Gartentipps von Linda Langer:
Heimische Archäophyten statt Neophyten

Wildbienen an Witwenblume

(lla – 19.8.23) Während alle vom Klimawandel reden, ist das massive Artensterben leider noch nicht in aller Munde. So schlimm der Klimawandel ist und unsere Lebensqualität stark verändern wird, umso dramatischer ist das Artensterben. Alles, was wir konsumieren, entnehmen wir der Natur. Ohne Biodiversität gibt es kein (menschliches) Leben. Wir erleben gerade das größte Massensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier.


In unserer Reihe „Gartentipps von Linda Langer: Biodiversität im eigenen Garten“ erhalten sie wertvolle Informationen und Anregungen, wie sie in ihrem eigene Garten das ökologische Gleichgewicht stärken können.


Faulbaum-Bläuling auf Blutweiderich

Woher kommt das Artensterben? Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Monokulturen in der Landwirtschaft über Abholzung und Urbanisierung bis hin zu invasiven Neophyten.

Wildbienen und anderen Insekten fehlen dadurch Lebensräume – und ihnen fehlen die passenden Pflanzen. Denn über Millionen von Jahren haben sich heimische Insekten und heimische Pflanzen aneinander angepasst, dies nennt man Koevolution. So kommt es, dass heimische Insekten perfekt auf heimische Pflanzen eingestellt sind. Gleichzeitig sind heimische Insekten von bestimmten heimischen Pflanzen abhängig. Pflanzen aus Asien und Nordamerika bieten ihnen in der Regel kaum Pollen und Nektar.

Streifenwanzen auf Wilder Möhre

Leider finden sich in den gängigen Garten- und Baumärkten fast nur Pflanzen aus Übersee: Schmetterlingsflieder aus Asien, Lorbeerkirsche aus Südosteuropa, Glanzmispel aus China, Sonnenhut aus Nordamerika, Tuja aus Nordamerika und Asien, Hibiskus aus Asien. All diese Pflanzen nennt man auch „Neophyten“, da sie erst nach der Entdeckung Amerikas zu uns gekommen sind.

Glockenblumen-Scherenbiene. Ihre einzige Nahrungsquelle sind Gockenblumen. Sie übernachtet sogar darin.

Oft findet man sogar das Label „bienenfreundlich“ an diesen Pflanzen, obwohl sie höchstens für die Honigbiene attraktiv sind. Anders als heimische Pflanzen („Archäophyten“) sind sie aber für heimische Insekten oft wertlos.

Heimische Pflanzen haben einen weiteren riesigen Vorteil: Sie sind an unser Klima und an unsere Bodengegebenheiten angepasst. Dadurch sind sie sehr pflegeleicht und müssen, wenn sie dem Standort entsprechen ausgewählt werden, nach dem Anwachsen kaum gegossen werden. Sie schonen somit das Grundwasser, binden Kohlenstoffdioxid im Boden und leisten damit einen Beitrag gegen den Klimawandel.

Eichenbock an Gewöhnlichem Liguster

Im nächsten Artikel erfahren Sie, wie Sie passende Pflanzen auswählen, um aus Ihrem Garten ein Paradies für Insekten und Kleintiere zu schaffen. Sehr empfehlenswert ist in dem Kontext die Homepage www.naturadb.de. Vielleicht werden Sie in Zukunft dann auch von Wildbienen, Schmetterlingen, Igeln und Kröten sowie Vögeln besucht. Dann dürfen Sie erleben, wie sie mit Ihrem Garten oder Balkon einen Beitrag für die Artenvielfalt leisten können.

 

 

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