Großes Requiem in vollbesetzter Kirche – Ein musikalisches Ereignis mit Seltenheitswert

(fwu – 28.11.25) So etwas erlebt man nicht alle Tage: Ein Konzert mit über 100 Chormitgliedern, Solisten, Orchester und einer Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war – und das am Totensonntag respektive Christkönig-Sonntag und bei passender Musik und der Überschrift „Requiem“. Wahrlich, kein leichter Stoff. Kein Wohlfühlprogramm. Und doch saßen bald tausend Menschen auf den Bänken der katholischen Dreifaltigkeitskirche Sandhausen, von vorne bis hinten, in gespannter Stille. Ein Anblick, der sonst fast nur bei Weihnachtsgottesdiensten zu sehen ist!

Sodann: schon der Auftakt des Konzertes hatte Gänsehautpotenzial: Noch vor dem ersten Ton hatten sich die Sängerinnen und Sänger – alle in Schwarz, mit einheitlich blauem Schal – rund im ganzen Kirchenraum aufgestellt. Es folgte der gemeinsame Einmarsch auf die eigens errichtete Bühne. Diese stille Choreografie setzte den Ton für das, was kommen sollte: Disziplin, Haltung, Ernsthaftigkeit.

Das Konzert war kein einzelnes Werk, sondern ein klug zusammengestellter Zyklus aus Trauermusik verschiedener Epochen – von der Barockzeit bis ins späte 19. Jahrhundert. Den Auftakt machte Mendelssohns Trauermarsch op. 62/3, gefolgt vom wuchtigen Dies Irae aus Antonín Dvořáks Requiem op. 89. Auch Mozart kam mehrfach zu Wort – mit dem Dies Irae aus seinem berühmten Requiem KV 626, dem Laudamus te aus der Großen Messe in c-Moll sowie dem Gloria aus der Krönungsmesse KV 317.

Das Zentrum bildete Gabriel Faurés Requiem op. 48 – ein Werk, das mit leisen Tönen tröstet, statt zu donnern. Sieben Sätze, fein instrumentiert, mit dem bekannten Pie Jesu und dem friedlichen In paradisum am Schluss. Weitere Stücke rundeten das Programm ab: Gott ist mein Hirte aus Dvořáks Biblischen Liedern op. 99, das Gloria (1. Satz) von Vivaldi sowie Haydns Die Himmel erzählen die Ehre Gottes aus der Schöpfung. Ein Querschnitt durch zwei Jahrhunderte Kirchenmusik – sorgsam ausgewählt und thematisch verbunden durch die Frage: Was bleibt? Was tröstet? Was trägt?

Veranstalter war die katholische Seelsorgeeinheit, die aus den kath. Kirchenchören aus Leimen, St. Ilgen und Sandhausen eine große Chorgemeinschaft aufbot, verstärkt durch die Chöre The Spirit, die Schola der Seelsorgeeinheit und Projektsängern. Der instrumentale Part wurde vom Heidelberger Kantatenorchester und den Leimener Meister der Orgel Kantor Michael A. Müller bravourös gemeistert.

Die musikalische Gesamtleitung hatte Melanie Jäger-Gubelius – ein Name, den man sich auch außerhalb der kath. Kirchenwelt merken sollte. Was sie hier geleistet hat, geht weit über eine routinierte Dirigentin hinaus. Das war keine Pflichtübung, sondern ein musikalischer Kraftakt mit künstlerischem Anspruch und logistischer Präzision. Solche Persönlichkeiten sind selten – und ein Glücksfall für die Region.

Als Solistinnen und Solisten wirkten Annabelle Hund, Sophie Sauter, Martin Steffan und Jens Hamann mit. Eine Besetzung, die in ihrer Ausgewogenheit und Ausdrucksstärke gut aufeinander abgestimmt war – nicht auf Effekt getrimmt, sondern der Musik verpflichtet, mit Stimmen, die es auch alleine schafften, den gesamten großen Kirchenraum mit Macht zu füllen. 

Einzelkritiken verbieten sich bei einem Projekt dieser Größenordnung. Entscheidend war die Größe des Ganzen. Der Mut, ein solches Werk anzugehen. Der Aufwand, die Proben, die Organisation – und das Publikum, das es ernst nahm und ein ganz besonderes, um nicht zu sagen einmaliges Konzert mitzuerleben. 

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