Heimatmuseum Sandhausen:
Wegen Corona mit virtueller Tour statt Besuch

(vhv – 15.6.20) Heute öffnen wir in Corona-Zeiten unser Heimatmuseum für den Leimenblog. Bis das Museum in Sandhausen wieder voraussichtlich im September geöffnet sein wird, werden wir in den nächsten Wochen die einzelnen Museumsräume hier vorstellen. Wir konzentrieren uns dabei auf bestimmte Ausstellungsstücke, weshalb wir mit dieser Vorstellung keine Vollständigkeit beanspruchen.

Wir beginnen nun mit Raum 1, drei Bilder verdeutlichen die folgende Textdarstellung:

Der Raum befindet sich im Erdgeschoss. In Zeiten des Rathauses war dort das Meldeamt untergebracht. In diesem Raum wird die geologische Entstehung und die Entwicklung des Siedlungsgebiets vorgestellt, in der wir leben. Dort verweisen wir auf die Ursprünge des Ortes als auch auf die ehemalige Siedlung Lochheim.

In der Raummitte nimmt eine übersichtlich ausgestaltete Glasvitrine ihren Platz ein, in der epochenübergreifend Scherben- und Bodenfunde aus dem Sandhäuser Ortszentrum mithilfe eines Zeitstrahls chronologisch präsentiert werden.

Weiter berichten Tonfunde von der Wüstung Lochheims und vom Alltagsleben in Sandhausen vor mehr als 500 Jahren. Die nachträglich zusammengesetzten Tonwaren ergänzen die Sammlung und fügen so die einzelnen Tonscherben bildhaft zusammen. Darüber hinaus liegen Dachziegel und Mauerstücke von der ehemaligen „Villa Rustica“ aus, welche zum römischen Bauernhof nördlich von Sandhausen gehörten. (siehe Bild 1)

Ein bemerkenswerte Ausstellungsstück ist der Holzbrückenpfeiler des ehemaligen Leimbachübergangs an der heutigen Wegkreuzung Hauptstraße und Heidelberger-Straße. Bei Bauarbeiten Anfang der 1990er Jahren wurde der Pfeiler dort ausgegraben. Da der Pfeiler im Grundwasser lag, wurde dieser nicht zerstört. Insgesamt war der Brückenpfeiler 3,15 Meter lang. Durch Menschenhand wurde dieser am unteren Ende mit einem Beil zugespitzt, wodurch er seine heutige Form besitzt. (siehe Bild 2)

Die nachfolgenden Untersuchungen zeigten, dass das Eichenholz 115 Jahresringe aufzeigt und sich auf die Zeit zwischen 1162 und 1277 n. Chr. datieren lässt. Die Fällung der Eiche fand im Jahr 1277 statt, somit lag diese 15 Jahre nach der ersten urkundlichen Nennung von Sandhausen. Dadurch ist dieser Brückenpfeiler wohl das älteste datierte organische Fundstück aus dem Sandhäuser Untergrund. Sowohl die Tonfunde als auch der Brückenpfeiler hat uns Herr Dr. Manfred Löscher dankenswerterweise dem Museum zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit uns hat er schließlich die Funde fachmännisch für uns beschrieben und chronologisch eingeordnet.

Ein weitere Höhepunkt im Raum ist ein Modell (siehe Bild 3), welches über die Beschaffenheit des Rheingrabens berichtet. Die dazugehörigen Gesteinsarten hat unser Mitglied Rolf Seltmann zusammengetragen und diese mit fachmännischer Exaktheit im Bezug auf das Modell beschriftet. Durch diese Präsentation wird für die Kinder (aber auch für Erwachsene) die Entstehung unserer Landschaft verständlich dargestellt und erlebbar gemacht.

Insgesamt lädt Raum 1 zum Verweilen ein, um die Entstehung der Landschaft und Besiedlung von Sandhausen zu verstehen und einzuordnen. Der Raum hat natürlich noch weiteres zu bieten. Wir wollen deshalb nicht allzu viel verraten. Dafür lohnt sich der baldige Besuch im Museum wieder. Es wird sicher bald wieder möglich sein. Bisdahin können Sie sich auf www.heimatverein-sandhausen.de weiter über unser Museum und über unsere Aktivitäten informieren.


Für den VHV 1952: Jonas Scheid, Günter Wittmann, Lars Kieneck

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