Fasnachts-Nachlese Nr. 1:
Der Nußlocher Umzug – Wetterglück gehabt!

(fwu et al. – 21.2.26) Der Wetterbericht hatte schlechte Laune. Wind, Regen, ungemütlich. Wer am Dienstag in Nußloch stand, bekam davon wenig mit. Ein paar Wolken, ja. Aber auch Sonne. Kein Regen. Und vor allem: viele Menschen am Straßenrand.Den Auftakt machte das Gajemänndl des KC Nußloch. Eine Figur aus dem Heimatbuch, 1779 in Gerichtsakten erwähnt, vermutlich einst ein Aufsichtsbeamter, der Holzdieben im Wald auflauerte . 1982 wurde das Gajemänndl wiederbelebt. Die Maske stammt vom Schwarzwälder Holzmaskenschnitzer Konrad Wernet. Seither gilt es als guter Geist der Nußlocher Fasenacht. Wer „Narri-Narro“ ruft, meint es ernst mit dem Spaß.
Musikalisch zog der Musikzug des KC Nußloch unter Markus Moser durch die Straßen . Ohne Blasmusik kein Umzug. Das Blech sorgte dafür, dass auch der Letzte am Rand wusste: Jetzt kommt was. Mit kräftigem „Narri Narro“ folgten die Giggelsburg Waiwa um Jennifer Neef . Kurz darauf wurde es klassisch alemannisch: Die Hexe vum Grobrunn unter Thorsten Menrath brachte Hexen und Teufel auf die Straße . Ihre Walpurgisnacht am 30. April ist längst gesetzt. Der Ruf wurde dreimal wiederholt. Sicherheitshalber.
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Noch jung sind die Burghexen Dilsberg. Gegründet 2024, mit Zunftmeister Andreas Rieth an der Spitze . Frisch im Geschäft, aber mit klarer Stimme. Ihr Ruf erklärt sich selbst. Seit 1988 unterwegs ist die Freie Narrenzunft Daxlanden mit den Daxlander Schlampen . Pia Speck führt die Gruppe. Das Verhältnis ist geregelt: Zehn Schlampen auf eine Hexe. Ordnung muss auch in der Narretei sein.
Laut, schräg und gewollt unüberhörbar kamen die Chaos Moggel aus Schöllbronn unter Gottlieb Neumeier . Danach zogen die Münsterwächter Neuenburg mit Sven Morath, die Hexenzunft Eppingen mit Peter Heinzmann und die Noctem NZ Richen mit Dirk Wintterle vorbei . Häser, Masken, viel Handarbeit. Das näht keiner zwischen Tagesschau und Spätfilm.
Die Sandhaiser Narrenclique „Schlappgosch Rudscha Waggis“ unter Ingo Spieß setzte noch einen drauf . Namen, die man zweimal lesen muss. Aber genau das bleibt hängen. Mit Bulldog und Anhänger rückte der Musikverein Feuerwehrkapelle unter Yannik Veits an . Klang nach Kerwe und nach einem Abend, der länger wird als geplant. Der Reitverein Nußloch, vertreten durch Ines Baust, setzte auf das Motto „Zebramuster statt Satteldecke – der Reitverein Nußloch heut in der Steppe!“ . Zwischen PKW und Anhänger wurde kurzerhand Afrika ins Dorf verlegt. Auch die örtlichen Vereine zeigten Präsenz.
Die SG Nußloch war mit Judo unter Marcel Schädler und der Handball-Abteilung vertreten . Die Korkenknaller feierten 25 Jahre Bestehen . Ein Vierteljahrhundert – das schafft man nicht mit Mineralwasser. Aus Ettlingen kamen die Radauguggen Spessart unter Carlo Schmidt . Der Name war Programm. Die Interessengemeinschaft Volksschauspiele, kurz IGV, mit Bianca Mundelsee schob ihren Handwagen durch die Menge . Theater auf Achse.
Stark! Die Diljemer Frösche

Besonders stark vertreten war der KC Frösche St. Ilgen. Vorstand Stefan Riemensperger hatte seine Leute sichtbar mobilisiert. Grün, präsent, bestens gelaunt. Mit dabei Claudia Felden, Leimens Bürgermeisterin, Frösche-Ehrensenatorin und aktuell Landtagskandidatin. Trotz Wahlkampf fand sie noch Zeit für den Umzug oder gehört das dazu? Dann macht ihr offensichtlich beides ordentlich Spaß! Auch die frischgebackene Mutter und Stadträtin Lisa-Marie Müller nahm gutglaunt teil: Mit Baby auf dem Arm! Respekt!
Mit Wagen dabei waren außerdem der FV Nußloch unter Willi Stapf, der Hoffenheimer Carnevalsclub Hirsche mit Matthias Max sowie der Freundeskreis Schmutziger Donnerstag . Unterschiedliche Farben, unterschiedliche Ideen, aber überall derselbe Kern: mitmachen statt zuschauen. Die Sängereinheit Nußloch mit Uwe Ebner kam mit Hacko daher . Gesang rollt auch. Die KG Blau-Weiß Wiesloch unter Stefan Wolter setzte einen blau-weißen Akzent .

Für den tänzerischen Teil sorgten Juniorengarde, Minigarde und Präsidentengarde. Trainiert von engagierten Frauen, die vermutlich jede Bewegung dreimal sehen, bevor sie zufrieden sind. Präzise Schritte, konzentrierte Gesichter, und dann doch das Lächeln, wenn der Applaus kommt.
Die Durstigen Amigos erinnerten an ihr 33-jähriges Bestehen . Präsident Jörg Bethke weiß offenbar, wie man durchhält. Die Rocking Mamas unter Yvonne Hoffmann brachten spürbar Schwung auf die Straße. Den Schlusspunkt setzte der Elferratswagen des KC Nußloch unter Thomas Kretz. Ein rollendes Dankeschön an alle Helfer im Hintergrund. DRK, Bauhof, Straßenreinigung. Ohne sie würde am nächsten Morgen keiner so gut gelaunt durch den Ort laufen.
Das Wetter hatte ein Einsehen. Die Gruppen ohnehin. Und Nußloch zeigte, dass ein Umzug keinen Sonnenschein braucht, um zu funktionieren. Aber schaden tut er nicht.
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