Gutachten zur Waldpolitik: Diversität auf allen Ebenen benötigt

(Foto Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis): Buchenbestand mit dichter Naturverjüngung und Totholz: die nächste Waldgeneration ist hier gesichert

(sh – 17.2.22) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das auch für die Waldpolitik zuständig ist, wird von einem Beirat aus 15 Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen zu aktuellen Fragen rund um Wald und Forstwirtschaft beraten.

Dieser Beirat hat am Dienstag, 8. Februar seine neuesten Ergebnisse zu der Frage vorgestellt, wie die deutschen Wälder besser an die Folgen des Klimawandels angepasst werden können. Dass eine solche Anpassung notwendig ist, zeigt der aktuell schlechte Zustand vieler Wälder. Aufgrund extremer Hitze und Dürre kam es in den vergangenen Jahren zu einem massiven Baumsterben. Vor allem im Harz, in der Eifel und in Nordhessen können auf großen Flächen die Wälder ihre wichtigen Leistungen nicht mehr erbringen.

Das Gutachten des wissenschaftlichen Beirats stellt bei seinen Empfehlungen genau diesen Anspruch in den Vordergrund: die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen dafür Sorge tragen, dass der Wald seine vielfältigen Aufgaben wie Klimaschützer, Erholungsort, Holzlieferant, Lebensraum und vieles weitere zu sein, dauerhaft erbringen kann. Die Mitglieder des Beirats weisen außerdem darauf hin, dass die Gesellschaft auf die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer angewiesen ist. Egal ob der Wald Privatpersonen, Kommunen oder den Bundesländern gehört, es braucht aktive Waldbesitzende, um den Wald so zu pflegen, dass er den Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger gerecht wird.

Prof Dr. Jürgen Bauhus, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats und Professor für Waldbau an der Universität Freiburg, fasst die waldbaulichen Empfehlungen, die sich vor allem an Försterinnen und Förster sowie Waldbesitzende richten, so zusammen: „Wir brauchen Diversität auf allen Ebenen“. Damit ist gemeint, dass sich Waldbestände aus mehreren verschiedenen Baumarten zusammensetzen sollten, um das Risiko von Sturmwurf und Schädlingsbefall auf verschiedenen Schultern zu verteilen. Besonderes Augenmerk legen die Forstwissenschaftler auf die natürliche Verjüngung von Wäldern. Diese soll schon möglichst früh gefördert werden. Fallen die älteren Bäume zum Beispiel einer Dürre zum Opfer, steht so schon die nächste Waldgeneration in den Startlöchern und kann sofort weiterwachsen. Des Weiteren wurden Durchforstungen in jüngeren Beständen als wichtiges Mittel identifiziert, um den Trockenstress für Waldbäume zu verringern. Stehen weniger Bäume auf einer Fläche, bleibt für jeden einzelnen Baum ein größerer Anteil der begrenzten Ressource Wasser übrig.

Philipp Schweigler, stellvertretender Leiter des Kreisforstamts und für die Wälder in der Rheinebene und im Kraichgau zuständig, teilt die Ansichten und Ziele des wissenschaftlichen Beirats: „Das Gutachten macht deutlich, dass die enorme Geschwindigkeit der Klimaveränderung eine aktive Anpassung unserer Wälder an die zukünftigen Bedingungen nötig macht. Viele der Empfehlungen setzen wir bereits um. Mit regelmäßigen Durchforstungen pflegen wir stabile und widerstandsfähige Einzelbäume und sichern eine hohe Baumartenvielfalt.“

Mehr Infos zu den Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirats gibt es als Video hier (Resiliente und anpassungsfähige Wälder erhalten und entwickeln) und hier (Video-Channel des Wissenschaftlichen Beirats Waldpolitik).

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