Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 – Bedrohte Feldvogelart nun im Zoo

Das Rebhuhn ist inzwischen bundesweit auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten. (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)
(zoo – 10.1.26) Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 und rückt damit die dramatische Situation dieses ehemals häufigen Feldbewohners in den Blick. Im Zoo Heidelberg sind im November 2025 zwei junge Rebhühner eingezogen. Besucher können die Tiere in der Voliere in der Nähe des Flamingosees beobachten, wo sie gemeinsam mit den Steinkäuzen leben.
Seit November 2025 beherbergt der Zoo Heidelberg Rebhühner; die Vögel stammen aus dem Tierpark Berlin und sind dort im Juni 2025 geschlüpft. Das Pärchen lebt in einer Voliere in der Nähe des Flamingosees gemeinsam mit den Steinkäuzen. Diese Vergesellschaftung funktioniert, da Steinkäuze vor allem deutlich kleinere Beutetiere wie Maikäfer oder Feldmäuse jagen. Der Zoo Heidelberg plant, langfristig mit der Art zu arbeiten und perspektivisch eine Zucht aufzubauen. Besucher können das Paar bei seinen Aktivitäten beobachten und so mehr über das Verhalten dieser bodenbewohnenden Vögel erfahren.
Das Rebhuhn gehört zur Familie der Hühnervögel. Sein graubraunes Gefieder ist perfekt an das Leben am Boden angepasst, wo es scharrend und pickend Nahrung sucht und Sand- wie Staubbäder zur Gefiederpflege nutzt. Besonders der rauhe, schnarrende Ruf der Männchen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden macht den Vogel unverwechselbar.
Die Wahl zum Vogel des Jahres richtet den Fokus auf die massive Bestandsabnahme des Rebhuhns in Deutschland und Europa: Seit den 1980er Jahren gehen die Zahlen drastisch zurück, größtenteils infolge intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, dem Rückgang blütenreicher Feldraine, Hecken und Brachen sowie dem Einsatz von Pestiziden, durch den Insekten als wichtige Nahrungsquelle für Jungvögel knapp werden. „Vielfältige Felder und Wiesen mit Hecken, Blumen, Unkräutern und Insekten sind wertvolle Lebensräume für Feldhamster, Wachtelkönig, Lerchen und viele andere Tiere – wie auch das Rebhuhn. Alle diese Arten sind hochbedroht, weil intensiv bewirtschaftete Felder keinen Platz für sie lassen. Wir müssen uns entscheiden ob unsere Landwirtschaft nur als Nahrungsmittelproduzent oder auch als Pflege einer artenreichen Kulturlandschaft betrieben werden soll,“ erläutert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Die Kampagne „Vogel des Jahres“ gibt es seit 1971; seit 2021 bestimmt die Öffentlichkeit in einer digitalen Wahl den Titelträger. Ziel ist es, jeweils eine Art in den Fokus von Naturschutz und Öffentlichkeit zu rücken und auf konkrete Schutzbedarfe aufmerksam zu machen.
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