Dieter Degreif mit der Staufermedaille des Ministerpräsidenten ausgezeichnet

(aot – 17.5.19) Dieter Degreif wird auf Vorschlag der Gemeinde Nußloch für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement die Staufermedaille, eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, verliehen

Er hat viele Menschen für Kultur begeistert

Dieter Degreif empfing die Staufermedaille des Ministerpräsidenten – OB Dirk Elkemann überreichte die hohe Auszeichnung

„Ich kenne niemanden wie ihn“, sagte Wieslochs Oberbürgermeister Dirk Elkemann bei der Verleihung der Staufermedaille an Dieter Degreif im Kulturhaus. Er sei nicht nur ein „besonderer Bürger“, sondern ein Original im besten Sinne des Wortes, deshalb sei es angemessen, seine Verdienste bei dieser Gelegenheit besonders zu würdigen. Die überreichte Medaille ist eine persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für ehrenamtliches, gesellschaftliches oder bürgerschaftliches Engagement über viele Jahre hinweg.

Der studierte „Volksschullehrer“ leitete und organisierte ehrenamtlich viele Jahrzehnte die „Nußlocher Theaterfahrten“, die es Menschen in Wiesloch, Heidelberg und den umgebenden Ortschaften ermöglichten, kulturelle Veranstaltungen in Baden-Württemberg und den angrenzenden Ländern zu erreichen, führte Elkemann in seiner Laudatio weiter aus. Er habe auch Reisen zu den Festspielen nach Verona und Bregenz sowie zur Wiener Staatsoper organisiert. In rund 50 Jahren habe Degreif rund 9800 Veranstaltungen mit mehr als 470 000 Besuchern organisiert. Auch der Besuch von Ausstellungen und Urlaubsfahrten nach München, Dresden und Südtirol hätten zum Programm gehört, genauso wie über 100 Künstlergespräche. Durch seinen jahrzehntelangen, überaus engagierten Einsatz, der Zeit, Energie und Verlässlichkeit erforderte, habe er viele Menschen für Kultur begeistert und ihnen das Theater zugänglich gemacht.

Dieter Degreif sei auch als Rezitator weit über die Grenzen unserer Region hinaus bekannt, hervorzuheben seien seine beliebten Vortragsveranstaltungen in Kirchen, der Alten Aula der Universität Heidelberg, der Bibliothek Nußloch und in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Mit seiner profunden Vortragskunst und einem beeindruckenden Repertoire gelinge es ihm, die Werke der Dichter für seine Zuhörer erlebbar zu machen. Sein Repertoire umfasse unter anderem Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Busch, Hilde Domin, Joseph von Eichendorff und Rainer Maria Rilke. Alleine die Halunkenpostille, eine Lyriksammlung des Schriftstellers Fritz Graßhoff, habe er mehr als 100 Mal vorgetragen. Mit seinen Rezitationen rund um den Wein habe er wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Weinfestival im Palatin erfolgreich etablierte. Schließlich sei er ja auch als „Dieter der Einzige“ von 1994 bis 1997 als Weinkönig bei allen Veranstaltungen zum Thema Wein präsent gewesen.

Dieter Degreif habe Kunst, Kultur und Mundart in der Region gefördert, sowohl in Lesungen als auch in der aktiven Unterstützung von Vereinen. Lange Jahre habe er das Amt des Sitzungspräsidenten der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Wiesloch ausgeübt und im Vorstand und im Beirat der Kunstfreunde Wiesloch mitgearbeitet. In der evangelischen Johannesgemeinde habe er von 1971 bis 1996 mit Pfarrer i. R. Hans Rensch soziale Projekte und gesellige Veranstaltungen organisiert und sei immer bereit gewesen, gemeinnütziges Engagement zu unterstützen. Diese Einstellung zeigte er auch am Ehrungsabend. Bei seinen Dankesworten bat er die Besucher um Spenden für die Wieslocher Tafel, für die er eine Kasse aufgestellt hatte.

Es können hier nicht alle ehrenamtlichen und kulturellen Leistungen von Dieter Degreif wiedergegeben werden, genauso wenig wie die vielen Auszeichnungen und Ehrungen, die er vom Land, den Gemeinden Nußloch und Wiesloch, verschiedenen Vereinen sowie Theater- und Künstlerorganisationen erhalten habe. Elkemann meinte am Ende seiner Ausführungen: „Dieter Degreif gehört zu den wenigen Menschen, die sich seit mehr als 50 Jahren uneigennützig um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Er ist ein gebildeter Mitbürger, der in der Bevölkerung hohes Ansehen genießt.“ Er sprach damit aus, was viele Besucher der Veranstaltung dachten und beim anschließenden Umtrunk im persönlichen Gespräch mit dem Geehrten zum Ausdruck brachten.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Klaviertrio der Musikschule Südliche Bergstraße unter Leitung von Clemens Hettler in der Besetzung von Tabea Knopf (Klavier), Veronika Beurer (Violine) und Michelle-Margherita Sorrisso (Violoncello).

Im Anschluss an die Ehrung fand eine Rezitation mit Texten von Selma Merbaum statt. Auch hierüber berichtet Anton Ottmann in der RNZ.

„Einen besseren Rezitator als Dieter Degreif hätte man für diese sensiblen, zutiefst berührenden Gedichte nicht finden können. In klarer Bühnensprache, jedes einzelne Wort in seiner Bedeutung betonend und doch ohne Pathos und mit sparsamer Gestik, breitete er das Werk Selma Merbaums vor seinen Zuhörern aus. Degreif verzichtete dabei auf jede Erklärung und Interpretation, sein Mittel ist alleine die Sprache, oder besser noch: die Aussprache – die Deutung bleibt alleine dem Zuhörer überlassen. Es war ein die Seele berührender Vortrag, der das tragische Schicksal dieser jungen, hochbegabten Frau durch ihr Werk lebendig werden ließ. Dafür gebührt Dieter Degreif großer Dank“

(Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Neckar-Zeitung)

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