„Erinnerung als Mahnung!“ –
Gemeinsames Wort der Leimener Kirchen

Am 22. Oktober 2020 jährt sich die Deportation badischer Jüdinnen und Juden nach Gurs zum 80. Mal. Aus diesem Anlass läuten in ganz Baden die Glocken, bei uns in Leimen um 19 Uhr. In vielen Orten Badens werden zum Geläut der Glocken die Namen der Opfer verlesen. Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh schreibt dazu: „Die Verlesung der Namen ist ein Beweis, dass es den Nationalsozialisten nicht gelungen ist, jegliche Erinnerung an ihre Opfer zu tilgen.“ Aus Leimen wurden am 22. Oktober 1940 verschleppt:

Hugo Mayer, gest. 1942 Noé
Karolina Mayer, gest. 1944 Auschwitz
Karoline Bierig, gest. 1942 Auschwitz
Selma Bierig, gest. 1942 Auschwitz

Wir gedenken dieser vier jüdischen Mitbürger aus Leimen und wollen mit unserem gemeinsamen Wort der Leimener Kirchen ein Zeichen setzen: Gewalt, Hass und Hetze haben keinen Platz in unserer Gemeinden und in unserem Land.


Zum 80. Jahrestag der Deportation badischer Juden nach Gurs.

Was war?
Was wird sein?
Wir sind nicht verantwortlich dafür, was war!
Wir sind verantwortlich dafür, was sein wird!

Wir erinnern uns an die Deportation badischer Juden nach Gurs vor 80 Jahren. Auch in Leimen wurden Juden am 22. Oktober 1940 verschleppt. Sie starben in den Lagern in Südwestfrankreich an Hunger und Krankheit unter unmenschlichen Bedingungen oder wurden in Ausschwitz ermordet.

Sie starben aus Gründen, die leider auch heute wieder aktuell sind. Antisemitisches, rassistisches Gedankengut verschiedener Schattierungen ist in Teilen unserer Gesellschaft präsent. Hinzu gesellt sich Hetze und Hass gegenüber Fremden, nicht selten in Verbindung mit Verschwörungstheorien.

Wir Christen dürfen nicht schweigen, wenn unsere jüdischen Mitbürger wieder in einem Klima der Angst leben müssen. Wir Christen dürfen nicht schweigen, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion bedroht werden.

Im Bekenntnis zur Liebe Gottes zu uns Menschen treten wir ein für eine offene und tolerante Gesellschaft, für ein friedliches Miteinander in gegenseitigem Respekt. Daher erinnern wir uns an das was war, als Mahnung für uns alle in Gegenwart und Zukunft.

Als sichtbares Zeichen dieser Mahnung steht im Foyer des Alten Rathauses Leimen ein Gedenkstein. Er wurde im Rahmen des Ökumenischen Jugendprojektes Mahnmal von drei Jugendlichen angefertigt.

Der Gemeinderat Leimen hat am 21. März 2013 dazu folgenden Beschluss gefasst: „Nach Abschluss der Bauarbeiten am Rathausplatz wird er endgültig im Bereich des Rathausplatzes aufgestellt und in Abstimmung mit dem Gemeinderat ein würdiger Platz gefunden.“

Wir erinnern aus gegebenem Anlass auch daran, dass der Gemeinderat zu seiner Verantwortung steht und mit den Planungen für die Umsetzung dieses Gemeinderatsbeschlusses rechtzeitig beginnt. Möge dieser Gedenkstein ein Stein des Anstoßes zum Schutz der Würde aller Menschen sein!


Evang. und Kath. Kirchengemeinden Leimen, St. Ilgen und Gauangeloch


 

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