Hohe Investitionen an GRN-Kliniken –
Deutliches Bekenntnis zu allen Standorten

Bei dem jährlichen Informationsgespräch über die Situation der Kreiskliniken in Weinheim, Schwetzingen, Eberbach und Sinsheim diskutieren die CDU-Kreisrätinnen und Kreisräte mit dem GRN-Geschäftsführer Rüdiger Burger.

Geschäftsführer Rüdiger Burger bei seinem aufschlussreichen Vortrag Die GRN-Kliniken im Rhein-Neckar-Kreis

Die Belegungssituation der Kliniken hat sich weiter verbessert, ebenso die Qualität der ärztlichen Leistungen und das Engagement der Ärzte, des Pflegepersonals und der weiteren Bediensteten. Beeindruckend war beispielsweise die Steigerung der Geburtenzahlen. Diese hat sich in Schwetzingen von 379 im Jahr 2013 auf 775 im Jahr 2017 mehr als verdoppelt (Weinheim: 740, Sinsheim: 1053) und steigt weiter an. „In diesem Jahr werden wir uns in Schwetzingen mit großer Wahrscheinlichkeit über mehr als 800 Geburten freuen können“, zeigt sich Burger stolz über die hervorragende Leistung des ärztlichen Teams und der Beleghebammen.

Nach wie vor sind allerdings sowohl die Investitionsfinanzierung durch das Land Baden-Württemberg als auch die Betriebskostenfinanzierung durch die Krankenkassen unzureichend. Das Land finanziert entgegen den gesetzlichen Bestimmungen die Investitionen nur teilweise, durchschnittlich zu 50 Prozent, obwohl diese vollständig erstattet werden müssten. Die von den Krankenkassen bezahlten Fallpauschalen sind insbesondere nach den letzten drei Jahren, in denen die Erhöhung des sogenannten Landesbasisfallwertes in Baden-Württemberg deutlich hinter der Kostensteigerung zurückblieb, zu niedrig, um die Betriebskosten abzudecken. Daher entstehen bei den Gesundheitseinrichtungen des Kreises erhebliche Defizite von rund 4 Mio. Euro pro Jahr, die vom Kreishaushalt abgedeckt werden müssen. Landrat Stefan Dallinger, Geschäftsführer Rüdiger Burger und die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen werden aus diesem Grund noch in diesem Jahr erneut nach Berlin reisen, um sich beim neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für eine verbesserte Krankenhausfinanzierung stark zu machen.

Als zwei weitere drängende Probleme benannte Burger den Mangel an Pflegepersonal und die Konkurrenzsituation durch andere Kliniken. Seit zwei bis drei Jahren werde insbesondere die Besetzung von Pflegestellen mit erforderlicher Spezialausbildung immer schwieriger. Da dies ein flächendeckendes Problem sei, versuchten mittlerweile verschiedene Krankenhäuser, sich mittels Prämien und Zulagen gegenseitig Personal abzuwerben. Auch beim GRN mache man sich hierüber nun konkrete Gedanken, um einerseits langjähriges und verdientes Pflegepersonal an die Kliniken im Rhein-Neckar-Kreis zu binden und zugleich ein attraktiver Arbeitgeber für neu ausgebildete Pflegekräfte zu sein. „Wir machen sehr viel im Bereich Ausbildung und arbeiten seit letztem Jahr auch sehr erfolgreich mit dem DEKRA zusammen, um Pflegepersonal aus Osteuropa für eine Tätigkeit bei uns zu gewinnen. So konnten wir beispielsweise 16 Fachkräfte aus Albanien einstellen, die sich in einer halbjährigen Zusatzausbildung für den Einsatz in Deutschland qualifiziert haben“, so Burger.

Aber auch der Wettbewerb um Patienten mit den Kliniken in Mannheim und Heidelberg mache dem GRN aufgrund der geographischen Lage seiner vier Krankenhäuser zu schaffen: Die großen Entfernungen zwischen den Kliniken erschweren eine medizinische Zusammenarbeit. Eine zentrale Klinik hätte deutliche Kostenvorteile, da bei der derzeitigen Struktur für die Regelversorgung der Bevölkerung viele kleinere Abteilungen vorgehalten werden müssen, u.a. zur ambulanten Notfallversorgung. „Natürlich zieht das Uniklinikum Heidelberg Patienten aus dem Rhein-Neckar-Kreis ab“, antwortete Burger auf die Nachfrage eines Kreisrates.

