Ganz große Oper(ette): Von Fledermäusen, Zaren, Vogelhändlern und Blumenmädchen

Aus der Geschichte der Leimener Liedertafel – Zeitsplitter #13

Mit der Wahl des neuen Dirigenten Hans-Josef Overmann beginnt 1993 eine neue musikalische Ausrichtung. Pflegte der Männerchor der Liedertafel bisher den traditionellen Chorgesang und unternahm eher sporadische musikalische Ausflüge zur Operette, wurde unter dem neuen Dirigenten die musikalische Ausrichtung seiner beiden Liedertafelchöre neu definiert.

Schon zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins im Jahr 1996 gab es, mit der „Carmina Burana“ von Carl Orff, die neue Dirigentenhandschrift zu bewundern.

Und nun geht es mit dem neuen Dirigenten so richtig los. Als Dozent an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg schafft es Hans-Josef Overmann seine Begeisterung für die Musik nicht nur Gesangsschülern und Studierenden, sondern auch seinen Chören zu vermitteln. Neben der Betreuung der bereits bestehenden Chöre, widmet er sich dem Aufbau neuer Chorgruppen, um das musikalische Spektrum der Liedertafel zu erweitern.

Es entstehen ein Vocal Consortium, das sich insbesondere der Musik des 15. + 16. Jahrhunderts widmet. Er integriert begabte Laien, Musikschüler und Studenten der PH Heidelberg zu einem besonderen Ensemble. Parallel entsteht ein Männerensemble das sich der Musik der 20er und 30er Jahre des 19. Jahrhunderts in Form des A-Capella Gesanges widmet. Gleichzeitig fördert und unterstützt Overmann die Kinder- und Jugendarbeit des Vereins durch gemeinsame Konzerte und Auftritte aller Liedertafelchöre.

Von Zauberflöten und anderen Instrumenten

In Zusammenarbeit mit dem Lions Club Leimen konzipiert die Liedertafel anfangs der 2000er Jahre den „Leimener Kultursommer“. Mit den jährlichen Benefizkonzerten unterstützten Liedertafel und Lions-Club über mehrere Jahre hinweg zahlreiche soziale Projekte in Leimen und Umgebung.

Als Open-Air Konzert auf dem Georgi-Markt in Leimen geplant, sind die Konzerte ein voller Erfolg. Zwar musste die erste Veranstaltung, eine Opern- und Operettengala, wetterbedingt kurzfristig in die Kurpfalzhalle verlegt werden, doch das brachte die Moderatorin des Abends, die bekannte und beliebte Elsbeth Janda, noch lange nicht aus dem Konzept.

Mit zahlreichen Anekdoten und Geschichten wurde das Publikum von ihr humorvoll durch das Programm geführt, während die Liedertafelchöre, begleitet vom Orchester „Kurpfalzphilharmonie“, gemeinsam mit dem Chor der PH Heidelberg auf der Bühne standen.

Der Regen blieb uns so erspart und das Konzert war ein schöner Erfolg.

Weniger schön war, dass die zur Platzkennzeichnung aufgeklebten Etiketten sich nicht wie erwartet einfach ablösen ließen, sondern mühsam von den Rückenlehnen abgekratzt werden mussten. Ohne die Unterstützung der Sängerinnen des Gospelchores, würde der Autor dieses Artikels wohl heute noch Klebereste entfernen.

O Fortuna!

Im Jahr darauf hatten wir mehr Glück mit dem Wetter und konnten Carls Orffs „Carmina Burana“ als Open Air Konzert auf dem Georgi Markt aufführen. Gaukler, Feuerschlucker, mittelalterliche Gewandungen und das alles vor der Fachwerkkulisse im Herzen Leimens.

Die Freude der Mitwirkenden über das schöne Wetter wurde nur von der Sorge der Musiker über die in der prallen Sonne stehenden Instrumente getrübt. Die kurzfristig zum Schutz vor der Sonne aufgestellten bunten Sonnenschirme waren im optischen Eindruck zwar ein Stilbruch, aber letztlich unverzichtbar und jedenfalls effizient.

Zwar scheitert der Versuch, eine Open Air – Konzerttradition in Leimen aufzubauen an den Unwägbarkeiten des Wetters und dem damit verbundenen finanziellen Risiko, aber die Veranstaltungen werden noch Jahre als Sommerkonzerte weitergeführt.

Über die Jahre reihen sich nun die Sommerkonzerte und damit die Opern-, Operetten und Musicalmelodien aneinander. Dabei werden immer wieder auch gemeinsam mit anderen Chören und Musikgruppen neue unterhaltsame Programme entworfen.

Musical „My fair Lady“

Besonders die Zusammenarbeit mit der PH Heidelberg führt zu ganz besonderen musikalischen Erlebnissen in Leimen. Zwei besonders bemerkenswerte Aufführungen waren dabei „Die Zauberflöte“ von Mozart und das Musical „My fair Lady“.

Die Konzerte führen aber nicht nur Frauen- und Männerchor zusammen, sondern sind ganz gezielt auch immer Veranstaltungen an denen alle Chöre, wenn möglich auch der Kinder- und Jugendchor, beteiligt werden. Dieses gemeinsame Singen bringt die zwischenzeitlich 8 Liedertafelchöre zusammen, was zu einer beeindruckenden musikalischen Präsenz führt und zeitgleich die Liedertafelfamilie zusammenkommen lässt.

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