Friedrichstift Leimen stellte Jahresbericht Schulsozialarbeit 2017/2018 vor

(cw – 3.4.19) Fortsetzung des Berichts über die Sandhäuser Gemeinderatssitzung vom 25.03.2019


– Friedrichstift Leimen stellte Jahresbericht Schulsozialarbeit 2017/2018 sowie
Jahresbericht zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit im JuKiZ vor-


Ob als Anlaufstelle im Schullalltag oder als außerschulisches Freizeitangebot – im vergangenen Schuljahr 2017/2018 war die sozialpädagogische Arbeit des Friedrichstifts Leimen deutlich zu spüren. Dies fand im Gemeinderat große Zustimmung und Anerkennung.

Seit dem letzten Jahr hatte der Verein die Offene Kinder- und Jugendarbeit (s.l.) und die Schulsozialarbeit in Sandhausen übernommen und somit eine engere Vernetzung zwischen beiden Bereichen ermöglicht. Aufgrund des gestiegenen Zuspruchs hatte man darauf die Öffnungszeiten im JuKiZ erweitert.

Einblicke in die Tätigkeitsfelder der sozialpädagogische Arbeit gaben der Einrichtungsleiter und Geschäftsführer des Friedrichsstifts Tobias Metzger sowie die Bereichsleiterin für Offene Kinder- und Jugendarbeit und Schulsozialarbeit Melanie Rauth-Kästel.

Neben den Bereichen der Einzelfallhilfen und der Klassen- und Gruppenangebote setzte das 3-köpfige Team der Schulsozialarbeit bestehend aus Frau Gund am Friedrich-Ebert-Schulzentrum, Frau Stathopoulou-Rux an der Pestalozzischule sowie Frau Demissie an der Theodor-Heuss-Grundschule auf Interventionsmaßnahmen durch Sozialtraining, Streitschlichtung und machte Präventionsangebote im Bereich Mobbing, Sucht und Gewalt, dies dokumentierte der Jahresbericht der Schulsozialarbeit.

Direkten Anlass gaben neben Unterrichtsstörungen und Regel-überschreitungen, psychische Störungen und Krankheitsbilder wie z.B. selbstverletzende Handlungen, ADHS sowie fehlende Handlungsmöglichkeiten bei Wut, Frust und Ärger. Lehrer/innen seien durch die bestehende Vielfalt neuer Aufgaben wie z.B. der Inklusion oder dem Wegfall der Schulempfehlung oftmals überfordert und erhielten durch die Schulsozialpädagogen Unterstützung, erläuterte Rauth-Kästel, die die Zusammenarbeit jedoch als Kooperation mit gemeinsamer Verantwortung sah. Als Ansprechpartner für Schüler/innen und deren Eltern bestünde ihre Aufgabe in erster Linie darin Schüler/innen in ihrer Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, bei Schulalltags- und Lebensbewältigung zu beraten und ihnen Zugänge zu schulinternen bzw. externen Unterstützungsangeboten zu ermöglichen.

„Zuhören, beraten, helfen, dafür sprechen die Angebote“, lobte Gemeinderätin Eva Maria Eichler den Einsatz der Schulsozialarbeiterinnen. Angesichts steigender Beratungen fragte sich Gemeinderat Dr. Horn, ob der Friedrichstift eine Erhöhung der Stundenzahl bei der Schulsozialarbeit, der Nachmittagsbetreuung und der qualifizierten Hausaufgabenbetreuung als notwendig erachte.

Man befände sich hier noch in der Konsolidierungsphase, erklärten die Vertreter des Friedrichstifts. Die Zahlen allein seien hier nicht maßgeblich, fügte Rauth-Kästel hinzu und erläuterte darauf am Beispiel der Kindswohlgefährdung, das sich hier zwar auch die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr erhöht hätten, sich aber eine Allgemeinentwicklung im präventiven Bereich schwer einschätzen ließe. Wichtiger als die Zahlen sei die Kooperation mit den Eltern.

Hinsichtlich der Vernetzung wollte Gemeinderat Hettinger wissen, ob ein regelmäßiger Austausch zwischen den Schulsozialarbeiterinnen und den Mitarbeitern des Jugendtreffs stattfände und wurde hierin bestätigt. Jeder wisse, so Metzger, wo er anpacken müsse und man habe durch die Vernetzung Kontinuität in der Betreuung erreicht.

