Bürgermeister Kletti würdigt 75 Jahre SC Sandhausen

Anläßlich des Festabends zum 75-jährigen Bestehen des SC Sandhausen, hielt Bürgermeister Georg Kletti die nachfolgende Rede:

Foto (c) Friedrich-Wilhem Uthe

Bürgermeister Georg Kletti beim SC Sandhausen

„Immer am Ball bleiben – das ist Ihre Devise, liebe Mitglieder des Sport Club Sandhausen. Damit sind Sie nicht nur auf dem Spielfeld weit gekommen, sondern auch auf dem nicht minder weiten Feld der Vereinsarbeit, sodass wir heute Ihr 75-jähriges Bestehen feiern können.

Ich danke Ihnen für die Einladung zu Ihrer Jubiläumsfeier und freue mich, Ihnen persönlich als Bürgermeister und Schirmherr zu Ihrem runden Jubiläum gratulieren zu dürfen. Ihr Verein hat nicht nur den Handballsport in Sandhausen populär gemacht, er hat überdies auch sportliche Erfolge errungen. Das ist Sportförderung vom Feinsten und auch dazu möchte ich Sie vielmals beglückwünschen.

Im Jubiläumsjahr steht Ihr Verein wahrlich gut da. Sie trainieren 18 Mannschaften, Sie haben sich in der 1. Kreisliga Heidelberg dank Ihres schnellen Spiels, Ihrer versierten Taktik und Ihres Teamgeists erfolgreich behauptet, Sie sind in den vergangenen Jahren auch bei starken Gegnern oft als Sieger vom Platz gegangen.

Leistungssport ist das gleich ins Auge fallende, aber nicht das einzige Standbein Ihres Wirkens, denn Sie konzentrieren sich auch stark auf den Breiten- oder Freizeitsport. Alle, die sich für Handball begeistern, Männer und Frauen sowie Kinder und Jugendliche, sie alle finden bei Ihnen gute Trainings- und Entfaltungsmöglichkeiten. Sei es zu einem Spiel nach Feierabend oder zum Üben für das nächste Wettkampfmatch.

Diese breite Basis ist nicht nur die beste Ausgangsposition, neue Talente zu finden und zu Spitzenleistungen zu ermutigen, sie stellt auch den einzigen Weg dar, vielen Menschen einen Weg zu eröffnen, sich sportlich zu betätigen.

Und deshalb möchte ich auch gleich hervorheben, wie sehr ich Ihre Jugendarbeit schätze. Denn was können die Erwachsenen, die Eltern sowie die für Sport und Jugend Verantwortlichen, Besseres tun, als Heranwachsenden den Sport oder eine bestimmte Sportart nahezubringen?

Ihr Angebot, einfach mal reinzuschnuppern, macht es Kindern wie ihren Eltern leicht, eine erste Fühlungnahme mit Handball herzustellen. Die Kontakte zu Schulen und Kindergärten, die Sie im Rahmen der sogenannten Ballschule aufgebaut haben, sind sowohl dem Schulsport wie der Talentschmiede förderlich.

Doch wenn die Jugendlichen auf dieses Angebot eingehen, sind sie meist schnell begeistert. Wie lässt sich schließlich Freizeit cooler verbringen als bei Sport und Spiel? Wo lassen sich schneller Erfolgserlebnisse sammeln und neue Freunde gewinnen? Und die Eltern sind froh, dass ihre Kinder nicht bloß vor Computer oder Fernseher sitzen, sondern sich bewegen und etwas für ihre Fitness tun. Das bringt nicht nur Ausgleich zum vielen Sitzen, das steigert überdies die Leistungsfähigkeit auch in anderen Bereichen.

Von all diesen Vorteilen profitieren natürlich auch die Erwachsenen, die sich deshalb mehr und mehr sportlich betätigen. Schon nach ein paar Runden oder Trainingseinheiten merkt jeder gleich, wie wohl er sich dabei fühlt und wie viel er mit Sport für seine Gesundheit tun kann.

Ihr Sport, der Handballsport erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit. Dazu haben das anhaltend gute Abschneiden der deutschen Nationalmannschaften in diesem Jahr als auch die Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land beigetragen. Schon im Vorfeld konnte die WM 2007 einen Besucherweltrekord verzeichnen. Das machte einmal mehr deutlich, dass Handball dieses noch relativ junge Spiel, sich mittlerweile zu einem der am weitesten verbreiteten Ballspiele entwickelt hat. Und es ist dank seiner Schnelligkeit und den vielfältigen Spielzügen auch zum Publikumsmagneten geworden.

