FuB-Bereich der Heidelberger Werkstätten in Sandhausen feierte 20.-jähriges Jubiläum

(kk – 12.11.2018) „Mir gefällt es hier. Ich bin froh, dass ich hier bin“. Mit wenigen Worten brachte Ulrike Splitt auf den Punkt, was es für sie bedeutet, den Förder- und Betreuungsbereich (FuB) der Heidelberger Werkstätten in Sandhausen zu besuchen. Seit 20 Jahren werden dort Menschen mit schwerer geistiger oder mehrfacher Behinderungen unterstützt und begleitet. Eine bunte Jubiläumsfeier bot Gelegenheit, gemeinsam mit Angehörigen und Betreuern auf zwei Jahrzehnte voller spannender Entwicklungen, Ereignisse und gemeinsamer Erinnerungen zurückzublicken.

Die Menschen im Förder- und Betreuungsbereich (FuB) erleben in Sandhausen einen zweiten Lebensbereich außerhalb ihres Zuhauses und werden, unterstützt durch eine feste Tagesstruktur, ohne Leistungsdruck bei arbeitsweltbezogenen Tätigkeiten begleitet. Nachdem bereits 1981 der erste FuB am Heidelberger Standort der Werkstätten in der Freiburger Straße ins Leben gerufen wurde, wurde Ende der 90er Jahre eine Erweiterung notwendig. Die Wahl fiel auf ein neu umgebautes Gebäude am Werkstattstandort Sandhausen, der vier Jahre zuvor eröffnet worden war.

Im FuB in Sandhausen werden heute 32 Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf begleitet. Ergänzt wird das Angebot seit vier Jahren um die „Gruppe Autismus“, die eine Besonderheit in der Region darstellt: Für insgesamt sechs Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung steht zusätzlich zu den regulären Räumlichkeiten ein eigenes, ganz auf ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtetes Gebäude zur Verfügung, in dem sie intensiv betreut und gefördert werden.

Zeitreise durch 20 ereignisreiche Jahre

Ausflüge, Feste und sportliche Aktivitäten, aber auch der ganz normale Beschäftigungsalltag: Anhand einer bunten Foto- und Video-Zeitreise ließ Birgit Eschhold, Abteilungsleiterin des FuB in Sandhausen, auf der Jubiläumsveranstaltung die vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren. Von Freizeiten am Rhein und im Schwarzwald über das erste Therapie-Tandemfahrrad mit Motor bis hin zu gemeinsamen Weihnachts- und Faschingsfeiern mit allen Mitarbeitenden der Werkstatt wurden bei den vielzählig erschienenen Gästen schöne Erinnerungen wach.

Am Puls der Zeit

Die rasante Weiterentwicklung der Kommunikationstechnologie in den letzten 20 Jahren hat auch vor dem Förder- und Betreuungsbereich nicht haltgemacht. So hielt vor allem der Umgang mit dem PC verstärkt Einzug in den FuB-Alltag. Die Computer werden – mit individuell angepassten Eingabemöglichkeiten wie z. B. der Steuerung durch die Augen versehen – insbesondere im Rahmen der so genannten unterstützen Kommunikation eingesetzt. Diese ermöglicht es anhand unterschiedlicher Hilfsmittel auch Menschen, die über keine Lautsprache verfügen, sich kommunikativ auszutauschen. Mithilfe von Softwareprogrammen, Lernvideos und anderen Medien können die Menschen darüber hinaus am Rechner neue Kompetenzen erwerben.

So individuell wie möglich

Auch, was die Teilhabe am Arbeitsleben angeht, wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele neue Ideen entwickelt, um jedem entsprechend seiner Fähigkeiten und unabhängig vom Pflegebedarf so individuell wie möglich gerecht zu werden. Dies gilt nicht nur für die Tätigkeiten selbst, sondern auch für die Gestaltung der Arbeitsplätze und der Arbeitsumgebung. Ein innovatives Projekt mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Heidelberg ermöglicht es den Teilnehmenden zudem, einmal die Woche inklusiv mit Studierenden an der PH in der dortigen Lernwerkstatt zu arbeiten.

„Das Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf liegt uns sehr am Herzen. Seit der Gründung des Förder- und Betreuungsbereichs haben wir viele wichtige Schritte unternommen, um dieses in der UN-Behindertenkonvention verbürgte Recht in der Praxis mit Leben zu füllen und werden auch in Zukunft alles daran setzen, für jeden Menschen die passende Aufgabe zu finden“, so Wolfgang Thon, Leiter der Heidelberger Werkstätten.

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