Dass die Offene Jugendarbeit inzwischen sehr angenommen wird, belegten auch die Zahlen: 1084 Mädchen und 2270 Jungen aus allen sozialen Schichten, Kulturen und unterschiedlichen Alters verbrachten im Schuljahr 2017/18 an 209 Tagen ihre Freizeit im JuKiZ. Der Schnitt lag bei 17 Kindern täglich. Bereits ab der Grundschule besuchten Schüler/innen das JuKIZ.

Das altersgemäße Angebot lag bei den unter-12-Jährigen hauptsächlich im Bereich der Hausaufgabenbetreuung, der Freizeitgestaltung sowie der Hilfestellung bei Konflikten, wohingegen Jugendliche von 12-18 Jahren aufgrund häuslicher Probleme, in der Schule bzw. in der Peergroup in den Jugendtreff kamen. Dabei ginge es meist um typische Pubertätsprobleme, aber auch um Drogen- und Alkoholkonsum sowie Aufklärung und Verhütung seien ein Thema.

„Jugendarbeit ist sowohl Zukunftsarbeit, als auch Krisenprävention“, hob Gemeinderat Jonas Scheid daher hervor.

Im JuKiZ träfen die Jugendlichen auf Erwachsene, die nicht in der Rolle der Eltern oder Lehrer sind, sondern ihnen als Ansprechpartner und als eine Art „Vermittler“ zur Verfügung ständen.

Den höchsten Betreuungsbedarf sah Rauth-Kästel bei den 8-17-Jährigen, denen man Elterngespräche anbot oder sie an Beratungsstellen oder das Jugendamt vermittelte. Zudem nehme die Zahl der verhaltensauffälligen Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu. Durch den ständigen Gesprächsaustausch habe man eine andere Herangehensweise als in der Schule und es sei oftmals leichter eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.

Das Freizeitangebot im vergangenen Jahr war vielschichtig und bot neben Spielmöglichkeiten wie z.B. Billiard, Tischtennis, Kicker und Gesellschaftsspielen, Möglichkeiten zum Kochen, Backen und Basteln, Filmabende, Turniere und Ausflüge, aber auch die Sensibilisierung im Umgang mit dem Handy und die kritische Auseinandersetzung mit Apps waren Bestandteil. Party- und Freizeitangebote gab es erstmals auch am „Hopfezopfe“, an Kerwe, an Halloween und auf dem Weihnachtsmarkt.

„Die Verzahnung ist viel besser als vorher und läuft unbürokratischer ab, seitdem der Friedrichstift beide Bereiche betreut, erklärte Bürgermeister Kletti. Auch Ferienbetreuung wird gerne von den Eltern angenommen.

Seit der Übernahme durch den Friedrichstift wurden die Räumlichkeiten aufgewertet und dort, wo etwas fehlte Ersatz geschaffen. Eine „grüne Oase im Außenbereich fehle noch, um die Kinder nach draußen zu locken, fügte Gemeinderat Liebetrau hinzu.

Schon im vergangenen Schuljahr waren Ideen aufgekommen.

„In Sandhausen ohne FiFa 19 – das geht gar nicht!“, überlegte Bürgermeister Kletti und ermöglichte auf dem kurzen Dienstweg eine neue Spielekonsole für ein Turnier der Kinder- und Jugendlichen.

Kostenseitig schlug Gemeinderätin Seeger vor eine Bündelung der Gelder vorzunehmen, um dem erhöhten Bedarf an Schulsozialarbeit an der Theodor-Heuss-Grundschule und der Pestalozzi-Förderschule gerecht zu werden. Aktuell habe man 2,1 Stellen für die Schulsozialarbeit eingerichtet und seit 2012 stetig ausgebaut, zeigte Kämmerer Timo Wangler auf Nachfrage Gemeinderat Albrechts. Die Kosten von 133.700 € würden jedoch anteilig vom Land und vom Kreis zu je 35.070 €, den Schulen mit 43.400 € und mit 20.160 € von der Gemeinde getragen.

Werden die verlängerten Öffnungszeiten im JuKiZ von den Jugendlichen wahrgenommen, wollte Gemeinderat Lauterbach wissen und wurde darin bestätigt.

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