Europäische Impfwoche: Bevölkerung für Impfmaßnahmen sensibilisieren

Vom 24. bis 30. April: 11. Europäische Impfwoche.

43F-RNK-Wappen(rnk – 27.4.16) Die 11. Europäische Impfwoche ist Bestandteil der Weltimpfwoche. Sie wird seit 2005 jährlich veranstaltet und soll das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung von Impfmaßnahmen für Gesundheit und Wohlbefinden schärfen. Die Impfung eines jeden Menschen ist entscheidend für die Verhütung von Infektionskrankheiten und den Schutz von Menschenleben.

Die vom 24. bis 30. April 2016 veranstaltete 11. Europäische Impfwoche steht unter dem Motto „Impflücken schließen“. Von zentraler Bedeutung ist es, besonders gefährdete Gruppen, die sich in Konfliktsituationen befinden oder unmittelbar Notlagen ausgesetzt sind, zu erreichen. Die Notwendigkeit von Impfmaßnahmen während des gesamten Lebens wird unterstrichen.

Dank leistungsfähiger Impfprogramme sind die 53 Mitgliedstaaten der WHO dem Ziel einer Ausrottung von Masern und Röteln in Europa näher denn je. Doch trotz enormer Fortschritte bei der Verwirklichung dieses Ziels müssen noch bestehende Impflücken geschlossen werden um künftige Ausbrüche der Krankheiten zu verhindern.


Interview mit Dr. Rainer Schwertz, Leiter des Gesundheitsamts Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg

Gegen welche Erkrankungen kann man sich impfen lassen?
Es gibt Impfungen gegen viele Erkrankungen. Von der STIKO empfohlen werden z. Bsp. die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Polio (Kinderlähmung), Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln. Für mehrere Impfungen ist meist nur eine Injektion nötig (Mehrfachimpfstoffe). Wenn Sie einer Risikogruppe (z.B. medizinisches Personal, Menschen mit besonderen Erkrankungen) angehören empfiehlt die STIKO weitere Impfungen.

Muss ich mich regelmäßig impfen lassen?
Gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie muss der Impfschutz alle zehn Jahre erneuert werden. Andere Impfungen – z.B. gegen Masern – hinterlassen einen lebenslangen Schutz.

Wo kann ich mich über Impfungen informieren?
Bei Ihrem Arzt, dem örtlichen Gesundheitsamt und auf der Seite www.impfen-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es leicht verständliche Informationen. Auch auf der Webseite des Robert Koch-Institutes finden Sie unabhängige Antworten auf alle Fragen rund ums Impfen: www.rki.de/impfen

Wie gefährlich sind Impfungen?
Impfungen haben auch Nebenwirkungen. Insgesamt ist die Gefahr durch die Krankheit aber viel höher als die Gefahr durch die Impfung. Auf der Seite finden Sie Antworten zu Einwänden gegen Impfungen.

Wieso ist es besonders für Eltern wichtig, sich impfen zu lassen?
Eltern haben oft engen Kontakt zu Säuglingen, die selbst noch nicht vollständig geimpft sein können und darum besonders gefährdet sind. Keuchhusten z.B. kann für Säuglinge lebensbedrohlich sein.

Warum sollte man sich auf jeden Fall gegen Masern impfen lassen?
Masern sind hoch ansteckend und können lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auslösen – aber man kann sie ausrotten. Amerika und auch einige europäische Länder haben das bereits geschafft. Deutschland noch nicht! Um die Masern auszurotten müssen mehr als 95% der Menschen gegen sie immun sein. Dafür sind zwei Masernimpfungen notwendig. Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird empfohlen, diese nach Möglichkeit in den ersten zwei Lebensjahren durchzuführen. Viele Jugendliche und junge Erwachsene wurden als Kinder gar nicht oder nur einmal geimpft.

Die Folge: Im Jahr 2015 war fast die Hälfte der Masernkranken älter als 15 Jahre. Das Risiko für Komplikationen bei einer Erkrankung im Erwachsenenalter nimmt deutlich zu. Zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung im Jahr 2015 hatten:

  • In der Stadt Heidelberg 95,8 Prozent der 4- bis 5-Jährigen zwar eine, aber nur 90,4 Prozent auch die zweite Impfung erhalten.
  • Im Rhein-Neckar-Kreis waren auch 95,8 Prozent der 4- bis 5-Jährigen einmal, aber nur 89 Prozent zweimal geimpft.
  • Besonders wenige Kinder hatten eine 2. Impfung in Altlußheim, Eberbach, Ilvesheim, Reilingen und Schönbrunn erhalten.
  • In Schwetzingen hatten 2015 93,8 Prozent eine und 91,7 Prozent der 4- bis 5-Jährigen zwei Impfungen.

Deshalb mein Bitte an die Bevölkerung: Lassen Sie Ihren Impfschutz von einer Ärztin oder einem Arzt überprüfen.

 

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