Ein Tag vor der Haustür – Rhein-Neckar-Kreis neu sehen und bereisen
(rnk – 23.2.26)
„Ein schöner Tag im Rhein-Neckar-Kreis“ heißt die 48-seitige Broschüre. Das klingt nach Sonntagsspaziergang. Ist es teilweise auch. Aber eben nicht nur.
Von Ort zu Ort hangelt sich das Heft durch die Region. Es geht zu bekannten Adressen wie dem Hockenheimring. Es geht aber auch ins Steinachtal, an die Elsenz oder in kleinere Orte, die man sonst auf der Durchfahrt übersieht. Der Anspruch ist klar: Tagesausflüge für Leute, die hier leben – oder nah dran sind.
Praktisch: Auf jeder Doppelseite stehen Hinweise zur Anreise mit Bus und Bahn, dazu Gastro-Tipps. Kein Hochglanz-Gerede über „kulinarische Highlights“, sondern konkrete Hinweise, wo man einkehren kann. Das ist bodenständig gedacht. Wer Kinder hat, findet ebenfalls Anregungen. Wer Technik mag, landet bei Ausstellungen zum Anfassen. Wer lieber Wald hört statt Motoren, bekommt Wandertipps. Das ist kein Geheimwissen. Aber es ist sauber sortiert.
Das große Bild: „Auf ins Wunderland“
Das zweite Heft ist dicker. 64 Seiten. Mehr Überblick, weniger Detail.
„Auf ins Wunderland“ richtet sich erkennbar an Gäste von weiter weg. Es geht um Kraichgau, Bergstraße, Odenwald und Oberrheinebene. Um Schwetzingen, Ladenburg, Neckargemünd. Um Radfahren, Wandern, Wohnmobil, Wasserwege – und sogar um Alpakas.
Die Struktur folgt vier Schlagworten: Sehenswertes, Entdeckenswertes, Begegnungen, Lieblingsmomente. Das klingt nach Tourismussprech. Bleibt aber im Rahmen. Die Texte bleiben lesbar und überfordern niemanden mit Superlativen. Wer die Region nicht kennt, bekommt ein solides Bild. Wer hier lebt, wird wenig Neues entdecken – aber vielleicht Lust bekommen, manches wieder anzuschauen.
Papier statt Pixel – warum eigentlich?
Beide Broschüren sind Teil der Kampagne „Im Süden ganz oben“. Dahinter steckt die Zusammenarbeit mehrerer Tourismusorganisationen im nördlichen Baden-Württemberg. Parallel gibt es eine neue Website. Man kann fragen: Braucht es 2026 noch gedruckte Hefte?
Offenbar ja. Sie liegen kostenlos im Landratsamt in Heidelberg aus, ebenso in Sinsheim, Weinheim und Wiesloch sowie in Tourist-Infos der Kommunen. Man nimmt sie mit, legt sie auf den Küchentisch, blättert am Abend. Das ist etwas anderes als fünf offene Browser-Tabs. Gedrucktes hat einen Vorteil: Es drängt sich nicht auf. Es wartet.
Was bleibt?
Die Hefte wollen nichts neu erfinden. Sie ordnen Bekanntes. Sie bündeln Möglichkeiten. Sie geben Ideen für Menschen, die am Wochenende nicht nach Barcelona fliegen wollen, sondern einfach raus. Kein großes Pathos. Keine Versprechen vom „einzigartigen Erlebnisraum“. Sondern Vorschläge für einen freien Tag. Das reicht manchmal schon.
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