Im Mttelpunkt des Gespräches stand jedoch die bauliche Weiterentwicklung der GRN-Kliniken. Die vorgestellten Planungen zeigen deutlich das Bekenntnis des Landkreises zu allen vier Standorten. „In Sinsheim und Eberbach sind wir in Sachen Patientenzimmer schon sehr weit gekommen. Hier gibt es inzwischen nur noch Zweibettzimmer mit eigener Nasszelle“, erklärte Burger. Das Land hatte erklärt, dass das Krankenhaus Eberbach aufgrund der großen Entfernungen bedarfsnotwendig ist. Es wird sich an der Baukostenfinanzierung beteiligen und damit den Standort stärken. Daher wird das kleinste der vier GRN-Krankenhäuser auch zukünftig deutlich aufgewertet: Mit Mitteln u.a. der Dietmar-Hopp-Stiftung wird der Neubau der Urologischen Funktionsräume für rund 13 Mio. Euro in Angriff genommen. In diesem Zusammenhang soll zusätzlich eine Dialyse und eine Radiologische Praxis mit Kernspintomographen an der Klinik entstehen.

„Die Bedeutung von baulichen Maßnahmen und Sanierungen, auch im Bereich der Unterbringung, zeigt sich in der Klinik Sinsheim. 100 neue Zweibettzimmer und die Dialyse bestärken den Patientenzuwachs und damit die Auslastung und Erlössituation der Klinik“, begründet Burger die erfolgreichen Baumaßnahmen. Auf gleichem Wege sollen auch die anderen Standorte gestärkt werden. In Weinheim sind es gleich zwei große Investitionen: Seit Januar läuft der Umbau der Bettenstationen der Klinik für rund 10 Mio. Euro. Ziel davon ist die bessere Unterbringung der Patienten. So wird es zukünftig auch hier nur noch Zweibettzimmer mit jeweils eigener Nasszelle geben. Bisher müssen sich dort ein Zweibettzimmer und ein Dreibettzimmer, also bis zu 5 Patienten, eine Nasszelle teilen. Die zweite Maßnahme ist der Neubau des GRN-Betreuungszentrums und der Altersmedizin für rund 47 Mio. Euro. „Dieses Zentrum mit 250 Betten für seelisch Behinderte, Schwerstpflegebedürftige und demente Bewohner wird ein riesiges Behandlungsspektrum bieten und den Standort enorm aufwerten“, so Burger.

In Schwetzingen blickte er auf die umfassenden Umbauarbeiten zur Erweiterung des Ambulanzbereiches, der zentralen Patientenaufnahme und der Funktionsdiagnostik zurück. „Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch der komplette Eingangsbereich neu und freundlich gestaltet“, schaute Burger zurück und zugleich voraus: „Seit Januar nehmen wir auch hier die Patientenzimmer in Angriff. Wir haben mit der Sanierung von 21 Zimmern begonnen. Der nächste Abschnitt ist die Aufstockung des Westflügels der Klinik um 26 neue Zweibettzimmer, mit denen dann Reserven zur Verfügung stehen, damit wir den weiteren Dreibettzimmer-Bestand sanieren und zu Zweibettzimmern umbauen können. Insgesamt werden wir rund 12. Mio. Euro investieren.

Nachdem Burger auch die Nachfragen der Kreisräte zu der kürzlich erfolgten Trennung von dem langjährigen Schwetzinger Klinikleiter beantwortet hatte, dankte der CDU-Fraktionsvorsitzende Bruno Sauerzapf für den ausführlichen Informationsaustausch: „Mit Rüdiger Burger haben wir einen äußert engagierten, sachkundigen und mutigen Manager, der sich auch einmal durchzugreifen traut, wenn etwas falsch läuft. Wir sagen herzlichen Dank und auf eine weiterhin so gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle der Kreiseinwohner.“

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