Der Corona-Speck muss weg – Fitnessübungen bei den Tieren im Zoo

(zoo – 1.4.21) Wer kennt es nicht – in Zeiten der Pandemie haben sich bei vielen Menschen ein paar Corona-Kilos zu viel auf die Hüften geschlichen. Der Alltag ist weniger aktiv geworden, die vielen Stunden auf der heimischen Couch machen sich bemerkbar. Den Tieren im Zoo Heidelberg geht es ähnlich – hier hat sich bei einigen Tieren der Corona-Speck festgesetzt. Die Tierpfleger haben sich selbstverständlich immer bemüht, die Tiere zur Bewegung zu animieren. Aber wieso sollte man sich als Elefant, Robbe oder Flamingo im Gehege umherbewegen, wenn es auf den Besucherwegen während der Zoo-Schließung gar nichts „zum Gucken“ gab?

Um den Zootieren ihre alte Fitness wiederzugeben, haben die Tierpfleger gemeinsam mit Tierärztin und Kuratoren einen Trainingsplan erstellt. Tierärztin Dr. Barbara Bach, die glücklicherweise eine Fortbildung zum „Animal Fitness- und Wellness-Coach“ an der Tiersportärztlichen Fernuni in Lauffen am Neckar absolvierte, erklärt: „Wir haben für unsere Tiere ein besonders effektives Programm zusammengestellt, das die natürlichen Vorlieben und Talente der Tiere optimal berücksichtigt. Das Training soll den Tieren Spaß machen und die Gesundheit nachhaltig fördern.“

Die Asiatischen Elefanten beim Training: Während Tarak (vorne) eine kleine Pause einlegt, „pumpt“ Ludwig (hinten) fleißig am Trainingsgerät, dem Timber-Master 0104-21. (Foto: Zoo Heidelberg)

Kraftausdauer gibt es seit Kurzem bei den Asiatischen Elefanten: Ein tägliches Training mit einem rund 300 kg schwerem Baumstamm soll Taraks, Ludwigs und Yadanars Muskeln stählen. Besonders Ludwig zeigt sich hier ganz athletisch und nutzt den Holzstamm für sein tägliches Morgen-Workout, bevor er sich einen kleinen Grünen-Heu-Smoothie gönnt. Die Mähnenrobben fördern ihre Fitness durch Synchronschwimmen. Die Tierpfleger üben mit ihnen komplizierte Schimm- und Tauchfiguren. Die Übungen fördern gleichzeitig Ausdauer und Koordination und sind dabei gelenkschonend. Kelo und Kano haben sich als besonders große Talente hervorgetan. Bulle Atos tut sich mit dem neuen Trainingsprogramm noch sichtlich schwer: Kein Wunder bei mehreren Hundert Kilogramm Gewicht!

Personal Trainer Flavio Amingo bringt das amerikanische Trainingskonzept des Flamingo-Yoga nach Heidelberg – und begeistert in passender Flamingo-Optik die Gruppe. (Foto: Zoo Heidelberg)

Die mentale Gesundheit der Zootiere ist zu Corona-Zeiten ebenfalls wichtig. Die von Natur aus eher zierlichen Flamingos nehmen seit kurzem am sogenannten Flamingo-Yoga teil. Das Entspannungs- und Achtsamkeitstraining wurde von Experten des IAFCCI (International Animal Fitness Coordination Center Institute) von Prof. April J. Oke in den USA eigens für Zootiere entwickelt. Der Zoo Heidelberg setzt es als erster deutscher Zoo um. Das Besondere am Trainingskonzept: Ein qualifizierter Personal-Trainer macht die Übungen gemeinsam mit den Flamingos. Die fast 50-köpfige Gruppe zu koordinieren, ist für die Trainier eine echte Herausforderung, schließlich sollen sich alle Flamingos bei den Übungen wohlfühlen. Ein Jahr lang, bis zum 1. April 2022 erhält der Zoo Heidelberg im Rahmen eines Pilot-Projekts kostenlose Trainings-Stunden. Langfristig sollen die Tierpfleger das Training selbst umsetzen.

Synchronschwimmen liegt den Heidelberger Mähnenrobben im Blut. (Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg)

Trainiert wird jedoch nicht nur bei Elefanten, Robben und Flamingos, sondern in allen Revieren des Zoo Heidelberg. Im Küstenpanorama wurde eigens für die Inkaseeschwalben ein Flug-Parcours aufgebaut. Hier können sie ihre Flugkünste und ihr Wendevermögen unter Beweis stellen – auch live über den Köpfen der Besucher. Die Berberlöwen trainieren fleißig auf dem schrägen Schwebebalken. Besonders Löwin Binta überzeugt durch eine sehr anmutige, grazile Kür. Selbst hinter den Kulissen geht es weiter: Die Degus machen sich im Laufrad fit für einen Halbmarathon. Dabei stehen ihnen die Tierpfleger mit motivierenden Sprüchen zur Seite und feuern sie kräftig an. Nun sucht der Zoo noch Unterstützung für ganz spezielle Übungen. „Es wäre toll, wenn ein Feuerschlucker unseren Feuerhornvögeln ein paar Spezialstunden geben könnte – und Stelzenläufer könnten langbeinigen Vögeln wie den Kranichen noch wichtige Bewegungstipps geben“, ruft die Leiterin der Programmes, Sabine Scherzoo, die Heidelberger zum Mitmachen auf. Interessierte melden sich bitte Donnerstag zwischen 10.15 Uhr und 10.30 Uhr beim Zoo Heidelberg.

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