„Katharina von Bora Weg“ – Leimens neuester Weg beim Frauenspaziergang enthüllt

Gut besuchter Frauenspaziergang


(fwu – 12.3.20) Noch ist sie auf keiner Landkarte verzeichnet und genaugenommen ist sie noch nicht einmal als Straße oder Weg erkennbar. Aber sie – diese bisher noch unbekannte Straße – hat bereits einen Namen und sogar schon ein Straßennamensschild-Erklärungsschild. Dieses stellte Bürgermeisterin Claudia Felden beim von der lokalen Agenda Leimen organisierten Frauenspaziergang am Weltfrauentag erstmals der Öffentlichkeit vor. Der Frauenspaziergang fand in Leimen schon zum achten Mal statt und wie jedes Jahr wieder zu Straßen und Einrichtungen, die den Namen von Frauen tragen.

An den jeweiligen Straßenschildern berichteten Bürgermeisterin Felden, Stadträtin Jane Mattheier oder Helga Bender über Leben und Wirken der durch die Benennung geehrten Frauen. Dies waren Bertha Pappenheim, Lise Meitner, Katharina von Bora, Leonie Wild, Antonie Kraut, Edith Stein und Sophie Scholl. 

Der neue „Katharina-von-Bora-Weg“ (rot) – noch ohne Eintrag in den Online-Karten

 


Erstmalig stand der Katharina-von-Bora-Weg mit auf der Angenda. Dieser führt von der Theodor-Heuss-Straße am Generationenzentrum der evangelischen Heimstiftung vorbei nach Nordwesten. Ein offizielles Straßenschild gibt es zwar noch nicht, aber immerhin schon das Erläuterungsschild zum Straßenschild, das Bürgermeisterin Felden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern (ja, drei Männer nahmen am Frauenspaziergang auch teil) erstmalig zeigte.

Blick in den Katharina-von-Bora-Weg

Laut Wikipedia war Katharina von Bora, nach der Heirat Katharina Luther (* 29. Januar 1499 in Lippendorf; † 20. Dezember 1552 in Torgau), eine sächsische Adelige und Zisterzienserin. Mit 26 Jahren heiratete sie den deutschen Reformator Martin Luther. Später wurde sie deshalb auch die Lutherin genannt.

Das Generationenzentrum der evangelischen Heimstiftung

Somit ist auch die Lage des Katharina-von-Bora-Weges neben dem Generationenzentrum der evangelischen Heimstiftung sehr passend.

An die Gründerin der ev. Heimstiftung, Dr. Antonie Kraut, erinnerte Stadträtin Jane Mattheier, die auch die unten aufgeführten Lebenslauf verfasste. 


Dr. Antonie Kraut

Stadträtin Jane Mattheier berichtete über Dr. Antonie Kraut

Pionierin aus Stuttgart und Gründerin der Evangelischen Heimstiftung in Baden-Württemberg

Geboren 1905 in Stuttgart, jüngste und einzige Tochter eines Anwalts und seiner sehr gut ausgebildeten (drei Fremdsprachen) Ehefrau, vier ältere Brüder.

Sie besucht die höhere Töchterschule, Bildung wird in der Familie sehr hoch bewertet, jeden Abend wird in der Familienbibliothek gemeinsam gelesen.

Weitere Stationen des Frauenspazierganges am Weltfrauentag

Vater: konservativer Politiker, Monarchist, Unterstützung für württembergischen König Wilhelm II., Parlamentsangehöriger. Mutter: Kindererziehung und soziales Engagement, kirchlich engagiert, hielt jeden Tag eine Andacht mit den Angestellten. Organisiert Hilfe für hilfsbedürftige Kinder in der Gemeinde. Sie arbeitet lange beim Landesverein der Inneren Mission Württemberg. (LVIM)Die Innere Mission ist eine Initiative zur christlichen Mission innerhalb der evangelischen Kirche. In Deutschland begründete Johann Hinrich Wichern die Innere Mission; sie ging im Diakonischen Werk auf.

Weitere Stationen des Frauenspazierganges am Weltfrauentag

1914 ziehen drei der Brüder in den Krieg, zwei fallen. Antonie geht in das Mädchengymnasium, nach dem Abitur studiert sie in den zwanziger Jahren in Tübingen und München Jura und wird Anwältin in der Kanzlei ihres Vaters wie ihre Brüder. Zur NS-Zeit sind Frauen in der Justiz nicht gern gesehen, daher hält sie sich in der Öffentlichkeit zurück.

1943 wird sie dienstverpflichtet im Kriegsschadensamt, was ihr zunächst nicht gefällt, allerdings viel Erfahrung für ihr weiters Wirken bringt.

Weitere Stationen des Frauenspazierganges am Weltfrauentag

Nach dem Krieg ist sie 1945 Gründungsmitglied der Liga der freien Wohlfahrtsverbände in Baden- Württemberg.

1949 wird sie Geschäftsführerin der LVIM in Württemberg.

1950 kommt der Zusammenschluss der LVIM mit dem Evangelischen Hilfswerk und dem Evangelischen Wohlfahrtspfarramts zur AG der Diakonischen Werke in Württemberg, Sinn war ein einziger Träger für verschiedenste Heime zu werden.

1952 wird die Evangelische Heimstiftung gegründet, was sie als Krönung ihrer Arbeit sah.

Durch Krauts Initiative wurde der Weg bereitet für moderne Wohnformen in Heimen, Eigenverantwortung der Bewohner, Vorteile von Einzelzimmern mit eigenem Bad und alternativer Essenswahl.

1993 wird Antonie Kraut die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen.

Sie stirbt 2002.

 

 

 

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