Emotionales und grandioses Benefizkonzert von Joanna Michna für Rosemarie Michna

Michael Reinig bei seiner Ansprache

(fwu – 28.3.23) Am vergangenen Samstag fand in der St. Ilgener Aegidiushalle das 2. Benefizkonzert von Joanna Michna in Memoriam ihrer Mutter Rosemarie Michna statt, zu dem sich ca. 75 Besucher eingefunden hatten. Der Anlass des Konzertes war die Erinnerung an die Gründerin und langjährige Präsidentin des Internationalen Kultur- und Wissenschaft-Zentrums, „IKWZ“. Rosemarie Michna investierte viel Einsatz, Energie und Herzblut in das IKWZ und lebte die Vereinsziele mit Leib und Seele. Bürgermeisterin Claudia Felden würdigte im ersten Konzert bereits die herausragende Persönlichkeit von Rosemarie Michna.

Der gut besuchte Saal der Aegidiushalle

Die Künstlerin Joanna Michna, die an diesem Abend auftrat, gab Auskunft über die Auswahl der Stücke und was sie mit diesen verbindet. Das Thema des Abends war die „Rückgewinnung des Intimen“. Reinhard Brembeck beschrieb im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung das Spiel von Rosemarie Michna als „fast bestürzend schöne Hörerfahrung“. Dieses Thema griff die Künstlerin auf und erzählte von ihrer innigen Beziehung zur geliebten Mutter. Sie zog von München hierher, um sich jahrelang aufopfernd, um ihre Mutter zu kümmern und gab deswegen ihre Konzerttätigkeit auf. Der Tod der Mutter war ein schwerer Schlag und führte zu unendlicher Trauer. Der Gedanke an ein Benefizkonzert im Gedenken an ihre Mutter gab ihr Mut und Hoffnung. Trotz unzähliger Widrigkeiten hat sie diesen Weg nach so langer Konzertabstinenz erfolgreich gemeistert.

Die Künstlerin Joanna Michna

Das Konzert war ein voller Erfolg und die Zuschauer waren begeistert von der musikalischen Darbietung und der emotionalen Geschichte dahinter. Es war ein würdevolles Gedenken an Rosemarie Michna und ein Zeichen dafür, dass ihr Vermächtnis weiterlebt. Joanna Michna fasste das vor dem Konzert so zusammen:

„Vor allem hat meine Mama nach ihrem Tod endlich eine Ehrung verdient. Sie hätte sich dies in Form von einem Konzert von mir gewünscht. Sie war mein größter Fan und war sehr stolz auf meine Erfolge. Nach langjähriger Zwangspause wollte ich mein Comeback hier auf der Bühne in Leimen feiern. Zu diesem besonderen Anlass, zu Ehren meiner geliebten Mama.“

Das IKWZ wird auch in Zukunft ihr Andenken ehren und sich für die Ziele einsetzen, die sie so leidenschaftlich verfolgte.


Auch zu den von ihr für das Konzert ausgewählten Stücken ließ Joanna Michna jeweils einen persönlichen Hintergrund erläuterten, den Michael Reinig vor Beginn des Konzertes dem Publikum vortrug:

Franz Schubert (1797-1828) Impromptu c-Moll & Es-Dur Op. 90, D.899

Joanna Michna:

„Seit einiger Zeit habe ich Schubert für mich wieder neu entdeckt. Meine Mama saß neben mir als ich ihr Schubert letzte Sonate und Impromptu vorspielte (es war im Anfangsstadium ihrer Krankheit). Ich sagte, dass ich mir wünschen würde, neue CD mit Musik von Schubert auf einem Instrument aus seiner Epoche und auf einem modernem einzuspielen. Meine Mama sagte begeistert „das musst du unbedingt machen! Leider ist dies bisher nicht realistisch.

In dem Impromptu kann man – finde ich – spüren, dass Schubert in seiner Musik sein Schicksal verarbeitete. Er wusste, dass er bald sterben wird. Die wunderschönen Lieder von Schubert und auch Verdis Musik in der Bearbeitung für Klavier von Franz Liszt haben starken Bezug zu meiner Vergangenheit, in der ich zusammen mit meiner Schwester aufgetreten bin. Die Titel der Lieder habe ich nicht zufällig gewählt.

