgeber ständig erweiterten bzw. ergänzten. Bemerkenswert war, dass Bürgermeister Istvan Ormai mit seiner Frau immer dabei war, auch etliche Gemeinderäte waren immer in unserer Begleitung. Sie vermittelten uns das Gefühl gern gesehene Gäste zu sein.

 

Nach dem Mittagessen im „Goldenen Hahn“ stand eine Begehung des neu entstandenen Pilgerwegs an. Umsäumt von Naturdenkmälern hat man 14 Stationen erstellt, bei denen innegehalten und erste Versuche mit der ungarischen Sprache unternommen wurden. Bei der Rückfahrt mit dem gemeindeeigenen Bus hielt man beim Freibad und dem Hallenbad. Die ungarischen Gastgeber zeigten ihren Stolz über diese tolle Anlage.

Alois und Alexander Bach bekamen von unserem Betreuer in der Zwischenzeit nagelneue Fahrräder zur Verfügung gestellt, mit denen sie die nähere Umgebung abklapperten und ihre weit verstreuten Bekannten besuchten.

Den Abschluss des Tages gab es im Touristik-Zentrum. Nach dem Besuch diverser Ausstellungen versuchten wir uns im Hof des militärtechnischen Parks im Bogenschießen. Großes Hallo, wenn wieder statt der Scheibe eine unsichtbare Wühlmaus im Boden getroffen wurde.

Wolfgang Stucke ließ sich in der Zwischenzeit den Fuhrpark und die Organisation der Feuerwehr von Nagyatàd zeigen, wobei ihn besonders der MTW interessierte.

Nach dem obligatorischen Gulasch gab es palacsinta in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen. Alle wurden vor unseren Augen zubereitet und schmeckten köstlich. Die Damen, die uns bekochten, waren begeistert und sangen uns ungarische Volksweisen vor. Da sie gerade einen Gesangswettbewerb in Budapest gewonnen hatten, klangen die Lieder in der Abenddämmerung toll. Die Nußlocher Gäste revanchierten sich, ließen die „drei weißen Tauben“ fliegen und alte Handballlieder erklingen (Die Wick Wack…). Der „Gesangswettbewerb“ ging bis in die Nacht.

Der Samstag begann mit einem Marktbummel, bei dem wir dem Bürgermeister eine für ihn fremde Welt zeigen konnten. Dann zogen wir weiter ins Sportheim von Nagyatàd. Inmitten von Trophäen, Wimpeln und Plakaten von Real Madrid, CF Barcelona, Bayern München, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Nürnberg, VFB Stuttgart und 1860 München hängen Bilder der Handballer der SG Nußloch.

Wolfgang Schneider und Helmut Herb überreichten der Wirtin Bilder von Christian Zeitz (den sie in Ungarn gut kennen) beim Sprungwurf und die neuen Mannschaftsfotos der Damen und Herren. Auf Wunsch der anwesenden Gäste musste Alois Bach das Bild der Nußlocher Damenmannschaft aufhängen.

Nach dem Mittagessen im „Park-Restaurant“ ging es zum Weinlese-Umzug mit Volkstanz und Volksliedern. Auch die Nußlocher Delegation nahm an diesem Umzug teil. Auf Wunsch unseres handballbegeisterten Betreuers Korzy besuchten wir ein Damen-Handball-Spiel Nagyatàd gegen Siofok. Beindruckt hat uns nicht nur die tolle Sporthalle, sondern auch das Team aus Siofok, das mit der ungarischen Juniorennationalmannschaft identisch ist.

Anschließend waren wir von einem Gemeinderat in sein Lokal zum Essen eingeladen, bevor wir den Abend in unserem Hotel ausklingen ließen.

Der Sonntag begann mit einem beeindruckenden Gottesdienst in der katholischen Kirche, bei dem die Nußlocher Gäste herzlich begrüßt wurden. Besonders schön waren die Lieder des jungen Kirchenchors, begleitet von einer Gitarre. Imponierend auch die frei vorgetragene Predigt des Pfarrers, die in Gestik und Mimik kaum zu überbieten war. Bei dem anschließenden Empfang in der Sakristei äußerte der Pfarrer den Wunsch nach einem Austauschbesuch der Kirchenchöre.

Anschließend brach man zu einer Besichtigungsfahrt auf, begleitet vom Bürgermeister und seiner Frau, dem stellvertetenden Bürgermeister und weiteren Gemeinderäten.

Erstes Ziel war Pecs, die europäische Kulturhauptstadt von 2010, das frühere Fünfkirchen. Wir konnten unsere Gastgeber überreden, zusätzlich zum geplanten Programm einen Bummel durch Pecs zu machen, um unserem Bürgermeister diese wunderschöne Stadt zu zeigen, in der die Toleranz zwischen den einzelnen Religionen deutlich zu sehen ist.

Dann besuchten wir eine sehr interessante Porzellan-Ausstellung im Zsolnay Viertel, die besonders unseren Frauen gefiel. Es war beeindruckend, mit welcher Liebe und Kunstfertigkeit in dieser Manufaktur gearbeitet wurde. Die Exponate stellten ein beredtes Zeugnis dieser handwerklichen Kunst aus.

Den Abschluss des Tages machten wir in Villany, im bekanntesten ungarischen Weingut Bock. Eine Kellerführung, vorbei an tausenden von Barrique-Fässern hin zu einem einzigartigen Akustikraum, ließ uns immer wieder staunen. Die Akustik konnten wir beim Badnerlied deutlich hören und spüren. Das mehrgängige Menü, verbunden mit einer Weinprobe, begeisterte dann alle. Joachim Förster und Wolfgang Schneider bedankten sich bei unseren ungarischen Gastgebern für das Engagement der Verantwortlichen und das tolle Programm.

Nach den letzten Einkäufen am Montag brachen wir zu einer denkwürdigen Heimfahrt auf. Wir hatten einen tollen topmodernen Bus, der leider bei der Raststätte Bayrischer Wald nach der Pause nicht mehr ansprang. Alle Bemühungen waren umsonst. Nach vier Stunden kamen dann zwei Großraumtaxi, die uns nach Nußloch brachten, wo wir um 00.55 Uhr eintrafen. Dass in der ganzen Zeit die Stimmung prächtig war, zeugt von dem Geist dieser Gruppe.

Im Namen aller Reiseteilnehmer möchte ich mich bei Stefan und Magdalena Horvath für die Vorbereitung, die Begleitung und Übersetzungen bedanken, ohne euch wäre der Besuch nicht so toll gewesen. Wir freuen uns alle auf die nächste Fahrt nach Nagyatàd, spätesten 2020 zum 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum.

Egèszsègère!

 

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