HIL berichtet: Zweites Leimener Skeptiker Brunch mit guten Diskussionen

(HIL – 7.3.18) Fast 20 Gäste mussten sich den kappen Platz teilen, um am 2. Leimener Skeptiker Brunch, zu dem die Humanistische Interessengemeinschaft Leimen (HIL) und die Giordano Bruno Stiftung (GBS) eingeladen hatten, teilnehmen zu können.

Beim letzten Mal hatte sich schon eine gläubige Katholikin unter die Kirchenkritiker gemischt. Ihr Fazit damals: „Mit Euch kann man reden und es war spannend“

Aber eine Steigerung war beim 2. Leimener Skeptiker Bruch dennoch möglich. Für die HIL kam es zum erfreulichen „Super-GAU“, als sich Herr Hahn (studierter Theologe und Gymnasiallehrer und natürlich gläubig – Leserbrief hier) unter die Gäste mischte. Es kam zu einer engagierten Diskussion über Kirche und Politik, über Glauben und Nichtglauben, über Arbeitsrecht und Gleichstellung. Gefühlte zwei Stunden Austausch, der befruchtend war.

Am Ende standen wider Erwarten Punkte, auf die man sich einigen konnte. Und es waren nicht wenige Punkte.

Friedrich Coradill von der Giordano Bruno Stiftung stellte beim Skeptikerbrunch ein Muster für die Beschilderung des in Gauangelloch geplanten Evolutionspfades vor

Einen breiten Raum nahm wieder Luther ein, über dessen Licht- und Schattenseiten engagiert gestritten wurde. Die Lutherkritiker erhoben den bekannten Vorwurf seine Schriften und Predigten hetzten gegen die Juden, Frauen, Behinderte und Bauern. Dagegen stand seine Leistung, eine Reform der kath. Kirche angestoßen und die Bibel ins Deutsche übersetzt zu haben. Für Menschen, die damals überwiegend kein Latein konnten, wurde dieses Werk so erst erschlossen. In diesem Zusammenhang war es aber interessant vom Lutherexperten Bernd Kammermeier zu hören, dass Luther die Übersetzung genutzt hatte, um Bibelverse im Sinne seiner antijüdischen Ideen umzuschreiben.

Nachdem Herr Hahn gegangen war, hat sich die Diskussion noch weiterentwickelt.

Man fuhr fort mit den unsäglichen Äußerungen des Ex-Weihbischofs Laun zur Segnung von homosexuellen Paaren, die er in einem Kath.net-Beitrag mit der Segnung von Konzentrationslagern, Bordellen und der Mafia verglichen hatte. Leider ist auch ein prominenter Geistlicher in Leimen gegen die Ehe für alle, was die Anwesenden für „aus der Zeit gefallen“ hielten.

Auch in die Bundespolitik wurde vorgestoßen. Man rieb sich am Koalitionsvertrag. Man vermisst im Koalitionsvertrag den nicht-religiösen Bevölkerungsanteil – sowohl in Deutschland als auch weltweit. Dabei handelt sich um eine zahlenmäßig relevante und große Gruppe, deren politische Bedeutung hier wieder einmal ignoriert wird. Stattdessen scheint das Ganze eine Fortsetzung der Bemühung zu sein, die bestehende „Pastoraldemokratie“ zu zementieren, anstatt die Zunahme der Konfessionslosen zur Kenntnis zu nehmen und Kirchenprivilegien abzubauen.

Zudem spricht der Koalitionsvertrag besonders von verfolgten Christinnen und Christen. Die Frage kam auf, was mit verfolgten Atheisten ist, die aufgrund ihres Nicht-Glaubens in etlichen Ländern der Welt an Leib und Leben bedroht sind?

Friedrich Coradill von der Giordano Bruno Stiftung stellte ein Muster für die Beschilderung des in Leimen geplanten Evolutionspfades vor. Die GBS stehe, so Coradill, mit der Stadt im Gespräch, um den Pfad möglichst bald zu realisieren. Besonders geeignet sei diese neue Attraktion in Leimen für Schulklassen, denn die GBS bietet dann auch Führungen unter fachkundiger Leitung an.

Nach rund 4 Stunden zerstreute sich die Gruppe endgültig mit einem guten Gefühl in den sonnigen Nachmittag.

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