Donnerstags ist Wochenmarkt – Nüchternes Einkaufen in Leimen – Treffpunkt in Dilje
(fwu – 9.4.26) Am Donnerstag vor Ostern zeigte sich der Wochenmarkt in St. Ilgen wieder von seiner stärksten Seite. Wer am Nachmittag zwischen 15 und 19 Uhr über den Platz kam, sah schnell: Hier werden Waren verkauft, aber der Markt erfüllt längst noch eine weitere Aufgabe. Man bleibt stehen, redet, lacht, trifft Bekannte wieder und gönnt sich etwas Zeit.

Gute Laune am Getränkestand: Die Beach Boys aus Sandhausen sorgten beim Wochenmarkt in St. Ilgen für Versorgung und kleine Wettkämpfe.
Gerade dieser Nachmittagsmarkt hat sich in St. Ilgen zu einer festen Größe entwickelt. Die Diljemer kommen, dazu inzwischen viele Besucherinnen und Besucher aus Sandhausen und Leimen. Der Markt ist damit mehr als ein Einkaufsweg vor dem Abendessen. Er ist ein Termin im Kalender geworden.
Viel Betrieb trotz Lücke bei den Ständen
Dass diesmal mit Anton Mei der Metzgerei einer der wichtigen Stände fehlte, war durchaus spürbar. Leer wirkte der Markt trotzdem nicht. Im Gegenteil: Es kamen viele Besucher, und die Stimmung stimmte. Unter den auffälligen Stationen war an diesem Donnerstag der Stand der Beach Boys aus Sandhausen, einer Abteilung des Tennisclubs Sandhausen. Dort gab es Getränke – und ein kleines Spiel, das schnell Menschen anzog.
Zehn Sekunden – und alle schauen hin

Wer stoppt am genauesten bei zehn Sekunden? Die große Digitalanzeige machte das Spiel der Beach Boys zum Hingucker.
Auf dem Tisch stand eine große digitale Anzeige. Die Aufgabe war einfach erklärt und gerade deshalb so tückisch: Knopf drücken, innerlich mitzählen, dann möglichst genau bei 10 Sekunden wieder stoppen. Wer danebenlag, hatte verloren. Das Spiel lief jeweils zwischen zwei Personen. Der Anreiz war handfest: Ein Getränk kostete 3 Euro. Trat man zu zweit an, kosteten beide Getränke zusammen 5 Euro. Ein Euro Ersparnis, dazu ein kleiner Wettkampf – das funktionierte.
Und wer verlor, musste die Schandkrone der Beach Boys tragen, besorgt bei einem Fastfood-Anbieter. Das sorgte für Gelächter am Stand und zog die nächsten Neugierigen gleich mit an. Besonders gut lief es für unseren Hochleistungsreporter von Leimen-Lokal: Im ersten Versuch stoppte er bei 10,03 Sekunden, im zweiten dann punktgenau bei 10,00. Besser ging es nicht.
Vor Ostern wurde auch gerätselt

Vor Ostern wurde auf dem Wochenmarkt in St. Ilgen auch gerätselt: Besucher zeigen gefärbte Eier mit Buchstaben.
Weil Ostern vor der Tür stand, hatte die Vorsitzende des Stadtteilvereins St. Ilgen selbst gefärbte Ostereier mitgebracht. Auf jedem Ei stand ein Buchstabe. In der richtigen Reihenfolge ergab sich daraus ein Lösungswort. So standen die Leute an den Tischen, hielten Eier in der Hand, drehten sie, verglichen Buchstaben und diskutierten. Kein großes Bühnenprogramm, kein künstlicher Aufwand. Einfach eine Idee, die funktionierte.
Der Unterschied zum Markt in Leimen Zentrum

Der SPD Ortsverein verteilte rote Ostereier. v.l. Lisa-Marie Müller, Jane Mattheier und rechts Florian Mattheier
Gerade dieser Nachmittag macht den Markt in St. Ilgen besonders. Während der Markt in Leimen Zentrum auf dem Georgi-Marktplatz vormittags von 7 bis 13 Uhr stattfindet und damit vor allem dem Einkauf dient, entsteht in St. Ilgen am späten Tag eine andere Dynamik. Hier kommt man eher ins Gespräch. Man setzt sich noch auf ein Getränk zusammen. Man bleibt länger als geplant. Wobei auch in Leimen gab es vor Ostern ein kleines Präsent. Schon traditionell verteile die Leimener SPD dort ihre rotgefärbten Ostereier und das schon seit ca. 15 Jahren!
Das war auch am Donnerstag vor Ostern wieder zu sehen: ein lebendiger Markt, gute Laune, kleine Spiele, ein Rätsel mit Ostereiern und viele bekannte Gesichter. Für die Ortsgemeinschaft ist das ein Gewinn. Für die Marktbeschicker auch. Und für die Besucher sowieso. Der Wochenmarkt in St. Ilgen hat sich als verlässlicher Termin im Alltag etabliert. Er bringt Menschen zusammen, ohne großes Aufheben darum zu machen. Man kauft ein, man trifft Leute, man bleibt hängen. Genau das war auch diesmal wieder zu beobachten.
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