Erfüllte Weihnachtswünsche – Zehn Jahre „Luna-Weihnachtsaktion“ in Leimen

Tafel-Leiterin Sabine Kuhn mit Tafel-Helfern kurz vor der Geschenkausgabe

(fwu – 23.12.25) Manche Wünsche haben keinen großen Preis – aber ein leuchtendes Kinderherz kostet oft mehr Mut als Geld. In Leimen wächst seit nunmehr zehn Jahren ein besonderes Stück Weihnachtszauber heran. Ein Zauber, der sich nicht in Konsum oder Katalogträumen misst, sondern in dem schlichten Glauben: Kein Kind soll an Weihnachten leer ausgehen.

Andrea Stübe hatte diesen Gedanken 2016 nicht nur im Herzen, sondern bald auch in den Händen. Damals, noch ganz klein und getragen von persönlichem Einsatz, hob sie die „Luna-Weihnachtsaktion“ aus der Taufe. Was sie bewegte, war nicht nur Mitgefühl, sondern auch eine stille Wut darüber, dass ein fehlendes Geschenk an Geld scheitern könnte. Und so wurde aus Empathie ein Plan – und aus dem Plan ein festes Ritual.

Heute, zehn Jahre später, stehen ihre Mitstreiter mit stapelweise Geschenken in den Räumen der Leimener Tafel im Mörikeweg. Sabine Kuhn, Leiterin der Tafel, und Birgit Zeitler vom Trägerverein „Auf Augenhöhe“ haben die Organisation übernommen. Gemeinsam mit vielen helfenden Händen sorgen sie dafür, dass auch 2025 wieder Kinderaugen glänzen können – nicht aus Mangel, sondern vor Freude.

In diesem Jahr gingen 106 Wunschzettel in Umlauf. Kleine Zettel mit großer Bedeutung. Die Wünsche – klar begrenzt auf 30 Euro – kamen von Kindern bis 14 Jahren, viele mit Migrationshintergrund. Für die Kleinsten füllten die Eltern die Zettel aus. Eine bebilderte Auswahl erleichterte das Ausfüllen – denn wer ein Geschenk formuliert, muss auch wissen, dass Wünsche erlaubt sind.

Und wie sie erfüllt wurden! Ob Fußball, ferngesteuertes Auto, LEGO-Technik oder ein kleines Nagelstudio – jedes Geschenk trug den Hauch von „Ich wurde gesehen“. Die Wunschbäume standen beim Weingut Adam Müller, der Volksbank Kurpfalz, dem Spielwarengeschäft „Spielgut“ und in der „Villa Oliva“. Bürger konnten einen dieser Wunsch pflücken – manche übernahmen gleich mehrere. Liebevoll verpackt und oft mit einer Karte oder Süßigkeit versehen, landeten sie wieder bei der Tafel.

Besonders tatkräftig war in diesem Jahr das Team der Firma Sika: Acht Mitarbeitende kamen, schnitten, falteten und wickelten – Geschenke, nicht Dienstzeiten. „Die machen das richtig gut, die verpacken nonstop“, sagte Kuhn anerkennend. Auch „Spielgut“ war ein treuer Partner: Dort konnten alle Wünsche direkt gekauft werden.

Doch nicht alle Wunschzettel fanden Paten. Die Organisatorinnen spürten, dass in diesem Jahr weniger Menschen Wünsche erfüllten. Dafür war die Spendenbereitschaft umso größer. Mit den Geldspenden konnte die Tafel die verbleibenden Geschenke selbst einkaufen. Ein starkes Signal setzte auch die „Villa Oliva“, die versprach, alle übrig gebliebenen Wünsche zu übernehmen – und Wort hielt.

Kurz vor dem vierten Advent erfolgte die Übergabe. Kein großes Tamtam, sondern stille Freude, warm verpackt. Und da waren sie wieder, diese Momente, in denen Weihnachten seinen wahren Klang entfaltet: Wenn sich ein Kind leise bedankt. Oder gar nicht – weil es sprachlos ist vor Glück.

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