Grundschulen und Kitas bleiben mindestens bis Fastnachtsferien geschlossen

Das Auftreten einer Virusmutante in einer Kita in Freiburg hat die Situation für eine mögliche stufenweise Öffnung von Grundschulen und Kitas grundlegend geändert. Daher bleiben sie zunächst bis zu den Fastnachtsferien geschlossen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann bestätigte heute in seinem Pressestatement, dass man gestern nicht nur bei zwei Kindern in einer Freiburger Kita eine Virusmutante nachgewiesen hat, sondern inzwischen auch bei mindestens 18 weiteren Kindern sowie Erzieherinnen und Erziehern. Das Staatsministerium hat von den nachgewiesenen Virusmutanten bei den beiden Kindern am Vortag um 14 Uhr erfahren. Inzwischen habe sich bestätigt, dass es sich um die südafrikanische Mutante handele.

„Damit müssen wir feststellen, die Mutanten stehen nicht mehr nur vor der Tür. Sie sind bereits da“, sagte Kretschmann. „Bislang zeigen die Sequenzierungen, also die Untersuchung, mit welchem Virus sich positiv getestete Menschen angesteckt haben, dass zwischen zwei bis drei Prozent der Neuinfizierten von der mutierten Variante infiziert wurden. Das klingt nach wenig, kann aber sehr schnell steigen, wenn wir nicht aufpassen.“

Damit werde das Virus ein noch stärkerer Gegner als die bisherigen Varianten. „Wir müssen uns deshalb noch strikter an die bestehenden Maßnahmen halten, damit die Infektionszahlen weiter sinken“, so Kretschmann. Jede Diskussion um bevorstehende Lockerungen sei damit erstmal gegenstandslos geworden, machte Kretschmann klar.

Schwierige Abwägung

Seine Gründe, die ihn bewogen haben, eine vorsichtige und schrittweise Öffnung der Schulen anzustreben, seien nicht hinfällig geworden sind. „Ich sehe ja, welche Auswirkungen die Schließung von Schulen und Kitas auf die Kinder und ihre Familien haben, dass Kinder leiden, weil sie ihre Freunde nicht mehr sehen können und ihre Spielkameraden nicht mehr kommen und ein Teil der Kinder im Unterricht nicht mehr so gut mitkommt“, erklärte Kretschmann sich. Er sehe auch, wie nervenaufreibend es für die Eltern sei, Distanzunterricht und Homeoffice unter einen Hut zu bringen.

Daher wollte man die Kitas und Grundschulen Anfang Februar behutsam öffnen. Durch das Auftreten der Variante sei diese Absicht aber hinfällig geworden.

Notbetreuung nur bei wirklichen Bedarf in Anspruch nehmen

„Für die Schulen und die Kitas gelten die bisherigen Maßnahmen bis zum 15. Februar fort. Da ab dem 15. Februar an den meisten Schulen aufgrund der beweglichen Ferientage Fastnachtsferien sein werden, gelten die Maßnahmen faktisch bis zum 21. Februar“, umriss Kretschmann das weitere Vorgehen bei den Grundschulen und Kitas.

Es gibt bis dahin keinen Präsenzunterricht. Die Grundschulen und Kitas bleiben geschlossen. Die Notbetreuung wird weiterhin angeboten. Kretschmann appellierte aber nochmal an die Eltern, die Notbetreuung nur in Anspruch zu nehmen, wenn man keine andere Möglichkeit habe.

Anpassung der Teststrategie

„Wir werden die Zahl der Schnelltests an Schulen und Kindergärten forcieren und die Teststrategie im Land so überarbeiten, dass auch andere Berufsgruppen, die in deren Alltag viele Kontakte haben, intensiver getestet werden. Und wir werden voraussichtlich ab nächster Woche in Baden-Württemberg jeden positiven Test auf die Virusvariante, die zur Infektion geführt hat, prüfen“, kündigte Kretschmann an.

Das Land werde die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen für die Notbetreuung in den kommenden Tagen weiter mit FFP2-Masken ausstatten.

Es sei klar, dass man Schulen und Kindertageseinrichtungen nicht dauerhaft schließen könne. Man müsse auch mit der Virusmutante umgehen lernen, so Kretschmann. Zunächst müsse man aber mehr über die Verbreitung herausfinden. Daher strebe das Land an alle positiven PCR-Test auf mögliche Mutationen zu überprüfen. Damit gehe Baden-Württemberg deutlich weiter als der Bund, der eine Überprüfung bei fünf Prozent der positiven PCR-Tests anstrebe.

Das Virus verlangt ständige Anpassung

„Es tut mir so leid für die Kinder, die jetzt immer noch nicht in ihren Schulen, zu ihren Spielkameraden zurückkehren können. Und ich bedaure, liebe Eltern, dass auch für Sie die Doppelbelastung noch andauert. Wir sehen die Belastung, wir sehen, was es für die Kinder bedeutet. Und wir wollten deshalb diesen Schritt gehen, so schnell es geht. Und ich habe inständig gehofft, wir könnten mit aller gebotenen Vorsicht, ab Anfang Februar erste Öffnungsschritte bei Kitas und Grundschulen machen“, sagte Kretschmann an die Kinder und Eltern gerichtet.

Die Pandemie verhindere leider jegliche Verlässlichkeit in der Planung und die Politik und auch die Bürgerinnen und Bürger müssen sich immer wieder an neue Erkenntnisse und sich ändernde Voraussetzungen anpassen.

Abschließend appellierte Kretschmann an alle, sich weiter strikt an die Regeln zu halten. Wenn das Land stabil unter eine 7-Tage-Inzidenz von 50 käme, können man wieder die Beschränkungen wieder aufheben. Daher sei es wichtig, dass man jetzt nicht lockerlasse.

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