Herdenschutzhunde – Ein faszinierender Hundetypus – Aber für die Stadt ungeeignet

Ein ganz normaler Tag im Tom-Tatze-Tierheim, fast, denn drei voneinander unabhängige Anfragen/Telefonate prägen diesen Tag. Es sind Probleme mit einem Herdenschutzhund, der die Besitzer verzweifeln lässt. Als sie sich einen Hund anschaffen wollten, suchten sie ein Familienmitglied, das lieb zu Menschen ist und auf das Zuhause aufpassen soll. Seit einigen Jahren sehr in Mode sind Herdenschutzhunde, die meistens beschrieben werden als extrem familienfreundlich und wachsam. Das stimmt auch, wird aber dem wahren Wesen und eigentlichen ursprünglichen Zuchtziel nicht gerecht.

Die großen, imposanten Hunde sollen auf Herden aufpassen und sie vor Angreifern, wie zum Beispiel Wölfen oder Bären, selbstständig schützen. Es braucht also selbstbewusste, eigenständige, mutige Tiere, die in der Lage sind, eine Situation selbstständig richtig einzuschätzen und bei Bedarf – und nur dann – ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um das ihnen überlassene Territorium und die Herde zu beschützen.

Das ist ihr Naturell. Das muss man sich stets bewusst machen. Diese Hunde benötigen ruhige und souveräne Bezugspersonen. Eine solche Mensch-Hund-Beziehung muss Zeit bekommen zu wachsen. Erweist sich der Mensch als vertrauenswürdig, souverän und beständig, und vor allem im Umgang mit den Hunden absolut gewaltfrei, dann zeigt sich die ungeheure Sensibilität, herausragende Feinfühligkeit und Anhänglichkeit der Herdenschutzhunde, jedoch ohne dass sie dabei ihre angeborene Eigenständigkeit aufgeben.

Herdenschutzhunde sind Spätentwickler und zeigen erst, meist ab 2 Jahren, die ersten Anzeichen ihres großen Schutz- und Wachtriebs. Bekommt er weder die Zeit noch die Lernstunden nicht, wird er bereits als Teenager nur noch schwer handelbar sein.

Aufpassen, sein Gelände abwandern, nach dem Rechten schauen, auf seine Ressourcen, wie zum Beispiel seine Familie, achten und zur Not vehement zu verteidigen, das ist seine Passion. All dem kann man nur gerecht werden mit einem großen, sehr sicher eingezäunten Gelände, auf keinen Fall in der Stadt. Genau das macht die Vermittlung eines Herdenschutzhundes aus dem Tierheim so schwierig, schier unmöglich. Außerdem ist zu bedenken, dass man als Halter eines Herdenschutzhundes auch physisch in der Lage sein muss diese Riesen zu halten.

Volker Stutz, 1. Vorsitzender, spricht aus noch frischer Erfahrung, wenn er sagt:

„Vergessen Sie alles, was Sie bislang über Hunde wissen. Nichts davon können Sie anwenden. Mit Arthur habe ich einen besonderen Partner an meiner Seite und ich bin mir der damit verbundenen großen Verantwortung bewusst. Auch wenn ich mir viel Zeit gelassen habe und noch mehr gelesen habe, es kam alles anders als gedacht. Herdenschutzhunde sind äußerst faszinierend. Den Trend, dass viele Menschen einen solchen Hund möchten, sehe ich mit großer Sorge. Für ein Stadtleben sind dies Hunde ungeeignet.“

 

 

 

 

 

 

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