Sicher, Fußball ist offenbar nicht zu schlagen. Obwohl – liegt es eigentlich nicht näher, die Hände zu benutzen, wenn ein Ball im Spiel ist? Das dachten sich zumindest die Erfinder des Handballs wie dann auch die Gründer des SC Sandhausen, allen voran Karl Jahn, als sie im Jahre .1938 in Sandhausen einen Handballverein ins Leben riefen. Und sie hatten recht, wie der rege Zulauf beweist.

Wurf- und Fangspiele sind ja bereits aus der Antike bekannt, doch die entscheidenden Impulse für die Entwicklung des heutigen Handballspiels lieferten erst das späte 19. und das frühe 20. Jahrhundert. Damals waren zwar verschiedene Ballspiele verbreitet, doch es war der Fußball, der eine immer größere Popularität gewann. Als Gegenstück zu ihm wurde dann gleich an mehreren Orten ein Spiel entwickelt, das den Ball mit den Händen und nicht mit den Füßen bewegt. Neben dem Wiesbadener Studienrat Eduard Hagelauer erfand der dänische Turnlehrer Holger Nielsen ein von ihm bereits Handball genanntes Spiel und wenige Jahre später erdachte die Königsberger Turnlehrerein Marie Meyer ein für Mädchen und Frauen geeignetes Ballspiel.

Aus all diesen Anregungen entstand schließlich nach dem Ersten Weltkrieg das Spiel, das wir heute kennen, auch wenn es damals noch stets draußen auf einem Fußballfeld ausgetragen wurde. Der Weg in die Halle vollzog sich in vielen vor allem vom Wetter begünstigten Schritten und war abgeschlossen, als Hallenhandball bei den Olympischen Spielen von 1972 als Disziplin einzog.

Deutschland hat nicht nur viel zur Entwicklung des Spiels beigetragen, es spielte sich auch bei den internationalen Meisterschaften schnell ganz nach vorn. Heute gehört der deutsche Handballbund längst zu den größten Sportverbänden unseres Landes und organisiert seine Mannschaften auf Bundes-, Regional-, Landes- und Bezirksebene.

Hier mischen auch Sie, liebe Mitglieder des SC Sandhausen, kräftig mit. Mit Ihren aktiven Spielerinnen und Spielern, gewiss, doch Aktive braucht ein Verein auch in vielerlei anderer Funktion. Da sind die Trainer zu nennen, bei deren Auswahl Sie stets eine gute Hand bewiesen haben, sowie die Organisatoren im Hintergrund.

Erfolge, wie Sie sie zu verzeichnen haben, beruhen stets auf einem großen Engagement. Es bedarf nicht nur mancher Übung und Kunstfertigkeit, Bälle ins Tor zu befördern, sondern auch, einen Verein zusammen und am Leben zu halten. Das gemeinsame Ziel verbindet natürlich, aber auch die Vielfalt gemeinsamer Aktivitäten. Und da geht es Ihnen nicht nur um sportliche Unternehmungen, sondern auch um gemeinsame Ausflüge und Feiern.

Auch in dieser Hinsicht möchten Sie für Ihre Mitglieder eine gute Adresse sein, sodass Ihr Verein, was Sport wie Geselligkeit angeht, das Leben in Sandhausen bereichert hat. Dafür möchte ich Ihnen heute vielmals danken, denn Vereine sind ein starkes Rückgrat jeden kommunalen Zusammenlebens.

In diesem Sinne wünsche ich dem Sportclub 1938 und allen seinen Mitgliedern für das weitere Bestehen alles Gute, viele Erfolge und möglichst wenige Niederlagen.

Wie ernst es der Gemeinde mit diesem Wunsch ist, können Sie diesem Scheck entnehmen, den ich Ihrem Vorsitzenden überreichen darf. Der Betrag ist auch für den Jugendsport bestimmt und wird hoffentlich reiche Früchte tragen.

Darüber hinaus versichere ich Ihnen, dass Sie für Ihre Anliegen auch in Zukunft bei Gemeinderat, Gemeindeverwaltung und mir ein offenes Ohr finden werden.

Herzlichen Glückwunsch nochmals zum Jubiläum und weiterhin viel Freude beim Handballsport in Sandhausen.“

Foto: Friedrich-Wilhelm Uthe

 

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