Der Sandhäuser Hopfen ist gezopft –
Jetzt geht’s ans Brauen des Kerwebieres

Von den Wespen „leergesaugte“ Pflanzenteile gut sichtbar

Die Hopfen-Demonstrationsanlage

(fwu – 3.9.18) In früheren Zeiten war der Hopfenanbau in Sandhausen  ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und viele Familien lebten  von dieser spezialisierten Form der Landwirtschaft. Doch das ist längst Vergangenheit, deren Tradition jedoch bereits seit nunmehr 14 Jahren in Form der 4 Hektar großen Hopfen Demonstrationsanlage  zwischen Sandhausen und St. Ilgen ehrenamtlich fortgeführt wird.

Die Ernte

In diesem Jahr litt der dort wachsende Hopfen zum einen unter der langen Trockenheit – die Hopfenpflanzen mussten laufend gewässert werden –  und zum anderen unter großen Mengen von Wespen. Ja – man höre und staune – an Wespen! Diese saugten während der Trockenheit ständig Saft aus dem Hopfenpflanzen und schwächten dadurch deren Wachstum.

… Schdiel draalosse!

Hopfe zopfe …

Auch bei der Ernte am vergangenen Samstag konnte man reichlichst Wespen in den Hopfenpflanzen sehen. Die frisch geernteten Hopfenpflanzen wurden sodann auf den Sandhäuser Festplatz gefahren, wo bereits viele fleißige Helferinnen und Helfer darauf warteten, mit dem Hopfenzopfen, also dem Abtrennen der Dolde von der Pflanze beginnen zu können. Das wichtigste ist dabei das „Schdiel draalosse!“ und „wers net koo, solls bleiwelosse“.

Dünenpabst Dr. Löscher (l.) und „Bacchus“ Rudi Sailer

Bevor gegen Mittag der traditionelle Faßanstich durch Bürgermeister Georg Kletti erfolgte, sang eine Klasse Schulkinder der Theodor-Heuss-Grundschule mit Akkordeon-Begleitung von Rudi Sailer das zum Anlass bestens passende Sandhäuser Lied. Voller Begeisterung über diesen musikalischen Beitrag band der ebenfalls beim Zopfen helfende stadtbekannte “Dünenpabst” Dr. Manfred Löscher flugs einen Ehrenkranz aus Hopfenpflanzen und drapierte ihn auf Rudi Sailers Haupt, was sehr zur Erheiterung des Publikums beitrug.

In diese humoristische Kerbe schlug dann auch Bürgermeister Kletti bei seiner Ansprache, in der er die therapeutischen Wirkungen des Sandhäuser Hopfens herausstrich. So helfe dieser bei Herzbeschwerden, diene als Schlafmittel, helfe sogar bei Übergewicht und Nierenproblemen. Er enthalte mehr als 1000 Inhaltsstoffe, Mineralien und Spurenelemente, die gut für Nerven und Muskelkraft seien. 

Bürgermeister Georg Kletti vor seinem halben Rekordschlag mit Max Spielmann (r.)

Nach seiner Ansprache,  in der er unter anderem auch den Sohn des Geschäftsführers der Welde Brauerei Max Spielmann begrüßte, schritt der Bürgermeister zum Fassbieranstich und wurde vom Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Hockenheim Fritz Rösch gleich gehörig unter Druck gesetzt, als dieser einrief, dass Brühls Bürgermeister Dr. Ralf Göck am Vortage einen Fassbieranstich mit nur einem Schlag geschafft hätte!

Das zu unterbieten ist allerdings wirklich schwierig, aber für Sandhausen Georg Kletti  tatsächlich kein Problem. Mit nur einem halben Schlag brachte er den Zapfhahn in den Spund und das leckere Bier zum Sprudeln. Mit dieser Leistung dürfte einem Eintrag im Guinness Book of Records wohl nichts mehr im Wege stehen.

MGV Germania

Zu den Klängen der vom MGV Germania gesungener Lieder gab es nach dem so gelungenen Anstich für die Zopferinnen und Zopfer ein frisches Bier.

Pfarrer Arul Lourdu und Pfarrerin Henriette Freidhof

Am Sonntag fand ein ökumenischer Dankgottesdienst im Zelt auf  dem Festplatz statt, den Sandhausens evangelische Pfarrerin Henriette Freidhof   und der kath. Pfarrer der großen Seelsorgeeinheit Arul Lourdu gemeinsam gestalteten und an dessen Anschluß Pfarrer Lourdu den Hopfen segnete.

Die Hopfensegnung mit Weihwasser durch Pfr. Lourdu

Die frisch gezopften Hopfendolden werden nun in der Welde-Brauerei weiterverarbeitet. Ihr Aroma gelangt per kalter Hopfung in das künftige Bier. Hierbei wird der Sandhäuser Hopfen wie in einem überdimensionierten „Teebeutel“ aus Stahl in den Sud getaucht. Diese „Teebeutel“ ist eine Erfindung eines Welde-Braumeisters und betont die handwerkliche Brauart des Kewerbieres. Bei der Hopfen-Tauchung gelangt besonders viel Hopfenaroma in den Sud, jedoch ohne die sonst dabei übliche Menge Bitterstoffe. Anders als in industiellen Brauanlagen, bei denen das Bier nicht einmal eine Woche für das Brauen benötigt, wird bei Craft Beer (handwerklich hergestelltem Bier) und beim Slow Brewing (langsames Brauen)  dem Sud auch ausreichend Zeit gewährt, um sich geschmacklich zu entwickeln. Aber keine Angst: Bis zur Kerwe werden die ca. 20.000 Kisten Bier trinkbereit sein!

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