Weitere Stücke von Franz Schubert in der Klavierbearbeitung von Liszt: „Erlkönig“ „Wohin?“, „Frühlingsglaube“, „Erlkönig“, „Duetto finale“ aus „Aida“ und die Arien aus Wagners Dramen haben alle Bezug zu großen Lieben und auch fast alle, bis auf „Elsa“ aus „Lohengrin“ auch zum Tod. Auch deshalb habe ich diese Stücke in mein Programm eingeschlossen Die Worte „.Nun muss sich alles wenden..“ im „Frühlingsglauben“ geben mir die Hoffnung, dass alles besser werden wird…“

Franz Liszt (1811-1886) 2. Ballade h-Moll

Joanna Michna:

„Die 2. Ballade h-Moll gehört ähnlich wie die „Dante“ Sonate, die ich beim ersten Benefizkonzert in memoriam Rosemarie M. vorgetragen habe, schon viele Jahre zu meinen und Mamas Lieblingstücken. Beide Werke sind hochemotional und wurden von vielen Kritikern in meiner Ausführung hochgelobt. Ich habe diese sogar mehrmals aufgenommen.“

Frédéric Chopin (1810-1849) – Fantasie f-Moll Op. 49, – Polonaise As-Dur Op. 53 (“Heroische”)

Joanna Michna:

„Als anerkannte Chopin-Interpretin wählte ich diesmal die weniger bekannte „Fantasie“, die früher eine meiner und auch Mamas Lieblingstücke gewesen ist. Chopins Schüler sagten über dieses Stück: „Chopin selbst war nicht in der Lage die Polonaise so donnernd wie wir es meistens hören, selbst zu spielen. Bei dem berühmten Oktaven-Mittelteil hat er „pp“ (pianissimo – sehr leise) angefangen und spielte ohne besondere Steigerung der Dynamik“ (Im Notentext steht es von „pp“ bis „ff“, also extreme Steigerung). 

„Einmal hat Chopin zu mir gesagt, dass er sich sehr unglücklich gefühlt hat als er hörte, wie diese Große Polonaise zu schnell gespielt wurde, was die Größe und das Majestätische (die Prächtigkeit) dieser edlen Inspiration vollkommen zerstört hat“

Giuseppe Verdi / F. Liszt Danza sacra e duetto final aus der Oper Aida – Richard Wagner / F. Liszt Highlights aus

– Tannhäuser („O du, mein holder Abendstern“)
– Lohengrin („Elsas Traum“)
– Tristan und Isolde(„Isoldens Liebestod“)

Joanna Michna:

„Meine Mama liebte es, wie ich „Isoldens Tod“ für sie spielte, Ich erinnere mich an einen Tag 2018, wo ich meiner Mama die „Isolde“ vorspielte. Meine Schwester Irene und mein Vater kamen in mein Zimmer und Mama zeigte den beiden deutlich, dass sie ruhig bleiben sollen, bis ich das Stück zu Ende vorgetragen hatte…

Eigentlich liebte meine Mama alles, was ich spielte… Meine Musik hat sie immer sehr berührt… Das letzte, was meine Mama noch in der Lage war zu hören, als ich es für sie spielte und als sie schon sehr krank war, aber noch gehen konnte, war „Elsas Traum“ – und sie hat sogar dazu gesungen!

Sehr oft, wenn ich diese Stücke spiele, muss ich weinen… Meine Mama hat mir versprochen, dass sie mich nie verlassen wird. Ich
möchte glauben, dass sie bei mir ist. Sie war für mich der wichtigste und der allerliebste Mensch auf der Welt.  Das IKWZ ist für mich ein Vermächtnis meiner geliebten Mama. 2018 wurde ich, ihrem Wunsch entsprechend, ihre Nachfolgerin als Präsidentin des Vereins.“

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