Eltern starten Petition: Schulkinder gegen Tiefgarage – Leben statt parken

(pm 14.2.22) Die Vorsitzenden des Elternbeirates der Leimener Turmschule haben am letzten Donnerstag auch Change.org eine Petition an Oberbürgermeister Hans D. Reinwald und den Gemeinderat gestartet. Diese richtet sich gegen in Planung befindlichen Bau einer Tiefgarage auf dem Schulhofgelände der Turmschule.

Stand Sonntag hatte die Petition bereits 500 Unterschriften erhalten. Wobei derzeit nicht nachvollzogen werden kann, in welchem Umfange tatsächlich Leimener Bürger zu den Unterzeichnern gehören, respektive, ob Ortsfremde unterzeichnet haben. Um zu unterschreiben, ist lediglich eine E-Mail-Adresse mit Verifikation erforderlich.

Hier der Text der Petition:


Liebe Eltern der Turmschulkinder, liebe Eltern aller Kita- und Kindergartenkinder, liebe Bürgerinnen und Bürger von Leimen!

Kristina Funkert

Die Große Kreisstadt Leimen plant den Bau einer Tiefgarage unter dem Schulhof der Turmschule Leimen. Es klingt attraktiv: Der ziemlich in die Jahre gekommene Rathausplatz wird endlich saniert und mit der Errichtung eines Stadthauses werden zusätzlich auch noch Gewerbeflächen und Wohnraum geschaffen.

Für sich genommen mag das eine gute Sache sein, wäre da jedoch nicht der Aspekt, dass es bisher kein Konzept für unsere Schulkinder gibt. Wo und wie sollen die Grundschüler der Turmschule während der Bauzeit, die mindestens 4 Jahre andauern soll, unterrichtet werden?

Denn eins ist klar: Direkt angrenzend an die Baustelle mit Baulärm und Baustaub kann sich kein Kind konzentrieren und lernen. Die Fenster zu schließen wäre vielleicht eine Möglichkeit, doch aufgrund der Corona-Pandemie gehört regelmäßiges Lüften in unseren Schulen zum Pflichtprogramm. Zudem ist im Sommer bei fast 34 Grad Raumtemperatur an geschlossene Fenster erst recht nicht zu denken.

Wo sollen sich unsere Kinder in den Pausen bewegen, springen, spielen und den Kopf frei bekommen, wenn dann auch noch der Schulhof aufgerissen wird? Wir reden hier leider nicht von einer überbrückbaren Zeit, bei der man mal ein Auge zudrücken kann. Nein, die Bauphase ist für mindestens 4 Jahre angesetzt! 4 Jahre umfassen die komplette Grundschulzeit eines Kindes. 4 Jahre, die für die schulische und berufliche Zukunft entscheidend sind!

Ebenso unklar ist auch die Zukunft der Leimener Musikschule und ihrer Schüler, die dort im Anschluss an den Unterricht musikalisch gefördert werden. Das Gebäude der Musikschule muss für die Zufahrt der neuen Tiefgarage abgerissen werden und es gibt bis heute keine genauen Pläne, wo die Musikschule während der Bauphase untergebracht werden soll und wo sie im Anschluss an die Bauphase ihr neues Zuhause finden wird. In der Kalkulation der Tiefgarage ist die Musikschule nämlich noch gar nicht berücksichtigt.

Vielleicht ist es wirklich notwendig, dass zusätzliche Parkflächen im Zentrum geschaffen werden, aber muss es wirklich noch eine Tiefgarage sein? In direkter Nachbarschaft befinden sich bereits drei weitere Tiefgaragen. Die Georgi-Tiefgarage ist selten vollkommen ausgelastet. Mögliche Alternativen, die sogar nur einen Bruchteil der Investitions- und Folgekosten einer Tiefgarage bedeuten würden, werden ignoriert. Beispielsweise könnte ein vorhandenes, ungenutztes Grundstück in Zentrumsnähe erworben werden und darauf fast unbegrenzter, oberirdischer Parkraum durch ein Parkhaus in Stahlbauweise geschaffen werden. Dieses wäre sogar auch in Zukunft flexibel an den Bedarf anpassbar – in der Erweiterung als auch in der Reduzierung. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus befindet sich zudem ein Grundstück mit ausbaufähigen Parkmöglichkeiten, die sogar zum Teil schon von Rathausmitarbeitern angemietet worden sein sollen. Oder wie man hört und liest, will sich vielleicht auch in naher Zukunft ein Investor zentrumsnah mit einer Einkaufspassage inklusive Tiefgarage ansiedeln, mit dem sich die Große Kreisstadt durchaus zusammenschließen könnte! Man müsste nur die dazu nötigen Gespräche führen. Wenn man über den Tellerrand hinausschauen würde, ließen sich vielleicht sogar noch weitere Möglichkeiten finden.

Die Große Kreisstadt Leimen ist hoch verschuldet, mehrere Jahre wurde beispielsweise der Neubau unseres abgebrannten Jugendtreffs „BASKET“ verschoben (Kosten ca. 1,5 bis 2 Millionen Euro). „Zu teuer“, so die Argumentation der Stadträte und unseres Stadtoberhaupts. Aber der Neubau einer zweifelhaften und überteuerten Tiefgarage (Kosten ca. 4 – 6 Millionen Euro) wird direkt im Haushalt verankert.

Die Pandemie hat leider deutlich gemacht, dass Kinder keine Stimme, keine Priorität und eigentlich auch keine Lobby haben. Dabei sind sie unsere Zukunft! Wir, der Elternbeirat der Turmschule Leimen, möchten den Kindern mit dieser Petition eine Stimme geben. Geben auch Sie unseren Kindern Ihre Stimme!

Sagen Sie NEIN zum Bau der Tiefgarage unter dem Schulhof!

Wir und über 1.000 Kinder werden es Ihnen danken!

Ihr Elternbeirat der Turmschule Leimen                                                             

Andrea Germann & Kristina Funkert                                     

(Elternbeiratsvorsitzende & Stellvertretung)

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